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Alexander Zverev trifft mit der Kritik ins Schwarze: Ein Problem bleibt trotzdem - ein Kommentar

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von Andreas Reiners

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Tennis: Kuschel-Alarm! Alexander Zverev und Sophia Thomalla im Liebes-Urlaub

Videoclip • 01:28 Min


Alexander Zverev erwies sich in Montreal mal wieder als Mann der klaren Worte. Mit seiner Kritik am Masters-Format liegt er richtig. Trotzdem droht der Effekt zu verpuffen. Ein Kommentar.

Von Andreas Reiners

Alexander Zverev weiß, welche Rolle er einnehmen kann. Vielmehr sogar einnehmen muss.

Ihm ist absolut klar, welches Gewicht seine Worte haben, welche Wirkung. Und was er damit erreichen kann.

Als Grand-Slam-Sieger gilt das wahrscheinlich sogar noch ein bisschen mehr.

Der Deutsche mag hin und wieder danebenliegen, wenn er auf Pressekonferenzen schon mal über den Wind, die Bälle oder andere widrige Umstände schwadroniert, die sein Spiel negativ beeinflusst haben sollen. Stichwort Ausreden.

Oder wenn er in Interviews auf dem Court schnippisch reagiert. Stichwort schlechter Verlierer.

Alexander Zverev: Reflektierter Blick auf die Dinge

Doch was dabei manchmal etwas unter den Tisch fällt, ist die Tatsache, dass Zverev auch reflektiert kann. Wie jetzt beim Streitthema Masters-Format. Das nahm er mit klaren Aussagen und fundierten Argumenten nach allen Regeln der Kunst auseinander.

Wenn man es mit ein wenig Gewalt herunterbricht, könnte man den Zoff auch mit dem Fußball vergleichen, wo eine WM auf 48 Mannschafften aufgebläht wurde, um noch mehr Geld aus dem Sport zu pressen. Wie immer auf Kosten der Spieler.

Mit dem Unterschied, dass die Tennis-Protagonisten wie Zverev sich nicht den Mund verbieten lassen. Und dadurch mehr Macht entwickeln als die kickenden Kollegen. In der Theorie zumindest.

Ja, der Vergleich hinkt an einigen Ecken und Enden, weil wir nicht nur von anderen Sportarten, sondern bei Zverevs Kritik zum Beispiel von sieben der neun Masters-Turniere sprechen, die jetzt knapp zwei Wochen anstatt eine Woche dauern.

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Masters-Turniere: ATP-Plan ist nicht aufgegangen

Das wirkt auf den ersten Blick wenig, doch der gesamte Plan der ATP, die Turniere aufzuwerten, ist bislang schon ganz grundsätzlich nicht aufgegangen. Und dass immer mehr nicht immer gut bedeutet, hat nicht nur die Fußball-WM gezeigt.

Die Krux: Das Rad wird in der Regel immer nur weiter- und zu selten einfach mal zurückgedreht. Dabei ist weniger umso öfter mehr – was diejenigen, die an den Fleischtöpfen sitzen, selbstverständlich ganz anders sehen.

Dabei ist der Kalender längst zu voll, das größte Problem der Spieler ist die Belastung, wie die Montreal-Absagen von Jannik Sinner, Carlos Alcaraz und Novak Djokovic zeigen. Sie sind gewissermaßen auch ein Statement. Immerhin darf man sich nur eine Absage ohne triftigen Grund erlauben, sonst wird sanktioniert.

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Alexander Zverev: Die Kritik muss nachhaltig sein

Deshalb ist es richtig und wichtig, dass Stars wie Zverev für die Interessen der Spieler einstehen, wie das zuletzt schon bei der finanziellen Partizipation bei Grand-Slam-Turnieren der Fall war.

Ein Problem bleibt aber. Nachhaltig ist diese Kritik nur dann, wenn sie nicht verhallt, wenn die Verantwortlichen sie nicht einfach aussitzen können.

Dafür muss sie auf breiter Basis kommuniziert werden. Verbal müssen regelmäßig Nadelstiche gesetzt, der Finger in die Wunde gelegt werden. Und in letzter Konsequenz müssten diese Worte dann auch mit Aktionen unterfüttert werden.

Zverev weiß, welche Rolle er dabei einnehmen kann. Das muss für alle Topstars gelten. Sonst waren seine Worte zwar richtig und wichtig, aber unter dem Strich wertlos.

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