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HBL: THW Kiel trennt sich von Filip Jicha - "Brauchen den Neustart"

Aktualisiert:

von SID

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Videoclip • 09:14 Min


Nachdem Kiel in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal in Folge die angestrebte Qualifikation für die Champions League verpasste, muss Cheftrainer Filip Jicha die Koffer packen.

Nach sieben Jahren ist Schluss: Der THW Kiel hat Cheftrainer Filip Jicha mit sofortiger Wirkung freigestellt. Dies teilte der Handball-Rekordmeister bei einem Pressegespräch am Montag mit.

Grund für die Entscheidung ist die sportliche Talfahrt der vergangenen Wochen und Monate. Erst im Oktober 2025 hatte der THW den ursprünglich zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit Jicha vorzeitig bis 2028 verlängert.

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir eine neue Herangehensweise und neue Impulse brauchen. Veränderungen sind notwendig. Wir brauchen jetzt den Neustart. Wir werden uns auf der Trainerposition neu aufstellen", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi.

Und weiter: "Ich hätte mir gewünscht, den Neustart unserer neuformierten Mannschaft wie geplant gemeinsam mit Filip angehen zu können", sagt THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi, "aber der Ballast der sportlichen Entwicklung in den letzten Monaten wiegt dafür zu schwer", so der 47-Jährige.

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Jicha "nicht alleine verantwortlich" für schwierige Situation

Zudem betonte Szilagyi, dass Jicha nicht die alleine Schuld an der schwierigen sportlichen Situation trage: "Es ist angesichts der vielen Herausforderungen und Entwicklungen nicht richtig und soll auch nicht signalisieren, dass Filip für die heutige Gesamtsituation allein verantwortlich ist."

Und weiter: "Aber nach der eingehenden Analyse der vergangenen Spielzeit sind wir als Club zur Überzeugung gekommen, dass die Zeit für eine Veränderung auch auf dieser Position gekommen ist. Der neue Impuls und die damit verbundene veränderte Herangehensweise werden uns helfen, die vor uns liegenden Aufgaben erfolgreich zu bewältigen und dann mit unserer spannenden, neuformierten Mannschaft wieder anzugreifen."

Kiel verpasste in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal in Folge die angestrebte Qualifikation für die Champions League, zudem wird der Klub in der kommenden Serie erstmals seit 33 Jahren nicht am Europapokal teilnehmen.

Nach der titellosen Spielzeit 2025/26 und dem sechsten Platz in der Bundesliga hatten die Verantwortlichen eine Analyse angekündigt, deren Ergebnis am Montag präsentiert wurde.

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Kiel verpasste zum dritten Mal Qualifikation für Champions League

Jicha hatte das Traineramt bei den Zebras 2019 von Alfred Gislason übernommen und sollte den personellen Umbruch gestalten. Unter dem Ex-Profi gewann Kiel die Champions League 2020, die deutschen Meisterschaften 2020, 2021 und 2023 sowie den DHB-Pokal 2022 und 2025.

Den sportlichen Abwärtstrend des früheren Branchenprimus konnte Jicha zuletzt jedoch nicht stoppen. Szilagyi sprach von einem "emotionalen Tag". Jicha sei für den Klub "nicht nur ein Trainer, er hat tagtäglich alles dem Interesse des Vereins unterstellt.

"Für Filip war die tägliche Arbeit viel mehr als 'nur' ein Trainer-Job. Er hatte auch immer die Weiterentwicklung unseres THW Kiel im Blick und war auch bereit, in gewissen Phasen notwendige Abstriche zu akzeptieren", so Szilagyi.

"Obwohl wir uns jetzt beruflich voneinander trennen müssen, wird Filip immer untrennbar mit dem THW Kiel verbunden sein, weil er eine der prägendsten Persönlichkeiten unseres Vereins ist." Deshalb werde der THW Kiel ihm und seiner Familie zu einem späteren Zeitpunkt auch die Möglichkeit geben, sich in der Merkur Ostseehalle offiziell vom Verein und den Fans zu verabschieden.

Deswegen wird er für immer einer der prägendsten Persönlichkeiten bleiben. Er kann erhobenen Hauptes die THW-Bühne verlassen."

Als Top-Kandidaten für die Jicha-Nachfolge nannte die Kieler Nachrichten den früheren THW-Profi Börge Lund. Der 47 Jahre alte Norweger trainiert seit 2020 den norwegischen Spitzenklub Elverum Handball. Zwischen 2007 und 2010 trug Lund als Spieler das Kieler Trikot.

"Wir werden keine Namen kommentieren. Heute geht es darum, das eine Kapitel respektvoll zu schließen", sagte Szilagyi. Man werde "zu gegebener Zeit vermelden, wie wir in die Zukunft gehen".

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