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Ibrahim Maza zu PSG? Warum Florian Wirtz eine Lehre sein sollte und das DFB-Team ihm nachtrauert

Aktualisiert:

von Justin Kraft

ran Fußball

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Videoclip • 01:47 Min


Ibrahim Maza ist das nächste ganz große Talent bei der Werkself – und für Bayer Leverkusen schon jetzt zu gut. Auch der DFB könnte sich schon bald sehr ärgern.

Es gibt Spieler, da fragt man sich unweigerlich, wie ihre Karriere verlaufen wäre, wenn sie entweder zu einem gewissen Zeitpunkt eine andere Entscheidung getroffen hätten oder wenn sie schlicht zu einem anderen Zeitpunkt am selben Ort gewesen wären.

Auf Ibrahim Maza trifft eher Letzteres zu. Was wäre, wenn dieser 20-Jährige, so wie er jetzt ist, eine Zeitreise machen würde und entweder neben oder statt Florian Wirtz in der Meistermannschaft von Bayer Leverkusen spielen würde?

Leverkusens Ibrahim Maza bei der Gala in London

Bild: NurPhoto/picture-alliance/SID/Jose Breton


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Ibrahim Maza in Leverkusen: Parallelen zu Wirtz

Würde er mithalten mit den Leistungen des vorherigen Supertalents der Werkself, das mittlerweile in Liverpool nach der eigenen Form sucht? Abwegig ist es nicht.

Maza ist einer dieser Spieler, für die Fans ins Stadion gehen. Trickreich, wendig, kombinations- und abschlussstark – der offensive Mittelfeldspieler vermittelt die pure Freude am Spiel. Nur trifft das leider nur noch selten auf seine Mannschaft zu.

Eigentlich ist er schon jetzt viel zu gut für Leverkusen, die mit 18:16 Toren Unterhaltung bieten, aber keine sportliche Stabilität. Kein Wunder also, dass Maza sich schon jetzt mit einem Wechsel befasst.

Ibrahim Maza liebäugelt mit PSG

Im Interview mit "Sky" signalisierte der Leverkusener grundsätzliche Bereitschaft, als er auf einen potenziellen Wechsel zu Paris Saint-Germain angesprochen wurde: "Natürlich wäre es ein riesiger Traum, eines Tages für einen so großen Verein zu spielen. Ich denke, wir alle wissen, was für ein riesiger Verein Paris ist. Sie gehören neben Real Madrid, Barcelona und Arsenal zu den besten Vereinen der Welt."

Maza selbst zählt derweil zu den besten Talenten der Welt – zumindest, wenn man die Kopa-Trophäe ernst nimmt, die im Rahmen der Ballon-d'Or-Zeremonie vergeben wird. Dort erreichte er einen respektablen neunten Rang im Ranking der U21-Spieler.

Das vielleicht größte Kompliment machte ihm jüngst Deniz Undav. Der Stuttgarter soll ihm im Spielertunnel zugerufen haben: "Geh mal nach Paris, Alter! Ich will nicht mehr gegen dich spielen." So berichtet es zumindest die "Sport Bild". Fans der Bundesliga dürften indes wenig dagegen haben, ihn noch eine Weile in Deutschland zu sehen.

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Beeindruckende Zahlen: Maza überzeugt in Leverkusen

Neben seinen fünf Torbeteiligungen in der Liga überzeugt Maza auch in der generellen Spielgestaltung, wie die Daten belegen. Laut "Wyscout" spielt er pro 90 Minuten Bundesliga-Fußball in dieser Saison 2,3 erfolgreiche Pässe in die Gefahrenzone mit einem Radius von 20 Metern vor dem gegnerischen Tor.

Nur zwei Spieler, die nicht vom FC Bayern sind, stehen vor ihm: Chris Führich (2,4) und Can Uzun (2,5). Auch Lennart Karl und Luis Diaz (beide 2,5) stehen leicht vor ihm. Einzig Michael Olise spielt mit 4,4 in einer anderen Liga. 1,6 seiner Zuspiele pro 90 Minuten führen derweil zu guten Chancen für sein Team – Platz sechs in der Bundesliga. Auf dem ersten Rang steht Marius Wolf mit knapp zwei.

Maza liefert in vielen Kategorien Topwerte. Bei den Dribblings steht er mit 4,5 Versuchen pro 90 Minuten und einer Erfolgsquote von 50 Prozent im Dunstkreis von Spielern wie Karl, Alphonso Davies, Derry Scherhant oder Luis Diaz. Mit fast sechs Kontakten im gegnerischen Strafraum pro 90 Minuten hat er fast so viele wie sein Stürmer Patrik Schick (6,4).

Maza hat einen riesigen Offensivdrang und für sein Alter bereits eine sehr gute Entscheidungsfindung. Sein Spiel wirkt reif, durchdacht und doch oft überraschend und unbekümmert. Ein Gefühl, das man in Leverkusen zuletzt eben bei jenem Wirtz hatte, der zunächst ein großes Loch hinterlassen hatte.

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Andoni Iraola (r.) mit Florian Wirtz

Bild: PICTURE ALLIANCE/SID/Ian Hodgson


Florian Wirtz sollte Maza eine Lehre sein

Jener Wirtz, der Maza aber vielleicht auch eine Lehre sein muss. Denn sein Wechsel verlief retrospektiv betrachtet nicht ganz optimal. Hinterher, so lautet das berühmte und wahre Sprichwort, ist man immer schlauer.

Und beim Nationalspieler sind nicht wenige der Meinung, dass er zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt zum FC Liverpool ging. Nach der langen Ära von Jürgen Klopp sucht der Klub immer noch seine neue Identität. In einem Umfeld, dem die sportliche Stabilität fehlt, ist es für jeden jungen Spieler schwer, sich zu entwickeln. Auch wenn man so talentiert ist wie Wirtz.

Maza wäre bei PSG einer von vielen. In einer Offensive, die in den letzten zwei Jahren nahezu alles kurz und klein geschossen hat.

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Maza: DFB-Team dürfte sich noch ärgern

Zumindest auf Nationalmannschaftsebene ging Maza einem großen Konkurrenzkampf bewusst aus dem Weg. Statt sich für den DFB zu entscheiden, wählte er Algerien. Hannes Wolf begründete die Entscheidung mal damit, dass der damals noch bei Hertha spielende Zehner zu viel Konkurrenz auf seiner Position sehe.

Beim "Doppelpass" erklärte er: "Er hat das Gefühl, die Position ist zu." Damals überstrahlten Wirtz und auch Jamal Musiala alles in Deutschland. Ihnen gehörte die Zukunft. Was keiner ahnte: Im Jahr 2026 ist die Situation eine ganz andere.

Musiala kämpft, so scheint es, gegen seinen eigenen Körper. Und Wirtz kommt seit seinem Wechsel nicht richtig in Fahrt. Genau jetzt könnte der DFB jemanden wie Maza gut gebrauchen. Auch dieses Thema ist eines, bei dem man sich hinterher fragt, wie es wohl gelaufen wäre, wenn sich der heutige Leverkusener für Deutschland entschieden hätte.

Doch der Zug ist abgefahren. Für Maza geht es in dieser Saison nicht darum, sich für Jürgen Klopp zu empfehlen, sondern darum, seine starken Leistungen zu stabilisieren. Um im Sommer dann womöglich eine richtungsweisende Entscheidung zu treffen. Mal wieder.

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