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NFL - Russell Wilson als Back Up zu den New York Jets? Der Rücktritt ist überfällig - Kommentar
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von Andreas ReinersNFL
NFL Draft: Zu viel Stripclub? College-Superstar geht leer aus
Videoclip • 01:08 Min
Russell Wilson kann sich offenbar mit einer Backup-Rolle bei den New York Jets anfreunden. Er sollte lieber zurücktreten, um sein Denkmal nicht weiter zu demolieren. Ein Kommentar.
Von Andreas Reiners
Es gibt eine Kunst, die viele Superstars nicht beherrschen. Sie scheitern immer wieder daran.
Timing.
Denn es ist ein schmaler Grat, den richtigen Zeitpunkt für das Ende der eigenen Karriere zu finden. Den Absprung zu schaffen. Im Idealfall passiert das auf dem Höhepunkt, ehe es abwärts geht. Für den richtigen Move zur passenden Zeit braucht es Fingerspitzengefühl - und ganz viel Selbstreflexion.
Doch nicht wenige können schlicht nicht loslassen.
Russell Wilson hat es auch verpasst, sich rechtzeitig zu verabschieden. Klar: Auch alternde Ex-Superstars bekommen immer noch ordentliche Millionen-Verträge.
Russell Wilson: Den Zenit überschritten
Bei den New York Giants waren es 2025 immerhin noch 10,5 Millionen Dollar. Viel Geld für einen 37-Jährigen, der den Zenit seiner Karriere schon vor ein paar Jahren überschritten hat.
Es ist wenig ruhmreich, sich zu verabschieden, wenn man in der vergangenen Saison als Starter nach drei Spielen auf die Bank musste, um für Rookie Jaxson Dart Platz zu machen.
Und es ist nachvollziehbar, wenn das Geld weiterhin einen großen Antriebsfaktor darstellt, auch wenn Wilson laut Spotrac über 300 Millionen Dollar in seiner Karriere verdient hat. Weniger logisch erscheint es aber, einen Platz als Backup von Geno Smith bei den New York Jets ernsthaft in Erwägung zu ziehen.
Ja, bei den Jets. Als Ersatz. Für einen 35-Jährigen.
Das dürfte einer der effektivsten Wege sein, seinen Ruf, sein Standing zu diskreditieren. Sein Denkmal anzupinkeln. Weiter zu demolieren.
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Russell Wilson: Was kann er bei den News York Jets gewinnen?
Natürlich dürfte Wilson das Selbstverständnis besitzen, besser als Smith zu sein und ihn über kurz oder lang als Starter abzulösen.
Doch selbst wenn - was dann?
Was kann er bei einem chronisch erfolglosen Team, das den x-ten Umbruch angeht, weil alle Versuche zuvor grandios gescheitert sind, gewinnen?
Das Risiko, sich zu blamieren, ist um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit, durchzustarten, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen und die Jets zur ersten Playoff-Teilnahme seit 2010 zu führen. Dass er in der Versenkung verschwindet, ist eine nicht von der Hand zu weisende Möglichkeit.
Denn es kommt ja nicht von ungefähr, dass QB2 bei den Jets Wilsons sportliche Realität 2026 ist. Die verbliebene Job-Auswahl ist kein kleines Indiz mehr, sondern ein Wink mit mehreren Zäunen, dass die Zeit reif ist für einen Rücktritt. Dass er schlicht nicht mehr gefragt ist.
Russell Wilson: Lieber tingeln als abtreten?
Ob eine Tingelei in den Niederungen der Liga und ein Absturz in die Bedeutungslosigkeit so viel besser ist als ein halbwegs stilvoller Abgang mit Würde, muss Wilson für sich entscheiden. Der Zeitpunkt ist längst nicht mehr ideal, würde aber immer noch eine gewisse Größe beweisen.
Doch das ist nun mal eine Kunst, die viele Superstars nicht beherrschen. Wilson offenbar auch nicht.
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