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Fußball

1860 München: So ist der Verein nur die größte Lachnummer im deutschen Profifußball - Kommentar

Veröffentlicht:

von Marcus Giebel

ran Fußball Bundesliga

Bayern-Fans spotten nach 1860-Absturz: "Karma"

Videoclip • 02:07 Min


Der TSV 1860 München muss trotz Platz acht in der 3. Liga runter in die Regionalliga. Weil Vereinsspitze und Investor Hasan Ismaik mal wieder nicht zusammenfinden. Der einst stolze Verein verkommt mal wieder zur Lachnummer. Ein Kommentar.

Schon seit Jahren mutet der TSV 1860 München – landläufig als Löwen bekannt – zuweilen an wie eine nicht enden wollende Zirkusvorstellung. Und das nicht einmal, weil Investor Hasan Ismaik noch zu Zweitliga-Zeiten von einem neuen Stadion samt anliegendem Löwengehege träumte.

Auch wenn das Projekt so weit von der Realisierung entfernt blieb wie der Verein von seinen Erfolgen früherer Jahre, wird in Giesing allerhand geboten, was die Zuschauer staunend, lachend oder auch irritiert zurücklässt. Wie in den besten Zirkus-Shows.

Die abgelaufene Saison sollte zur ganz großen Nummer werden, Zugänge mit Bundesliga- und vereinzelt sogar Champions-League-Erfahrung wurden aus dem Hut gezaubert. Allen voran natürlich Kevin Volland und Florian Niederlechner, die Fanherzen höherschlagen ließen und die Sehnsucht nach der Rückkehr in die 2. Bundesliga nährten.

Doch Formschwankungen, Durststrecken und auch Verletzungspech hatten zur Folge, dass die Saison statt auf einem Aufstiegsplatz nur auf Rang acht endete. Und damit mit weit weniger Applaus von den Rängen als sich die Klub-Bosse angesichts der Voraussetzungen erhofft hatten.

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1860 München steigt ab: Vereinsspitze sieht Schuld bei Ismaik

Die Schlagzeilen nach der Saison gehören nun dennoch "Münchens großer Liebe", wie sich der Verein trotz des nur wenige Straßen entfernt beheimateten Rekordmeisters nennt. Allerdings nicht wegen verspäteter sportlicher Erfolgsgeschichten. Oder weil erneut große Namen an Land gezogen wurden, um einen neuen Anlauf in Richtung 2. Liga zu unternehmen.

Nein, es war mal wieder Zirkus-Zeit. Unterhaltsam aber nur für all jene, deren Herz nicht an 1860 hängt. Wie der Verein am Mittwochabend selbst bekanntgab, wurden die für die Zulassung zur kommenden Drittliga-Saison nötigen Liquiditätsnachweise nicht fristgerecht erbracht. Womit die Zukunft einmal mehr Regionalliga Bayern heißt.

Der Vorhang ist also endgültig gefallen. Die Show beendet. 1860 abgestürzt. Als wäre das alles nicht schlimm genug, zerfleischen sich Verein und Gesellschafter wie zu schlechtesten Zeiten gegenseitig. Von einer nicht erfüllten Finanzierungszusage von Ismaik und seinen Unternehmen ist auf der Vereins-Homepage die Rede.

Der jordanische Geschäftsmann, der den Verein bekanntlich verkaufen will, und nun zum zweiten Mal seit seinem Einstieg einen Neuanfang in der Regionalliga provoziert oder zumindest in Kauf nimmt, hatte ein millionenschweres Darlehen aufgekündigt. Womit sich eine Finanzlücke auftat, die nicht mehr geschlossen werden konnte.

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Ismaik und 1860 München: Forderungen nach Reformen

Ismaik könnte das eingesparte Geld noch teuer zu stehen kommen. Sollte er weiterhin einen Verkauf forcieren wollen, dürfte der Preis deutlich geringer ausfallen. Immerhin hat er vorerst keinen ambitionierten Drittligisten mehr im Angebot.

Auf "Instagram" monierte Ismaik in einer ersten Reaktion auf das Löwen-Desaster "wiederkehrende finanzielle Defizite" und forderte strukturelle Reformen bei 1860. Zugleich verteidigte er sich, er habe "zusätzliche Zugeständnisse gemacht und weitere Sicherheiten angeboten", doch es sei kein Konsens zwischen den Parteien erreicht worden.

Der Schwarze Peter wurde also direkt zurückgeschoben. Die Schuld sehen beide Seiten beim jeweils anderen. Auf Kosten von 1860 München.

Somit steht also einmal mehr die Zukunft des Vereins auf dem Spiel. Der zwar wie so oft großes Drama bietet. Aber zumindest in diesem Sommer nur die größte Lachnummer im deutschen Profifußball darstellt.

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