Darts
Luke Littler wird zum Buhmann: Darts-Superstar befindet sich am Scheideweg seiner Karriere - Kommentar
Aktualisiert:
von Chris Lugertran Mehr Sport
Darts: Luke Littler erlebt Horror-Abend mit Buhrufen - Fans in Sorge
Videoclip • 01:38 Min
Luke Littler entwickelt sich immer mehr zum Buhmann im Darts. Oberflächlich mag ihn das kaltlassen, doch sein jüngster Auftritt am Oche sprach Bände. Wenn er nicht schnell die Kurve kriegt, könnte der sportliche Absturz folgen. Ein Kommentar.
"Ich kann euch nicht hören. Mir doch egal, was ihr da macht. Was wollt ihr eigentlich von mir?"
So lassen sich die Gesten von Luke Littler am ehesten interpretieren, als er am Donnerstag in Brighton im Rahmen der Premier League Darts von den Fans mit einer massiven Ablehnung begrüßt wurde.
Das Bild vom gefeierten Youngster, vom Shootingstar des Darts, hat sich gewandelt. Und das selbst in England, wo er eigentlich auf dem besten Weg war, der Liebling der Massen zu werden. Doch dieses Ansehen hat er sich inzwischen selbst ruiniert.
Seine Aktion gegen Gian van Veen eine Woche zuvor in Manchester kam überhaupt nicht gut an. Als Littler offenkundig einen Fehlwurf des Vizeweltmeisters bejubelte und ihn dann auch noch verhöhnte. Dieses Verhalten war nicht mehr cool, sondern schlicht respektlos.
Konnten seine Ausfälle zuvor immer noch mit seiner selbstbewussten Art oder mit seiner Jugendlichkeit erklärt werden, verfiel er gegen van Veen in pure Arroganz. Die er dann nach dem Walk-on in Brighton gegenüber den Fans noch einmal unterstrich.
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Luke Littler: Debakel nach Ablehnung durch Fans
Doch so sehr er nach außen hin Coolness ausdrücken wollte - im Sport sprechen die Leistungen immer die Wahrheit aus. Gegen Stephen Bunting zeigte er mit 83,94 Punkten im Schnitt sowie keiner einzigen (!) 180 die schlechteste Leistung seiner Karriere bei einem TV-Event und verlor.
Die Ablehnung, die ihm zuvor entgegenschlug, ließ ihn dann doch nicht kalt. Er zeigte eine Reaktion - die deutlichste und zugleich denkbar schlechteste, die einem Dartsprofi passieren kann.
Außerhalb Englands wird Littler schon seit längerer Zeit kritisch gesehen. In Deutschland etwa wurde er immer wieder ausgebuht, weshalb er inzwischen sogar die meisten Turniere hierzulande boykottiert. Seit Donnerstag aber ist Littler auch in seiner Heimat vor allem der "Bad Boy".
Für den 19-Jährigen ist es ein Wendepunkt. Plötzlich sind es nicht mehr nur einzelne Hater, die ihm gegenüber Ablehnung äußern. Es ist die breite Masse. Damit muss er erst einmal zurechtkommen, wie seine Leistung gegen Bunting deutlich zeigte.
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Luke Littler muss erkennen, dass auch für ihn Grenzen gelten
Und es ist ein Moment, an dem seine Karriere an einem Scheideweg steht. Littler hat nun die Wahl, ob er sein Verhalten anpasst und endlich erwachsen wird. Oder ob er seine scheinbare Aura der Unantastbarkeit gegen alle Widerstände aufrechterhalten will.
Sportlich war der zweimalige Weltmeister über die vergangenen Jahre quasi unantastbar. Er schwamm auf einer Welle des Erfolgs, getragen aber auch von den Fans, die ihm längst ein eigenes "Wonderland" schenkten, wie einst auch dem legendären Phil Taylor.
Daraus entwickelte er ein Selbstverständnis und ein immer etwas fragwürdiges Verhalten, das allerdings unter dem Slogan "Wir wollen Typen" einsortiert wurde. Littler wurde immer weiter gefeiert, was ihm das Gefühl gab, an keinerlei Grenzen gebunden zu sein. Er konnte quasi machen, was er wollte.
Diese Zeiten sind vorbei. Seine Jugendlichkeit ist keine Ausrede mehr. Als bester Dartsspieler der Welt repräsentiert er eine ganze Sportart und muss sich entsprechend auch den Konkurrenten gegenüber verhalten. Sein Handeln wird ab sofort mit anderen Maßstäben gemessen. Jetzt gibt es auch für ihn Grenzen.
Diese Botschaft machten ihm die Fans in Brighton klar. Es liegt an Littler, ob er die richtigen Schlüsse daraus zieht. Falls nicht, könnten Leistungen wie gegen Bunting noch deutlich häufiger passieren - und seine Karriere sportlich in eine ganz falsche Richtung lenken.
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