Eishockey
IIHF-Präsident Franz Reindl im ran-Interview: "CAS-Urteil war in der Deutlichkeit überraschend"
Veröffentlicht:
von Rainer Nachtweyran Eishockey WM live
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Videoclip • 01:19 Min
Nach dem CAS-Urteil, Russland wieder zu Eishockey-Turnieren zuzulassen, herrscht große Ungewissheit im Welteishockey. Im ran-Interview spricht IIHF-Präsident Franz Reindl über das weitere Vorgehen.
Für einige kam es nicht unerwartet, für andere war es ein Paukenschlag. Das Urteil des CAS, Russland und Weißrussland wieder zu Eishockey-Turnieren zuzulassen, sorgt für Verwunderung und Fragezeichen bei Verantwortlichen im Welteishockey.
Der Deutsche Eishockey-Bund ist als Ausrichter der WM 2027 in Düsseldorf, Mannheim und mit dem Auftaktspiel in der Arena auf Schalke besonders betroffen.
"Das ist eine doppelte Katastrophe", sagt ran-Eishockey-Experte Stefan Ustorf.
Aber wie geht es jetzt weiter? Insbesondere der Weltverband IIHF, an dessen Spitze der ehemalige deutsche Nationalspieler und DEB-Präsident Franz Reindl steht, ist gefordert.
Im Interview mit ran spricht Reindl über Reaktionen aus Kanada und das weitere Vorgehen.
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Überraschendes Urteil auch für IIHF
ran: Herr Reindl, was war denn Ihre erste Reaktion auf das CAS-Urteil?
Franz Reindl: Das Urteil war so in der Deutlichkeit schon überraschend, muss ich ehrlich sagen. Und dass es so umfangreich, so schnell umgesetzt werden muss, das war schon überraschend.
ran: Der CAS hat ja begründet, dass Sicherheit und Integrität des Sports für den Ausschluss Russlands nicht ausreichen. Was hat denn die IIHF jetzt noch für Möglichkeiten? Können Sie andere Gründe anführen, um Russland zu suspendieren?
Reindl: Ja, das muss man jetzt anschauen. Wir haben die Begründung erst erhalten und unser Office und die Rechtsabteilung werden das bewerten. Wir haben dazu am Montag und Dienstag eine Council-Sitzung berufen. Das werden wir dann in Ruhe beleuchten können, wenn wir die Auswertung, die Analyse des Urteils haben.
Bild: ActionPictures
Russen mit Visa-Problemen in Kanada?
ran: Der kanadische Eishockeyverband hat sich zu Wort gemeldet und dabei angeführt, dass die kanadische Regierung im Lauf des Jahres schon gesagt hatte, dass sie russische Mannschaften gar nicht ins Land lässt. Einzelne russische Sportler ja, aber keine Mannschaften. Das erste Turnier mit russischer Beteiligung wäre in Kanada ...
Reindl: Das sind die unterschiedlichsten Reaktionen auf dem Weltmarkt. Das muss man sondieren. Das naheliegendste Turnier ist jetzt die U20-WM und was die kanadische Regierung gesagt hat ... das ist ja noch kein offizielles Statement, das uns oder den Ausrichter erreicht hat. Von der Deutlichkeit, wie Sie es jetzt sagen, weiß ich nichts. Da warten wir erst mal ab, wie es ausschaut. Diese Dinge zu analysieren, ist jetzt unsere Aufgabe, aber das kann man so schnell nicht beantworten.
Wie reagiert Deutschland im Hinblick auf die Heim-WM 2027?
ran: Das heißt auch, wie die WM in Deutschland aussehen soll, wie man darauf reagiert, Russland zu integrieren, gibt es noch keine Überlegungen, keine Ideen?
Reindl: Unsere Aufgabe ist es jetzt, das Urteil zu analysieren und verantwortungsvoll umzusetzen. Wir haben ja mehrere Meisterschaften, die in wenigen Wochen und Monate stattfinden. Und das betrifft ja viele Dinge, wie zum Beispiel Spiele, die Anzahl der Teams, die Organisationskomitees und die Austragungsstätten. Und deswegen müssen wir uns eng mit allen erstmal abstimmen, mit jedem Veranstalter.
Bei jedem ist diese Lage unterschiedlich. Und deswegen werden wir mit allen ganz eng zusammenarbeiten, um die absolut praktischsten Lösungen zu finden. Wobei nach wie vor die Sicherheit aller Beteiligten und die Integrität unserer Meisterschaften jeden Schritt natürlich lenken. Das ist oberste Voraussetzung. Und wir werden offen und so schnell wie möglich kommunizieren, sobald die nächsten Schritte klar sind.
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