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NFL: Deshaun Watson wieder Starter? Die Cleveland Browns können nur verlieren - eine kommentierende Analyse
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von Chris LugertNFL
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Shedeur Sanders? Dillon Gabriel? Nein, plötzlich taucht bei den Cleveland Browns der Name Deshaun Watson wieder als potenzieller Starter auf. Ein Sinnbild für die Quarterback-Sackgasse, in der sich die Franchise derzeit befindet. Eine kommentierende Analyse.
Jimmy Haslam ist keine unumstrittene Person, um es vorsichtig zu sagen. Redet man über den Einfluss der Owner auf den Misserfolg eines NFL-Teams, dienen Haslam und die Cleveland Browns gerne mal als negatives Paradebeispiel.
Nicht zuletzt seit dem berüchtigten Trade für Deshaun Watson vor etwas mehr als vier Jahren, der die Browns viele Picks und noch mehr Geld gekostet, ihnen aber gar keinen Erfolg eingebracht hat, gilt die Franchise als eine der am schlechtesten geführten der gesamten Liga.
Noch im vergangenen Sommer gab Haslam zu, dass der Trade ein Reinfall war. Umso überraschender sind seine Aussagen, die er jetzt am Rande des Jahresmeetings der NFL in Phoenix getroffen hat. Dort stellte er Watson plötzlich wieder ins Schaufenster und bot ihn an wie Sauerbier.
Watson habe demnach eine "großartige Chance", kommende Saison Starter bei den Browns zu sein. Er sei körperlich in herausragender Verfassung und könne mit dem neuen Head Coach Todd Monken erfolgreich sein. "Lasst uns sehen, was Deshaun machen kann", fügte er an.
Browns sind an Watson gebunden
Als Teil der Browns war es bislang nicht sonderlich viel, was Watson tun konnte. Genauer gesagt kommt er auf lediglich 19 Spiele als Starter in vier Jahren, die Saison 2025 verpasste er aufgrund eines Achillessehnenrisses komplett. Wenn er zuvor mal spielte, war er oft nicht einmal durchschnittlich.
Das Problem: Die Browns haben sich Watson vertraglich nicht nur ans Bein gebunden, sondern regelrecht gekettet, den Schlüssel weggeworfen und auch noch ein kompliziertes Zahlenschloss zusätzlich angefügt. Jede Form der Entlassung wäre aus Dead-Cap-Sicht Selbstmord.
So geht der inzwischen 30-Jährige 2026 zwar in sein formell letztes Vertragsjahr, allerdings stehen danach noch zwei schmerzhafte Void Years in den Büchern. Selbst nach seinem mehr als wahrscheinlichen Abgang im kommenden Jahr belastet er die Franchise weiterhin.
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Wie reagiert die Familie Sanders?
Für 2026 wiederum wird Watson definitiv zum Kader gehören, insofern ergibt es durchaus Sinn, ihn als legitime Option für die Mannschaft zu betrachten. Doch damit dürfte sich Haslam vermutlich hinter den Kulissen einige unschöne Worte von Deion Sanders eingefangen haben.
Denn der wird es natürlich nicht gerne hören, dass sein Sohn Shedeur Sanders plötzlich von höchster Stelle aus zur Debatte steht. Die Personalie Sanders allein hätte genug Sprengstoff, um eine Franchise implodieren zu lassen. Mit der Causa Watson zusammen ist es eine toxische Mischung.
Sanders zeigte in seinen wenigen Starts als Browns-Spieler in der vergangenen Saison einzelne Ansätze. Dass er aber tatsächlich das Zeug dazu hat, ein solider NFL-Quarterback zu sein, konnte er bislang nicht nachweisen. So schlecht die Umstände auch gewesen sein mögen.
Was an sich kein Problem wäre, denn auch Dillon Gabriel hinterließ bislang nicht den Eindruck, die Rettung dieser chronisch erfolglosen Franchise sein zu können. Aber Sanders und vor allem sein Umfeld können zu einer Belastung für jedes Mannschaftsklima werden.
Noch ein Quarterback für die Browns?
Mit dieser irrwitzigen Konstellation haben sich die Browns in eine Sackgasse manövriert, aus der es zumindest 2026 keinen Ausweg gibt. Eigentlich müsste Sanders der Starter sein, um zu sehen, wie groß sein Potenzial wirklich ist und ob man mit ihm in Zukunft irgendetwas reißen kann.
Und vor allem, um Ruhe zu haben. Ruhe vor jenen Journalisten, die ihre Zeit damit verbringen, Sanders bereits zum neuen Superstar zu verklären. Ruhe auch vor Vater Deion, der selbst während seiner Abwesenheit wie ein Geist durch die Räumlichkeiten der Browns schwebt.
Und doch scheint selbst der Owner nicht von Sanders überzeugt zu sein und bringt aus dem Nichts wieder den eigentlich nur noch auf dem Konto existierenden Watson ins Spiel. Es verwundert nicht, dass es Gerüchte gibt, wonach die Browns im kommenden Draft noch einen Quarterback holen könnten.
Wo sich dieser Rookie dann in dem Wirrwarr einreihen soll, wissen die Beteiligten wohl selbst nicht. Klar scheint nur: Egal, wer am Ende spielt - eigentlich können die Browns nur verlieren.
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