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FC Bayern München

FC Bayern München: Warum Uli Hoeneß Aussage von der "perfekten Transferperiode" (noch) nicht stimmt - Kommentar

Veröffentlicht:

von Carolin Blüchel

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern - Hoeneß über Eberl: "Bleibt zu 100 Prozent"

Videoclip • 01:56 Min


Bayern-Patron Uli Hoeneß spricht schon jetzt im Superlativ über die Ein- und Verkaufspolitik. Sportlich lässt sich das durchaus begründen. Wirtschaftlich dagegen klafft noch eine gewaltige Lücke. Ein Kommentar.

Autosuggestion gehört zum Spitzensport. Wer sich Erfolge vorstellt, sie visualisiert und fest an sie glaubt, erhöht zumindest die Chance, sie irgendwann zu erreichen.

Uli Hoeneß scheint dieses psychologische Prinzip derzeit auf die Transferpolitik des FC Bayern anzuwenden. Obwohl die Münchner aktuell ein Transferminus von 68,7 Millionen Euro aufweisen, spricht der Ehrenpräsident bereits von einer "perfekten Transferperiode".

Kann Hoeneß seit Neuestem nicht mehr rechnen? Wohl kaum. Eher hat der Bayern-Patron verstanden, dass öffentliche Rückendeckung manchmal mehr bewirkt als öffentliche Schelte.

Noch vor wenigen Wochen war darüber spekuliert worden, ob Max Eberl überhaupt eine Zukunft als Sportvorstand hat. Heute lautet Hoeneß‘ Antwort "100 Prozent". Eben auch wegen der jüngsten Erfolge auf dem Transfermarkt.

Eberl verpflichtet Wunschspieler Saibari und Brown geräuschlos

Denn auf der Einkaufsseite hat Eberl alles richtig gemacht. Mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari kamen zwei Wunschspieler bereits früh im Transfersommer. Ohne wochenlanges Wechsel-Theater.

Dazu die Geschichte um Noel Aseko: mit Kaufoption verliehen an Zweitligist Hannover 96, per Rückkaufklausel zurückgeholt und anschließend für rund zwölf Millionen Euro an Eintracht Frankfurt verkauft. Genau so stellt man sich vorausschauende Kaderplanung vor.

Mit Blick auf das Defizit bleibt trotzdem festzuhalten: Ein Transfersommer ist kein Einkaufsbummel. Wer von einer perfekten Transferperiode spricht, muss auch auf die andere Seite der Bilanz schauen.

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Drei Fehleinkäufe sollen noch möglichst viel Geld bringen

Und dort ist Bayern noch längst nicht am Ziel. Magere 35 Millionen Euro Einnahmen stehen bislang knapp 104 Millionen Euro Ausgaben gegenüber. Für den FC Barcelona oder Real Madrid wäre das eine Randnotiz. Für den FC Bayern, der seit Jahrzehnten als Musterbeispiel wirtschaftlicher Vernunft sein will, ist das eine andere Hausnummer.

Vor allem aber sitzen noch drei Spieler im Kader, mit denen der Verein nicht mehr plant: Joao Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza. Zusammen haben sie den Rekordmeister einst rund 100 Millionen Euro gekostet. Über das Preis-Leistungs-Verhältnis legen wir an dieser Stelle lieber den Deckmantel des Schweigens.

Diese drei sollen nun gehen. Palhinha ist dabei der dickste Brocken, denn der Portugiese will gar nicht weg. Newcastle United hätte nach dem Verkauf von Bruno Guimaraes Bedarf und wäre in der Lage, die geforderten 25 Millionen Euro Ablöse zu stemmen.

Boey wäre beinahe schon weg gewesen, doch sein Ex-Klub Galatasaray Istanbul scheiterte an der Ausländerregel der türkischen Liga. Für den derzeit verletzten Zaragoza gibt es ebenfalls noch keine spruchreifen Angebote.

Wenn Harry Kane verlängert, gäbe es kaum noch was zu mäkeln

An dieser Stelle entscheidet sich in den kommenden Wochen, ob die Hoeneß’sche Autosuggestion zum gewünschten Resultat führt.

Gelänge es Eberl, wenigstens zwei der bayerischen Fehleinkäufe von der Gehaltsliste zu bekommen, wäre das mehr als ein Achtungserfolg.

Wenn dann wie von beiden Seiten geplant auch noch Harry Kane vorzeitig verlängert, gäbe es gar nichts mehr zu mäkeln. Dann könnte dieser Transfersommer am Ende tatsächlich noch perfekt werden.

Bis dahin gilt allerdings: Perfekt eingekauft ist nicht automatisch perfekt transferiert.

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