3. Liga
1860 München: DFB bestätigt - TSV geht juristisch gegen Zwangsabstieg vor - Ticker zum Löwen-Drama
Aktualisiert:
von ran.de17:30 SAT.1 Bayern
Streit bei 1860 München: Investor Ismaik erhebt schwere Vorwürfe
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1860 München hat keine Lizenz für die 3. Liga bekommen und muss in die Regionalliga zwangsabsteigen. ran zeigt alle neuen Entwicklungen im Ticker.
Der Zwangsabstieg des TSV 1860 München ist besiegelt. Das Gründungsmitglied der Bundesliga kann nach einem Streit mit Investor Hasan Ismaik die vom DFB geforderten 2,7 Millionen Euro nicht nachweisen.
ran zeigt die neuesten Updates zum Lizenz-Drama bei den "Löwen" im Ticker.
Auch interessant: 1860 München: So ist der Verein nur die größte Lachnummer im deutschen Profifußball - Kommentar
Und: 1860 München muss zwangsabsteigen: Nachrücker für 3. Liga steht fest
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+++ 19. Juni, 12:40 Uhr: DFB bestätigt - 1860 legt Beschwerde gegen Zwangsabstieg ein +++
Bleibt der TSV 1860 München doch in der 3. Liga? Die "Löwen" haben nun beim DFB Beschwerde gegen den Zwangsabstieg eingelegt. Der Verband bestätigte entsprechende Berichte von "Bild" und "Süddeutsche Zeitung".
Als Folge daraus werde der Verband demnach zeitnah vor dem DFB-Bundesgericht eine mündliche Verhandlung ansetzen. Dabei soll darüber entschieden werden, ob der Nachweis der für die Lizenzerteilung notwendigen Summe von 2,3 Millionen Euro, die Investor Hasan Ismaik mittlerweile bereitgestellt haben soll, doch rechtens ist. Die ursprüngliche Lizenzfrist war am 4. Juni um 17 Uhr verstrichen.
Dieser Schritt ist wohl auch im Falle einer möglichen Insolvenz für die KGaA wichtig, um belegen zu können, dass man alles versucht hätte. Die Aussichten auf Erfolg der Beschwerde wurden im Vorfeld jedoch bereits als sehr gering eingeschätzt.
Sollte der DFB nun doch im Sinne der "Sechziger" entscheiden, droht das absolute Chaos, heißt es in dem Bericht weiter. So müsste etwa der ablösefreie Transfer von Sean Dulic zur TSG Hoffenheim offenbar entweder rückabgewickelt oder eine Ablöse nachverhandelt werden. Zudem würde die Kündigung von Hauptsponsor "Die Bayerische" ihre Gültigkeit verlieren, da deren Sonderkündigungsrecht nur im Falle des Abstiegs in die Regionalliga gilt. Außerdem würden die bereits verkauften Dauerkarten von rund 8000 Stück für die 3. Liga ihre Gültigkeit behalten.
Daneben steht weiterhin die Kündigung des Kooperationsvertrags vom 4. Juni im Raum. Dieser regelt, dass das Spielrecht, das beim Verein liegt, an die KGaA übertragen wird. An dieser hält Ismaik weiterhin 60 Prozent der Anteile. Wie es in der Meldung weiter heißt, könnten Ismaik und sein Anwalt Dr. Peter Gauweiler Rechtsmittel einlegen und auf Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft klagen.
Auf der Mitgliederversammlung der "Löwen" am Sonntag soll darüber abgestimmt werden, ob ohne die KGaA und stattdessen mit einer vom Verein gegründeten Gesellschaft in der Regionalliga angetreten wird. Für diesen Plan bräuchten die Klubführung um Präsident Gernot Mann eine Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder.
+++ 11. Juni, 08:15 Uhr: Ismaik-Anwalt unterstellt "Masterplan" hinter Regionalliga-Abstieg +++
Der ehemalige CDU-Politiker Peter Gauweiler wird "Löwen"-Investor Hasan Ismaik als Rechtsanwalt im Kampf gegen die Kündigung des Kooperationsvertrages durch den e.V. vertreten.
"Ich glaube, dass das Scheitern der Verhandlungen letzte Woche vorsätzlich war. Ich glaube, da ist ein Masterplan dahinter. Die Insolvenz in Kauf zu nehmen, in die Regionalliga abzusteigen, mit dem Gedanken: 'Damit schaffen wir es, dass wir die KGaA auflösen und Ismaik sind wir los'", bezog der 76-Jährige gegenüber der "Bild "Stellung zum Abstieg des TSV 1860 München aus der dritten Liga.
