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WM 2026: Slavko Vincic ist Schiedsrichter beim WM-Finale - Lerneffekt bei der FIFA nach den Halbfinals?

Aktualisiert:

von Chris Lugert

ran Fußball

WM 2026: Final-Schiri zu Tränen gerührt

Videoclip • 01:10 Min


Die WM 2026 stand im Zeichen so mancher kontroverser Schiedsrichter-Ansetzung der FIFA. Für das Finale galt lange Zeit Alireza Faghani als Favorit, doch es wurde überraschend Slavko Vincic. Was steckt dahinter?

Die großen Bilder transportiert die FIFA gerne. Und so war es für den Weltverband natürlich eine willkommene Reaktion von Schiedsrichter Slavko Vincic, als dieser mit Freudentränen auf die Nachricht reagierte, dass er das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag (21:00 Uhr im kostenlosen Joyn-Livestream) leiten darf.

Was allerdings eine zumindest kleine Kontroverse rund um die Auswahl des Slowenen nicht überlagern kann. Denn eigentlich waren alle Beobachter davon ausgegangen, dass durch den Finaleinzug von Argentinien ein europäischer Schiedsrichter für das Endspiel ausgeschlossen ist. Als Topfavorit galt daher der für Australien pfeifende Iraner Alireza Faghani.

Doch die FIFA entschied anders - und das womöglich aus guten Gründen. Denn wenn der Weltverband am Sonntag etwas ganz sicher nicht gebrauchen kann, dann ist es ein Finale, das von diskutablen Schiedsrichterentscheidungen überschattet wird. Präsident Gianni Infantino hat das Endspiel zu einem Event hochgezüchtet, das Perfektion widerspiegeln soll.

Spektakel auf und neben dem Platz, inklusive der Halbzeitshow, sollen die Schlagzeilen bestimmen. Sportlich will die FIFA ein Endspiel sehen, in dem die Spieler die Geschichten schreiben. Durch herausragende Aktionen, durch emotionale Momente. Der Schiedsrichter soll nur eine Nebenrolle einnehmen. Dafür aber braucht es einen Referee, der große Spiele kennt.

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Slavko Vincic pfeift WM-Finale: Verlässlichkeit statt Experimente

Vincic ist dahingehend eine verlässliche Wahl. Der 46-Jährige ist seit 2010 FIFA-Schiedsrichter und pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2024 zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund. Auch bei der laufenden Weltmeisterschaft kam er bereits dreimal zum Einsatz und zeigte dabei ordentliche Leistungen. Die Gefahr, dass die große Bühne WM-Finale den Slowenen überfordern könnte, ist quasi nicht vorhanden.

Eine Ansetzung etwa von Faghani wäre dahingehend auch ein Experiment gewesen. Zwar ist der 48-Jährige gerade in Asien ein renommierter und hoch angesehener Referee, doch Spiele der Bedeutung eines WM-Finales hat Faghani in seiner Vita nicht zu bieten. Höhepunkte waren das Olympia-Finale 2016, das Spiel um Platz 3 bei der WM 2018 sowie das Finale der Klub-WM im vergangenen Jahr.

Zumal die FIFA im Halbfinale erleben musste, wie sich ein Spiel schnell auf den Schiedsrichter fokussieren kann. Im ersten Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien ließ Ivan Barton aus El Salvador gerade bei der Verteilung der Karten eine klare Linie vermissen. Im zweiten Spiel zwischen Argentinien und England bekam US-Referee Ismail Elfath die vor allem in der ersten Halbzeit hart und teils auch unfair geführte Partie lange gar nicht unter Kontrolle.

Gerade die Argentinier sind bei der laufenden WM für ihre harte Gangart bekannt und scheuen sich auch nicht davor, mit mehreren Spielern auf die Schiedsrichter einzuwirken. Die einst eingeführte Regel, wonach nur der Kapitän mit dem Schiedsrichter reden darf, scheint bei dieser WM ohnehin kaum Anwendung zu finden.

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Kein historisches Novum der FIFA

So erscheint es durchaus plausibel, dass der Finaleinzug der Argentinier erst recht zu einem Umdenken bei der FIFA geführt haben könnte. Eine schwierig zu leitende Mannschaft in Kombination mit der Bühne des größten Fußballspiels der Welt - da darf zumindest der Schiedsrichter keine Fragezeichen mitbringen. Bei Vincic sind diese zumindest deutlich kleiner als bei anderen Referees.

Historisch betrachtet ist es übrigens keine Neuheit, dass ein Europäer das WM-Finale pfeift, obwohl nur ein europäisches Team im Endspiel vertreten ist. Vor vier Jahren in Katar pfiff der Pole Szymon Marciniak das Duell zwischen Frankreich und Argentinien, beim WM-Triumph des deutschen Teams 2014 gegen die Argentinier leitete der Italiener Nicola Rizzoli die Partie.

Und so wird die FIFA hoffen, dass am Ende wieder die schönen Bilder transportiert werden. Von spektakulären Toren und großen Triumphen - und nicht von negativen Szenen, die auch mit dem Schiedsrichter zu tun haben und in der historischen Rückblende das Finale überlagern.

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