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Bundesliga

Loris Karius enthüllt kuriose Stuttgart-Panne und spricht über Finalpatzer in der Champions League

Veröffentlicht:

von Mike Stiefelhagen

2. Bundesliga

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Videoclip • 02:12 Min


Loris Karius wollte als Jugendspieler eigentlich Profi beim VfB Stuttgart werden. Dann kam alles anders. Zudem offenbart der Schalker, wie schlimm sein Finalpatzer in der Champions League wirklich ablief.

Karius spielte als Jugendlicher beim VfB Stuttgart und hatte dort ein klares Ziel: Profi werden.

"Das war eigentlich immer mein Traum", sagt der gebürtige Baden-Württemberger im Podcast "TOMorrow".

Als es um seine weitere Perspektive ging, vereinbarten seine Eltern und sein Berater ein Gespräch mit dem damaligen Sportdirektor. Karius selbst konnte an dem Termin nicht teilnehmen. Den Namen des damaligen Verantwortlichen wollte er im Podcast ausdrücklich nicht nennen.

Beim Treffen passierte dann die Panne. Der VfB-Verantwortliche begrüßte den damals Mitte 20-jährigen Berater mit den Worten: "Hey Loris, wie geht's dir?" Er hatte ihn offenbar für den zu diesem Zeitpunkt erst 15-jährigen Torwart gehalten.

Für Karius' Familie war das ein schlechtes Zeichen. Eltern und Berater vermittelten ihm anschließend den Eindruck, dass sich der Verein nicht ausreichend mit seiner Entwicklung beschäftigt hatte. "Dann gibt dir das natürlich kein gutes Gefühl."

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Manchester City zeigte Karius einen klaren Weg

Gleichzeitig warb Manchester City intensiv um das deutsche Torwarttalent. Die Engländer präsentierten Karius einen konkreten Plan: Er sollte direkt in der U18 spielen und bei den Profis mittrainieren. Dieses Konzept überzeugte ihn.

Mit 16 Jahren wagte Karius schließlich den Schritt nach England. Er lebte dort bei einer Gastfamilie, zu der er nach eigener Aussage bis heute Kontakt hat. Seine Eltern besuchten ihn regelmäßig.

Die Perspektive bei City veränderte sich allerdings schnell. Teile des Trainerstabs, die Karius verpflichtet hatten, verließen den Klub.

Gleichzeitig begann Manchester City verstärkt internationale Stars zu holen. Im Tor war der englische Nationalkeeper Joe Hart gesetzt.

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Tuchel verschaffte Karius den Durchbruch

Nach zwei Jahren kehrte Karius deshalb nach Deutschland zurück und schloss sich dem 1. FSV Mainz 05 an.

Dort nutzte er seine Chance unter Thomas Tuchel und schaffte als junger Keeper den Sprung von der Nummer drei zum Stammspieler in der Bundesliga.

"Ich war die Nummer drei. Aber Nummer eins fing sich eine Rote und der andere verletzt. Es war meine Chance auf Knopfdruck zu funktionieren. Und ich habe performt. Danach kam Thomas zu mir und machte mich mit knapp 20 Jahren zu einem Stammtorwart eines Bundesligisten. Ich wurde hochkatapultiert."

Später führte Karius' Weg bis zum FC Liverpool und ins Champions League-Finale 2018 gegen Real Madrid. Bei der 1:3-Niederlage unterliefen ihm nach einer Gehirnerschütterung zwei schwere Fehler.

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Karius über verhängnisvolle Gehirnerschütterung

Ein Abwurf landete in den Füßen von Karim Benzema: "Ich habe zwei Minuten vorher einen Ellbogen abbekommen. Ich kann das heute gar nicht genau beurteilen. Es ging so schnell. Ich war voller Adrenalin. Wer weiß, wie das mit einem VAR ausgesehen hätte. Ich dachte, kein Pfiff, also muss ich weiter. Dann mache ich diesen Abwurf. Das allein war untypisch. Wie oft mache ich so eine Art Abwurf? Ich weiß bis heute nicht, wie das passieren konnte. Dann nahm das Spiel seinen Lauf."

Karius weiter: "Kurz nach dem Spiel bat mich Liverpool in die USA zu fliegen. Ich sollte mich von einem NFL-Kopfspezialisten untersuchen lassen. Bei 80% der Untersuchungen kam Tage später noch raus, dass ich eine Gehirnerschütterung hatte. Der Verein fragte mich, ob sie das veröffentlichen durften. Ich stimmte vertrauenshalber zu. Das wurde mir dann natürlich negativ ausgelegt, ich würde Ausreden suchen."

Karius versank im Loch: "Alles wurde mir gegenüber negativ ausgelegt. Ich konnte aus dieser Nummer nicht mehr vernünftig rauskommen. Es war nicht machbar. Ich habe versucht das Handy wegzulegen, aber wurde immer wieder damit konfrontiert. Leute sprechen dich darauf an und merken dabei nicht, wie scheiße es ist, jedes Mal daran erinnert zu werden".

Die Folgen gingen weit über den Fußball hinaus. Karius und seine Familie erhielten Morddrohungen. "Ich hatte damals wirklich ein paar Tage lang Polizeischutz vor dem Haus. Es gab Morddrohungen gegen mich und meine Familie. Ich wurde 24/7 beschützt. ", berichtet der Torwart.

Schalke-Keeper will "kleine Brötchen" backen

In der folgenden Saison konnte Karius die dunklen Momente nicht abschütteln. Es wurde auch ein neuer Torwart verpflichtet: "Ich wusste dann, es ist nicht mehr richtig hier. Ich brauche Abstand."

Über die Folgen des Finals sagt er rückblickend: "Das hat mir damals komplett das Genick gebrochen." Später folgten Stationen bei Union Berlin und Newcastle United sowie eine Phase ohne Verein.

Seit Januar 2025 spielt Karius für Schalke 04. Dort wurde er zur Nummer eins und gehörte in der Aufstiegssaison zu den Leistungsträgern.

Vor seiner Rückkehr in die Bundesliga blickt der 33-Jährige inzwischen anders auf die schwierigen Jahre: "Alles, was auch passiert ist, gehört auch zu mir. Mit Schalke will ich den Klassenerhalt schaffen. Es tat uns gut, kleine Brötchen zu backen. Das sollten wir weiterhin tun."

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