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Formel 1: Red-Bull-Berater Helmut Marko kritisiert Max Verstappen: "Ich weiß nicht, was in ihm vorgegangen ist"
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Videoclip • 01:11 Min
Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko kommentiert die kontroverse Aktion von Max Verstappen gegen George Russell kritisch.
Gut 30 Stunden nach Max Verstappens heiß diskutierter Kollision mit George Russell beim Grand Prix von Spanien hat Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko die kontroverse Aktion seines Schützlings in Kurve 5 als "unnotwendig" bezeichnet und zugegeben, dass danach am Sonntagnachmittag "der Teufel los" war.
Marko saß am späten Montagabend am Salzburger Hangar-7, um in der Sendung "ServusTV Sport und Talk" das aufzuarbeiten, was am Vortag geschehen war. Im Nachhinein räumt der 82-Jährige mit einem breiten Grinsen im Gesicht ein, dass es "nicht leicht" gewesen sei, Verstappen dazu zu bringen, "dass er solche Eingeständnisse macht", zumal sich dieser "mit Russell sowieso im Clinch" befinde.
Verstappen hatte sich am Montagmorgen auf Instagram für die unsportliche Aktion in Runde 64 des Rennens in Barcelona entschuldigt, diese als "nicht in Ordnung" bezeichnet und zugegeben, dass das "so nicht hätte passieren dürfen".
Eine Entschuldigung, die sowohl von vielen Formel-1-Fans als auch vom ehemaligen Mercedes-Sportchef Norbert Haug als unzureichend empfunden wurde, weil laut Haug darin unter anderem die Worte "Sorry, George" fehlten.
Max Verstappen: Was nach dem Rennen Red-Bull-intern passiert ist
Verstappen hatte sich laut Auskunft von Teamchef Christian Horner bereits am Sonntag in Barcelona im Debriefing seines Red-Bull-Teams intern für die Kollision mit Russell entschuldigt.
Bevor er aber so weit war, sich auf Instagram auch öffentlich zu entschuldigen, fand am Montagmorgen noch eine weitere interne Nachbesprechung statt, unter anderem mit Marko in der Leitung.
Am Sonntagabend wurde eine solche Aufarbeitung zunächst noch bewusst vermieden: "Da geht jeder seine Wege. Wenn Max in so einer aufgeheizten Stimmung ist, dann lässt man ihn am besten allein."
Dass dann eine Nacht dazwischen war, mit ein bisschen Zeit, die Gemüter abkühlen zu lassen, "hat geholfen", bestätigt Marko.
Marko: Mit der Leclerc-Berührung fing alles an
Begonnen hatte die Situation während des Rennens in Barcelona schon beim Restart, als Verstappen mit den harten Reifen einen Schlenker in der Zielkurve hatte und es bei Start und Ziel zu einer Berührung mit Leclerc kam. Verstappen habe dabei "eine Richtige abgekriegt", findet Marko - und war danach schon auf 180, als er auf die erste Kurve zufuhr.
Dort kam es dann zur nächsten strittigen Situation, diesmal mit Russell, "und Max kennt das Reglement bis ins Detail", erzählt Marko.
"Russell hat zu spät gebremst und ist ihm reingerutscht. Und Max musste ausweichen. Das ist vom Reglement ganz klar in so einer Situation, dass du den Platz nicht zurückgeben musst."
Auch Verstappen war sich sicher, im Recht zu sein, und explodierte endgültig, als ihm sein Renningenieur Gianpiero Lambiase den Ratschlag gab, Russell überholen zu lassen, um eine potenzielle Strafe zu verhindern. Denn: Nach der Safety-Car-Phase lag das Feld dicht beisammen, und der Red-Bull-Kommandostand war eher bereit, einen Positionsverlust in Kauf zu nehmen als eine Zehnsekundenstrafe.
Doch selbst die Rennleitung sah in diesem Manöver keine strafbare Aktion von Verstappen.
Marko gibt zu: Telemetriedaten sind eindeutig
Bei der Kollision mit Russell in Kurve 5, bestätigt Marko, "sieht man in den Telemetriedaten genau, dass Max vom Gas gegangen ist. Da haben wir alle angenommen, er lässt ihn jetzt vorbei. Und dann plötzlich hat er wieder beschleunigt! Ich weiß nicht, was das für eine Fehleinschätzung war, oder was immer da in ihm vorgegangen ist. Und dann war natürlich der Teufel los, wie man so schön sagt."
Marko gibt im Nachhinein zu, dass ihn Verstappens Aktion "irritiert" habe, "weil er ist ja zuerst vom Gas gegangen". Das Verhalten des Red-Bull-Superstars sei "unnotwendig" gewesen, er habe "viele Punkte verloren. Aber aufgrund der vielen Vorfälle und Fehlentscheidungen, die da leider passiert sind, ist die Emotion durchgegangen."
Im Nachhinein wurde Verstappen mit einer Zehnsekundenstrafe und drei Strafpunkten belegt. Auf die Frage, ob das eine angemessene Entscheidung der Rennkommissare gewesen sei, antwortet Marko: "Ja." Auch wenn Verstappen jetzt bei elf Strafpunkten steht - was bedeutet, dass er knapp vor einer Rennsperre steht, sollte er sich in Kanada oder Österreich den zwölften Punkt einhandeln.
Wenn sich Verstappen in "Kanada schlecht aufführt", grätscht Marko in eine Überleitung des Moderators hinein und vervollständigt dessen Satz, "kann er in Österreich nicht starten". Aber: "Das wird nicht passieren", ist der Österreicher zuversichtlich. "Max ist im Zweikampf ein harter Racer, das wissen wir. Aber er kennt auch seine Grenzen."
Auch interessant: Max Verstappen sollte für ein Rennen gesperrt werden - ein Kommentar
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