DreiViertel-Mehrheit unwahrscheinlich
NFL verschiebt Entscheidung über Regeländerung: Wird der Tush Push verboten?
Aktualisiert:
von Kai Esser, Andreas ReinersBild: 2024 Getty Images
Der Tush Push spaltet die Gemüter in der NFL. Soll er abgeschafft werden oder nicht? Die Teams sind sich beim besten Willen nicht einig.
Von Kai Esser
Tush Push. Brotherly Shove. Oder einfach: Quarterback Sneak Philadelphia-Edition.
Es ist beinahe schon zu einem Politikum geworden. Die Philadelphia Eagles sorgen mit ihrem Markenzeichen-Spielzug für Ärger bei den einen und für Unverständnis bei den anderen.
Beim jährlichen Meeting der Besitzer der Teams ging es jetzt um einen Vorschlag der Green Bay Packers, den Spielzug zu verbieten. 24 der 32 Teams hätten dafür stimmen müssen, den Spielzug für illegal zu erklären. Diese Mehrheit ist laut NFL-Insider Ari Meirov nicht erreicht worden - womit der Tush Push weiter Teil des Spiels bleibt. 16 Teambesitzer waren demnach für ein Verbot des Plays - damit fehlen acht weitere Stimmen zur Durchsetzung. Eine Abstimmung ist aber nicht vorgenommen worden.
Die Entscheidung wurde stattdessen vertagt.
Denn erledigt ist das Thema nicht. Wie Meirov und auch Ian Rapoport übereinstimmend berichten, haben sich die Teams darauf geeinigt, die Diskussionen auf das nächste Meeting im Mai zu verlegen. Und dann dürfte auch die Abstimmung über die Bühne gehen, wie "NBC Sports" berichtet.
Doch wie ist die Stimmung unter den Teams bei dem Thema? ran hat die Ansichten der einzelnen Teams in der Übersicht.
Hinweis: In diesem Artikel wird nicht das designierte Abstimmungsverhalten genannt. Er bildet lediglich ein Stimmungsbild von Team-Offiziellen ab, die sich öffentlich geäußert haben.
Dafür: Green Bay Packers
Wenig überraschend sind die Antragsteller für eine Abschaffung des Tush Pushs gegen das Play.
Laut General Manager Brian Gutekunst sollen Ärzte sehr besorgt sein. Beinahe alle 22 Spieler befinden sich auf engstem Raum und fallen aufeinander. Die Verletzungsgefahr sei "viel zu hoch".
Das Wichtigste in Kürze
"Das könnte zu katastrophalen Verletzungen führen", so Gutekunst weiter. In der offiziellen Mitteilung wurde zudem moniert, dass es "den Spielfluss" stören würde. Die Packers versuchten in der Vergangenheit das Play mehrfach zu kopieren, scheiterten aber teilweise kläglich.
Dafür: Buffalo Bills
Auch die Buffalo Bills haben sich in Form von Head Coach Sean McDermott öffentlich für ein Verbot des Spielzugs stark gemacht. "Ich denke, dass die Verletzungsgefahr einfach zu groß ist", wird er zitiert.
"Allerdings", schränkte McDermott sich selbst ein, "gibt es bisher kaum medizinische Daten dazu." Die Bills benutzen mit Quarterback Josh Allen ligaweit mit am häufigsten den klassischen Quarterback Sneak.
Dafür: Dallas Cowboys
Manch einer könnte vermuten, dass die Dallas Cowboys aufgrund der Divisionsrivalität alleine schon gegen einen Spielzug sein müssten, den die Eagles geprägt haben.
Laut Co-Besitzer Stephen Jones wünschen sich die Cowboys vor allem "Konsequenz bei der Regelauslegung." Schubsen "sei schließlich auch verboten. Ein Linebacker darf einen Offensive Lineman nicht schieben. Wieso sollte man einen Quarterback schieben dürfen?"
Dafür: Los Angeles Rams
In einem Interview bekräftige der Head Coach der Los Angeles Rams, Sean McVay, dass er keinen Spielzug "verbieten wolle, weil es jemand anderes besser als wir machen."
"Was mich daran stört, ist die Formation. Es sieht aus wie ein Rugby-Spielzug." McVay plädierte dafür, die Formation zu verbieten, nicht den Spielzug. Allerdings würde damit auch eine Victory Formation illegal werden.
Dagegen: Philadelphia Eagles
Es bedarf keiner großen Erklärung, warum die Philadelphia Eagles dagegen sind, das Play zu verbieten. Schließlich nutzt es niemand anderes so oft und so gut wie die Eagles.
"Wir haben hart daran gearbeitet, den Spielzug zu perfektionieren", erklärte Head Coach Nick Sirianni. "Es wäre unfair, ihn einfach so zu verbieten."
Dagegen: New England Patriots
Head Coach Mike Vrabel zeigte sich als großer Fan des Spielzugs. "Es gibt nun mal einige Plays, die schwer zu stoppen sind, deshalb sollten wir sie nicht loswerden wollen", so der Neu-Trainer des sechsfachen Champions.
"Sollen wir jetzt Lamar Jackson verbieten, loszulaufen, weil es schwer zu verteidigen ist?" Ob er das Play mit den Patriots einstudieren will, verriet er nicht.
Dagegen: Baltimore Ravens
Aktuell ist Head Coach John Harbaugh gegen ein Verbot des Spielzugs. "Das ist ein normales Football Play", sagte er.
Allerdings ließ er sich eine Hintertür offen: Sollten Ärzte für eine Abschaffung sein, würde er seine Meinung ändern.
Dagegen: Cleveland Browns
"Ich bin nicht dafür, den Spielzug einfach zu verbannen", sagte Head Coach Kevin Stefanski von den Cleveland Browns.
Stattdessen wollen die Browns das Play in der Offseason selber perfektionieren. "Wir werden daran arbeiten."
Dagegen: Houston Texans
Anstatt den Tush Push zu verbieten, will Head Coach DeMeco Ryans Wege finden, ihn aufzuhalten.
"Es wäre hart, ein Team dafür zu bestrafen, weil sie etwas sehr gut machen", sagt er.
Dagegen: New York Jets
"Es ist ein gutes Play, das sehr schwer zu stoppen ist", lobte Aaron Glenn von den New York Jets die Eagles für ihr Design.
"Es ist nicht meine Aufgabe, den Spielzug zu verbieten. Meine Aufgabe ist, ein Mittel dagegen zu finden", fährt der Head Coach fort.
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