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WM 2026: Joshua Kimmich und die zentrale Frage - wagt Julian Nagelsmann die Positions-Rochade?

Veröffentlicht:

von Christoph Gailer

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WM 2026 - Rudi Völler verrät DFB-Problem: "Geht bei uns nicht"

Videoclip • 01:12 Min


DFB-Kapitän Joshua Kimmich ist als Rechtsverteidiger gesetzt und von Bundestrainer Julian Nagelsmann fest eingeplant. Doch der Bayern-Star wirkt dort verschenkt. Wagt Nagelsmann nun die Positions-Rochade?

Von Christoph Gailer

Nach dem enttäuschenden Auftritt der DFB-Elf im abschließenden WM-Vorrundenspiel gegen Ecuador (1:2) prasselt deutliche Kritik auf Bundestrainer Julian Nagelsmann ein.

Eines der zentralen Themen dabei ist die Rolle von Kapitän Joshua Kimmich. Immer mehr Experten fordern, dass der Bayern-Star ins Mittelfeldzentrum zurückkehren solle und nicht weiter als Rechtsverteidiger auflaufen dürfe.

"Er fehlt mir auf dem Platz. Er fehlt mir auf einer Position, auf der er einfach mehr Einfluss hat", sagte Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zuletzt über Kimmich.

Auch Lahm mit klarer Meinung in der Kimmich-Debatte

Unterstützung bekommt Matthäus bei seiner Argumentation für eine Rückkehr von Kimmich auf die Sechs von Philipp Lahm. Der deutsche Kapitän der Weltmeister-Mannschaft von 2014 fordert ein Kimmich-Comeback im zentralen Mittelfeld, vor allem in Kombination mit den bisher eher schwachen Leistungen von Aleksandar Pavlovic.

Laut Lahm habe Pavlovic "in diesem Turnier noch nicht wirklich überzeugt, ich erkenne unglaublich viele leichte Ballverluste", schrieb Lahm in seiner "kicker"-Kolumne. Lahms Schlussfolgerung: "Ich sehe deshalb Joshua Kimmich im Mittelfeld."

Rechts hinten tue man Kimmich laut Lahm "keinen Gefallen. Seine Stärken und Führungsqualitäten sind im Mittelfeld gefragt." Experte Markus Babbel sieht es im ran-Interview ähnlich: "Im Zentrum könnte er mehr Einfluss aufs Spiel nehmen, während er als Rechtsverteidiger aktuell verschenkt ist."

Um diesen Positionswechsel des 31-Jährigen möglich zu machen, empfiehlt Lahm dem Bundestrainer für das K.-o.-Spiel am Montagabend gegen Paraguay (ab 22:30 Uhr im kostenlosen Livestream), den Dortmunder Waldemar Anton als Rechtsverteidiger aufzustellen.

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"Akut ist das nicht geplant": Bundestrainer äußert sich zur Positions-Diskussion

Entscheiden muss es letztlich Nagelsmann - und der zeigt sich dahingehend zurückhaltend. Laut dem Bundestrainer sei es zwar nicht auszuschließen, dass Kimmich auf die Sechs zurückkehre, aber "akut ist das nicht geplant".

Ein Grund für das Nagelsmann-Zögern könnte sein, dass er keinen klassischen Rechtsverteidiger im Kader hat. Der von Lahm empfohlene Anton wäre das nicht wirklich und auch ein auf die andere Seite gezogener Linksverteidiger wie David Raum oder Nathaniel Brown nicht.

Dabei würde die bisherige Performance von Kimmich bei der WM als Rechtsverteidiger durchaus eine offene Diskussion zulassen. Zwar hat er gleich zum Auftakt gegen Curacao von dieser Position aus zwei Treffer vorbereitet (ebenso davor in den WM-Härtetests gegen die USA und Finnland mit je einem Assist), aber andererseits waren vor allem gegen die blitzschnellen ivorischen Flügelstürmer die Geschwindigkeitsnachteile des Routiniers deutlich erkennbar.

Nagelsmann: "Was machen wir mit Pavlovic?"

Gegen ein Kimmich-Comeback auf der Sechs spricht aber die offensichtliche Zufriedenheit Nagelsmanns mit den Leistungen von Pavlovic. "Was machen wir mit Pavlovic?", stellte der Bundestrainer die Frage in den Raum, als Konsequenz für eine Aufstellung von Kimmich im Mittelfeld.

"Ich würde ungern auf 'Pavlo' und Felix (Nmecha; Anm. d. Red.) verzichten, denn sie machen es sehr gut", sagte Nagelsmann und widersprach damit der Einschätzung von Lahm zur bisherigen WM-Leistung des Münchner Sechsers.

Zudem hat Nagelsmann argumentativ auch noch ein Ass im Ärmel. "Mit Ball spielt er im Grunde die gleiche Position, die er bei Bayern spielt", sagte er über Kimmich, der sich auch als Rechtsverteidiger immer wieder nach vorne bzw. ins Zentrum mit einschaltet.

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Kimmich mit starker Passquote - Völler als Diplomat

Die Attribute, die Kimmich auch bei den Bayern als Sechser auszeichnen, kann man durchaus auch bei der WM anhand der Statistiken wiedererkennen. So weist er mit 91 Prozent eine unglaublich gute Passquote auf, auch über 50 Prozent seiner langen Bälle kamen bislang laut dem Portal "Sofascore" an - ein Topwert.

Diese Zahlen, Nagelsmanns durchaus bekannte Sturheit bei heiklen Personalfragen und auch der Fakt, dass es an ernsthaft erprobten Alternativen auf der Rechtsverteidiger-Position im Kader fehlt, deuten daher darauf hin, dass Kimmich auch gegen Paraguay wieder rechts hinten auflaufen wird.

Oder wie es DFB-Sportdirektor Rudi Völler diplomatisch formulierte: Kimmich sei "da, wo er spielt, ganz gut aufgestellt".

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