Demnach sehe der Plan der "Sechziger" vor, mit einer vom Verein ausgegliederten neuen Gesellschaft zur neuen Saison in der Regionalliga zu spielen. Die KGaA, an der Ismaik auch nach der Kündigung des Kooperationsvertrages weiterhin 60 Prozent der Anteile hält, solle im Insolvenzfall abgewickelt werden.
Laut "Bild" müssten rund acht Millionen Euro aufgebracht werden, um eine Insolvenz zu verhindern. Diese Summe würde sich u.a. aus den zu erstattenden rund vier Millionen Euro für die bereits 8.000 verkauften Dauerkarten für die 3. Liga und dem Wegfall der Sponsoreneinnahmen durch die Kündigung von Hauptsponsor "Die Bayerische" ergeben.
Ismaik hatte zuvor ein Darlehen über rund 3,5 Millionen Euro gekündigt, wodurch die für die Drittliga-Lizenz benötigten 2,7 Millionen Euro nicht erbracht werden konnten. "Das Geld hätte von Herrn Ismaik vorige Woche auf Knopfdruck gezahlt werden können. Wir hegen auch die Hoffnung, dass das noch passiert", führte Gauweiler weiter aus.
Und weiter: "Es gibt schon noch Möglichkeiten, den Profifußball für 1860 zu erhalten. Die DFB-Statuten lassen eine Beschwerde gegen den Abstieg zu. Diesen Versuch würden wir gerne gemeinsam machen, um den Profifußball zu erhalten für 1860. Das ist der Versuch von Herrn Ismaik, das zu erreichen." Die Erfolgsaussichten einer Beschwerde nach Ablauf der Frist vergangene Woche Mittwoch seien jedoch sehr gering.
"Herr Ismaik prüft jetzt alle Optionen. Die Angriffe von Herrn Mang (Präsident Gernot Mang, Anm. d. Red.) haben ihn persönlich sehr getroffen und haben ihn sehr, sehr verletzt." Mang hatte zuletzt betont: "Wir befinden uns in einem Befreiungskampf."
In der Vergangenheit vertrat der Münchner Jurist, dessen Schwerpunkt auf Gesellschaftsrecht und Wirtschaftsstrafrecht liegt, u. a. Medienunternehmer Leo Kirch im Prozess gegen die Deutsche Bank und erwirkte rund 775 Millionen Euro Schadensersatz für dessen Erben.
+++ 10. Juni, 11:15 Uhr: Löwen-Investor Ismaik engagiert besonderen Anwalt +++
Besondere Rechtsvertretung im Streit bei den "Löwen". Investor Hasan Ismaik hat den ehemaligen CDU-Politiker Peter Gauweiler als Rechtsanwalt gewinnen können, um ihn im Kampf gegen die Kündigung des Kooperationsvertrages durch den e.V. zu vertreten.
Gut eine Woche ist es her, dass der Abstieg von 1860 München aus der dritten Liga publik wurde. Der Traditionsverein konnte nicht die notwendigen Gelder aufbringen, um die Lizenz für die kommende Saison zu erhalten.
In der Folge kündigte "der TSV München von 1860 e.V. den am 30. Mai 2011 geschlossenen Kooperationsvertrag mit der HAM International Limited aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung". Das Ende der 15 Jahre andauernden Zusammenarbeit mit dem jordanischen Investor.
Doch so einfach abservieren lassen will sich Ismaik wenig überraschend nicht. Laut "SZ" erhielt der 76-jährige Münchner Jurist bereits am vergangenen Freitag das Mandat des Jordaniers.
Gauweiler, ehemaliger bayerischer Minister für Landesentwicklung und Umweltfragen, gilt als einer der erfahrensten und auch kompromisslosesten Juristen des Landes.
Er vertrat in der Vergangenheit unter anderem die Warburg-Bank im Cum-Ex-Steuerskandal – und Regisseur Dieter Wedel, der im Zuge der #MeToo-Debatte mit massiven Missbrauchsvorwürfen konfrontiert wurde.
Nach der Kündigung durch den e.V. hat die Profifußball-KGaA jüngst das Spielrecht der "Löwen" verloren, es droht die Insolvenz. Die Anteile von Ismaik wären damit praktisch wertlos.
Auch interessant: 1860 München: Rudi Völler kündigt Spende an - und will Julian Nagelsmann überreden
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