Nach Schiedsrichter-Kritik
FC Bayern München: Union-Boss Horst Heldt teilt vor Bundesliga-Duell aus
Veröffentlicht:
von Mike Stiefelhagenran Fußball Bundesliga
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Videoclip • 01:33 Min
Horst Heldt kritisiert den FC Bayern München. Dem Union-Geschäftsführer missfällt die Schiedsrichter-Kritik des deutschen Rekordmeisters, er sieht deshalb einen Nachteil.
Die öffentliche Kritik des FC Bayern an der Schiedsrichterleistung nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen sorgt in der Bundesliga weiter für Diskussionen.
Nun hat sich auch Horst Heldt, Geschäftsführer Profifußball bei Union Berlin, klar positioniert. Und den Münchnern fehlendes Augenmaß vorgeworfen.
Immerhin treffen die "Eisernen" am nächsten Spieltag auf den Deutschen Rekordmeister.
Heldt schwant vor dem Duell Übles. Dank der öffentlichen Schiri-Schelte der Bayern.
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Heldt wütet gegen den FC Bayern: "Nicht in Ordnung"
"Das ist einfach gegenüber den anderen Wettbewerbern auch nicht in Ordnung. So ein Ausmaß. Und wir sind die Leidtragenden. Wir werden nächste Woche die Leidtragenden sein. Und das ist nicht in Ordnung", sagte Heldt am Montagabend in der Sky-Sendung "Triple".
Nach dem Remis in Leverkusen hatten mehrere Verantwortliche des Rekordmeisters ihren Unmut über Schiedsrichter Christian Dingert offen geäußert. Genau diese Vehemenz stößt Heldt auf: "Das hat einfach einen anderen Aufschlag, wenn Bayern sich öffentlich zu solchen Themen äußert. Es gibt immer Situationen, in denen sich Vereine über Entscheidungen ein Stück weit aufregen. Da kann ich mich auch nicht rausnehmen. Aber das, was da gerade stattfindet, ist kein Vergleich. Das nächste Schiedsrichtergespann beim nächsten Spiel, Prost Mahlzeit."
Auch Bayern-Legende Lothar Matthäus zeigte wenig Verständnis für die Münchner Aufregung: "Ich muss eins sagen: Wir diskutieren jede Woche. Dieses Mal waren es die Bayern, eine Woche zuvor waren es die Kölner. Es sind meistens die, die mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden sind. Andererseits habe ich bei dem Spiel in Leverkusen nicht so viele grobe Fehlentscheidungen gesehen wie zum Beispiel die oberste Riege des FC Bayern."
Stefan Reuter, Ex-Manager des FC Augsburg, pflichtet dem bei: "Man sieht es oft aus seiner eigenen Sicht. Man relativiert im Nachgang vielleicht das ein oder andere. Sie haben eine komfortable Situation in der Liga und wenn sie so reagieren, dann zeigt es nur, dass sie voll dabei sind. Du lebst es und siehst auch nicht alles ganz objektiv."
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Heldt nimmt die Bayern in die Verantwortung
Heldt geht in seiner Kritik aber noch weiter und bezieht sich auf den Platzverweis von Luis Diaz: "Ich kann nur sagen, dass ich das nicht in Ordnung finde, eine Gelb-Rote Karte infrage zu stellen. Jeder weiß, dass es eine Tatsachenentscheidung ist. Das ist nicht in Ordnung."
Zwar räumte Schiedsrichter Dingert im Nachgang einen Fehler ein, der Protest des FC Bayern vor dem DFB-Sportgericht blieb jedoch ohne Erfolg und wurde als unbegründet zurückgewiesen. Für Heldt ist es grundsätzlich problematisch, eine solche Tatsachenentscheidung öffentlich derart infrage zu stellen.
Dabei verweist der Union-Funktionär auch auf die eigene Erfahrung. Beim 1:4 gegen Werder Bremen musste Berlin selbst einen umstrittenen Platzverweis gegen Andras Schäfer hinnehmen, ohne dass daraus eine vergleichbare bundesweite Debatte entstand: "Da waren wir anderer Ansicht. Das habt ihr wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, dass wir eine Rote Karte bekommen haben. Das will ich damit sagen."
Genau darin sieht Heldt einen entscheidenden Punkt: Nicht jeder Klub verfügt über dieselbe öffentliche Wucht wie der FC Bayern. Und genau deshalb trage der Branchenprimus aus München auch eine besondere Verantwortung.
"Und das muss Bayern eigentlich wissen. Sie haben in den letzten Jahren so viel richtig gemacht, deswegen stehen sie da, wo sie stehen. Aber sie müssen hin und wieder auch ihrer Verantwortung gerecht werden," so Heldt abschließend.
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