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WM 2026 - Kommentar zur Roten Karte bei Paraguay - Türkei: Diese Regeländerung macht den Fußball besser!
Aktualisiert:
von Kai Esserran Fußball
WM 2026: "Könnte Probleme verursachen": Fans bei roter Karte zwiegespalten
Videoclip • 01:21 Min
Miguel Almiron sah wegen des Verdeckens seines Mundes, als er konfrontativ mit seinem Gegenspieler Mert Müldür sprach, die Rote Karte. Was erst einmal hart klingt, ist die einzige Lösung, das auf Dauer zu unterbinden. Ein Kommentar.
Von Kai Esser
Es war ein Novum im Weltfußball in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit des WM-Spiels zwischen Paraguay und Türkei.
"Number 10 Paraguay covered his mouth. The decision is: Red Card." Die Stimme von Schiedsrichter Ivan Barton hallt durchs Levi's Stadium, jedes Wort sitzt, keine Spur von Zögern. Erstmals wurde ein Spieler für diesen Regelverstoß vom Platz gestellt.
In diesem Fall Miguel Almiron.
Die neue Regel des IFAB ist klar: Wer in einer Konfrontation mit seinem Gegenspieler mit seiner Hand den Mund bedeckt, riskiert einen Platzverweis. Dass es die Regelhüter ernst meinen, wurde an Tag neun der Weltmeisterschaft klar.
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WM 2026: "Gelb hätte es auch getan"? Mitnichten!
Wer nach dem Platzverweis gegen Almiron in den sozialen Medien unterwegs war, konnte schnell den Eindruck gewinnen, der Schiedsrichter habe maßlos überzogen. Das Gegenteil ist der Fall.
Die Regel selbst ist überfällig. Nach dem Vorfall zwischen Gianluca Prestianni und Vinicius Junior in der Champions League, bei dem sich Prestianni das Trikot vor den Mund zog und später wegen einer rassistischen Äußerung gesperrt wurde, war klar: Der Fußball braucht ein Mittel gegen verdecktes, diskriminierendes Gerede auf dem Platz. Genau dieses Mittel hat die FIFA jetzt geschaffen.
Hat Almiron irgendwas Beleidigendes gesagt? Das wird die Fußball-Welt möglicherweise nie erfahren. Aber warum sollte er sonst seinen Mund bedecken? Sein liebstes Waffel-Rezept hat er Mert Müldür wohl nicht verraten.
Und noch besser: Die Regel wird konsequent angewendet. Genau diese Konsequenz war nötig. Eine Regel, die nur bei eindeutigen Fällen gezogen wird, aber bei jedem Graubereich im Zweifel für den Spieler ausgelegt wird, verpufft.
Barton hat gezeigt, dass die FIFA es ernst meint.
WM 2026: Miguel Almiron als selbstverschuldetes Bauernopfer
Almiron ist dabei zugegebenermaßen auch ein Stück weit Bauernopfer. Pech für ihn, dass ausgerechnet er zum ersten prominenten Beispiel wurde.
Sonderlich schlau war sein Verhalten trotzdem nicht. Die Regel war vor dem Turnier bekannt, jeder Spieler wusste um das Risiko. Wer sich dennoch die Hand vor den Mund hält, geht dieses Risiko bewusst ein.
Genau das ist der Punkt, der zählt: Die Härte der Sanktion ist kein Kollateralschaden, sie ist die Botschaft. Eine Gelbe Karte, wie sie manche in den sozialen Netzwerken für angemessener halten, hätte genau gar nichts verändert.
Mit Gelb wäre eine Geste, die im Zweifel rassistische, beleidigende oder homophobe Beleidigungen verschleiert, mit einer Verwarnung quittiert worden, die in einem Turnier ohnehin meist folgenlos bleibt. Erst die Höchststrafe schafft echte Abschreckung.
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Bundesliga, Champions League und mehr: Die Spieler sind gewarnt
Und genau diese Abschreckung wird wirken. Spätestens wenn die Regel nach dem Turnier ihren Weg in Bundesliga und Champions League findet, werden sich Spieler zweimal überlegen, ob sie in hitzigen Momenten die Hand zum Mund führen.
Die Hemmschwelle vor verbalen Entgleisungen in Konfrontationen dürfte steigen, weil das Risiko schlicht zu hoch geworden ist, um es einzugehen. Das ist im Sinne der Sache.
Almiron wird es ärgern, Paraguay hat den Sieg trotzdem eingefahren, auch wenn sie gegen Australien auf ihren wohl besten Spieler verzichten müssen.
Für den Fußball als Ganzes ist es trotzdem ein richtiger, wichtiger Schritt.
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