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3. Liga

1860 München sollte ohne Hasan Ismaik in die Regionalliga gehen - Kommentar

Aktualisiert:

von Kai Esser

ran Fußball

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Videoclip • 02:10 Min


Der TSV 1860 München steht am Scheideweg - mal wieder. Erneut wird der Traditionsverein von Hasan Ismaik unter Druck gesetzt. Jetzt wäre die Chance, überall reinen Tisch zu machen und einen echten Neustart zu wagen. Ein Kommentar.

Man kann beinahe die Uhr danach stellen.

Die Schlagzeile "TSV 1860 München fehlt Millionensumme" wiederholt sich beinahe ritenhaft alle zwölf Monate. Einmal pro Sonnenumrundung müssen die Löwen-Fans um die Zukunft ihres Klubs bangen.

Nur, um am Ende doch noch auf den allerletzten Drücker von Investor Hasan Ismaik gerettet zu werden. Danach geben die Sechziger ambitionierte Ziele aus, holen ebenso ambitionierte Spieler, nur um dann im Mittelfeld der 3. Liga zu landen. Danach beginnt der Kreislauf von vorn.

Jetzt, wo der Klub wieder am Scheideweg steht, könnte der Verein aus diesem Teufelkreis ausbrechen - mit einer geplanten Insolvenz. Der Gang in die Regionalliga - und ein damit einhergehender Neustart - wäre das Beste für alle Beteiligten.

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1860 München: Der beste Zeitpunkt für einen Neuanfang

Vor allem jetzt, da Ismaik dem Klub erneut die Pistole auf die Brust setzt und mit täglichen Statements auf seinen sozialen Kanälen für Unruhe sorgt. Mit einer freiwilligen Insolvenz könnte der Verein den Spieß umdrehen.

Denn: Geht der Klub diesen Schritt, dann ist die Rechtslage zwar relativ komplex, vereinfacht gesagt jedoch besteht eine gute Chance, dass es ein 1860 München ohne ständig wiederkehrende jordanische Einschüchterungsversuche geben könnte.

Die Münchner haben versucht, den Weg über einen Investor zu gehen, um zu altem Glanz zurückzufinden. Gemessen daran, dass die Löwen in jeder Hinsicht stagnieren, ist eindeutig, dass es damit nicht klappt.

Der Verein muss zwar nun für diese Fehler büßen, aber immer und immer und immer wieder dieselbe Saison in Dauerschleife zu erleben, kann auch nicht die Lösung sein.

1860 München: Die Zeit der großen Namen muss vorbei sein

Was aber auch stimmt: Die sportliche Führung der Löwen lebte bis zuletzt über ihre Verhältnisse, nutzte das vorhandene Geld also mehr als aus. Namen wie Kevin Volland oder Florian Niederlechner mögen bei Sechzig verwurzelt sein, für zwei Packungen Butterbrezn spielen die aber auch nicht.

Genauso wenig wie Sigurd Haugen, Thore Jacobsen, Thomas Dähne: Spieler, die zu den Besten der Liga gehören, was individuelle Klasse angeht und auch dementsprechend bezahlt werden - aber eben kein funktionierendes Team bilden.

Dabei haben die Löwen eine hervorragende Akademie. Mit Clemens Lippmann war ein 19-Jähriger in der abgelaufenen Saison Stammspieler. Er wird den Verein wegen "unterschiedlicher Zukunftsvorstellungen" ablösefrei verlassen. So kann man nun einmal auch nicht nachhaltig arbeiten.

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1860 München: Zweitvertretung als Grundlage für Neustart

Ismaik spricht bei einem Neuaufbau in seinen Statements stets vom Wir. Der neue TSV 1860 München muss jedoch jede Verbindung nach Jordanien kappen. Als Basis dafür muss die U23 der Löwen dienen - in der auch Lippmann aktiv war.

Die wurde nämlich Meister der fünftklassigen Bayernliga Süd und hätte sich damit den Aufstieg in die Regionalliga Bayern verdient - die, in die der TSV abstürzen würde im Falle einer Insolvenz.

Der sportliche Grundstein wäre also gegeben - der auch noch von einer starken U19 untermauert wird.

Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen haben gezeigt, dass ein Schritt zurück - und auch eine Insolvenz - auf lange Dauer manchmal ein Schritt nach vorne sein kann. Beide landeten in der abgelaufenen Saison vor 1860. Zugegeben: Zuvor spielten beide mehr als eine Dekade keine Rolle mehr - aber keiner hat behauptet, ein Neuanfang wäre einfach oder schnell.

Alleine die Strahlkraft des Klubs und die weichen Standortfaktoren wie die Stadt München sind ein Argument, um die besten Spieler der Region anzuwerben und weiterzuentwickeln.

Ganz ohne Altlasten - und ganz ohne den Würgegriff von Ismaik, in dem sich die Löwen befinden. Schon viel zu lange.

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