3. Liga
1860 München: Nach Zwangsabstieg - Fans fordern Erstattung der Dauerkarten - Liveticker zum Löwen-Drama
Aktualisiert:
von ran.joyn.deran Fußball Bundesliga
Bayern-Fans spotten nach 1860-Absturz: "Karma"
Videoclip • 02:07 Min
Mittlerweile ist entschieden, wie die Finanzkrise bei 1860 München ausgeht. Der Verein hat keine Lizenz für die 3. Liga bekommen und muss in die Regionalliga zwangsabsteigen.
Der Zwangsabstieg des TSV 1860 München ist besiegelt. Das Gründungsmitglied der Bundesliga kann nach einem Streit mit Investor hasan ismaik die vom DFB geforderten 2,7 Millionen Euro nicht nachweisen.
ran zeigt die neuesten Updates zum Lizenz-Drama bei den Löwen.
Auch interessant: 1860 München: So ist der Verein nur die größte Lachnummer im deutschen Profifußball - Kommentar
Und: 1860 München muss zwangsabsteigen: In welcher Liga geht es weiter? Wer bleibt in der 3. Liga?
+++ 05. Juni, 10:55 Uhr: Fans fordern Rückerstattung der Dauerkarten +++
Erstmals nach dem Lizenzentzug hat sich die organisierte Fanszene von 1860 München zu Wort gemeldet. In einem Statement rief die "Westkurve 1860 München" dazu auf, das Geld für bereits erworbene Dauerkarten zurückzufordern und stellte sogar ein Musterschreiben bereit.
"Uns ist die Tragweite dieser Entscheidung bewusst", heißt es. "Wir wollen weder unserem eigenen Verein noch den Mitarbeitenden von e.V. und KGaA Schaden zufügen". Nichtsdestotrotz sei diese Maßnahme "vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen als alternativlos."
Für die neue Spielzeit hat der TSV bereits 8.000 Dauerkarten im Wert von rund vier Millionen Euro verkauft. 1860 München bietet seit Jahren die teuerste Dauerkarte der Liga an.
+++ 03. Juni, 21:20 Uhr: 1860-Hauptsponsor steigt aus +++
Nächster Rückschlag für die Löwen: Der Hauptsponsor "Die Bayerische" beendet mit sofortiger Wirkung sein Engagement beim Verein. Wie das Versicherungsunternehmen bekannt gab, berufen sie sich dabei auf ein vertraglich vereinbartes Sonderkündigungsrecht, das durch den Lizenzverlust ausgelöst worden sei.
In dem Statement heißt es weiter: "Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht. Sie erfolgt nicht aus mangelnder Verbundenheit zum TSV 1860 München. Sie ist vielmehr eine Folge der grundlegend veränderten Rahmenbedingungen."
Allerdings wird betont, dass eine Zusammenarbeit in Zukunft nicht ausgeschlossen sei: "Ob der heutige Tag das Ende eines gemeinsamen Weges oder der Beginn eines echten Neuanfangs ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Sollte es gelingen, eine tragfähige, wirtschaftlich stabile und langfristig überzeugende Perspektive für und mit dem Verein zu entwickeln, werden wir uns Gesprächen darüber nicht verschließen."
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+++ 03. Juni, 19:42 Uhr: Investor Hasan Ismaik veröffentlicht Statement zum Zwangsabstieg von 1860 München +++
Rund eineinhalb Stunden nach dem Bekanntwerden des Zwangsabstiegs hat sich 1860-Investor Hasan Ismaik zu der Situation geäußert. Auf seinen sozialen Medien schrieb er: "Es schmerzt mich sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass der Verein die Lizenz für die Teilnahme an der 3. Liga in der kommenden Saison nicht erhalten wird."
Und weiter: "Dennoch bin ich überzeugt, dass der TSV 1860 München eines Tages an den Platz zurückkehren wird, den er verdient. Dieser Verein ist größer als eine einzelne Saison und größer als jede Krise. Er steht auf einem stolzen Fundament aus Geschichte, Tradition und leidenschaftlichen Fans, die stets seine größte Stärke waren."
Zudem schreibt er, dass es in den vergangenen Monaten intensive Gespräche mit den Vertretern der KGaA, der Geschäftsführung und des e.V. gab, "um eine nachhaltige Lösung für die finanziellen Herausforderungen des Vereins zu finden."
Dabei habe es laut Ismaik bis gestern in den Verhandlungen noch gut ausgesehen: "Bis spät in die Nacht hinein schien es, als stünden wir kurz vor einer Einigung. Die erforderlichen finanziellen Mittel standen für eine sofortige Unterstützung bereit. Leider ist es uns am Ende nicht gelungen, den notwendigen Konsens zwischen allen beteiligten Parteien zu erreichen", schreibt der Jordanier.
Weiter heißt es: "Die Herausforderungen der KGaA sind nicht ausschließlich finanzieller Natur. Sie betreffen ebenso organisatorische Strukturen, Entscheidungsprozesse und die langfristige strategische Ausrichtung. Aus meiner Sicht ist die Bewältigung dieser Themen eine wesentliche Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg des Vereins."
Zum Abschluss schildert der Investor, der 2011 in den Verein eingestiegen war, seine Enttäuschung über die aktuelle Situation: "Heute empfinde ich große Traurigkeit. Nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern auch deshalb, weil ich gehofft habe, dass wir gemeinsam einen Weg finden würden, um dem Verein Stabilität und eine neue Perspektive zu geben."
Sein Statement beendet er dabei mit den Worten: "Ich danke allen Fans, die den Verein in diesen Jahren begleitet haben, sowie allen Menschen, die sich ehrlich für seine Interessen eingesetzt haben. Von Herzen hoffe ich, dass dieser schwierige Moment der Ausgangpunkt für eine ehrliche Bestandsaufnahme und eine bessere Zukunft sein wird.
Vielen Dank.
Einmal Löwe, immer Löwe."
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+++ 03. Juni, 17:50 Uhr: 1860 München muss zwangsabsteigen +++
Der TSV 1860 München muss den bitteren Weg in die Regionalliga Bayern antreten. Der vorherige Drittligist konnte dem DFB keinen funktionierenden Plan vorlegen, um ihr Finanzloch zu stopfen und ihre Liquidität nachzuweisen.
Für die Münchner Löwen ist es bereits der zweite Zwangsabstieg seit 2017. "Wir haben die Lizenz nicht bekommen, das heißt wir werden nächstes Jahr Regionalliga spielen. Wir sind dran, Lösungen zu finden und zu suchen, wie das Ganze hier weitergeht", so 1860-Präsident Gernot Mang.
Und weiter: "Es ist wirklich nicht einfach derzeit und wirklich sehr enttäuschend, weil wir Tag und Nacht hier verhandelt haben. Aber wir haben keine Einigung erzielt. Das gibt es leider Gottes. Aber ich kann nur sagen, dass wir jetzt einen Weg gehen werden um den e.V., dass wir den Verein jetzt aufstellen und nach vorne schauen."
Zuletzt sagte er: "Wir sind komplett überrascht worden, dass die Darlehen gekündigt wurden und die ganzen Forderungen dazu. Irgendwann gibt es auch Grenzen. Es lagen am Schluss zwei Verträge vor, der eine war akzeptabel für den e.V., der andere für die HAM. Beide waren akzeptabel für die KGaA und Paula (1860-Geschäftsführer Manfred Paula, Anm. d. Red.). Aber es gab leider keine Einigung."
"Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen", hieß es im Statement der Münchner. Investor Ismaik teilte der "Abendzeitung" mit, dass dieser Mittwoch ein "trauriger Tag" sei.
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