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Frank Holzer ist Aufsichtsratschef der SVE

SV Elversberg: Das ist der Uli Hoeneß der SVE - ohne ihn gäbe es den Bundesligisten nicht

Veröffentlicht:

von Christian Stüwe

ran Fußball

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Videoclip • 05:31 Min


Am Sonntag empfängt die SV Elversberg erstmals den FC Bayern München. Ohne Frank Holzer wäre das Duell des Dorfvereins gegen den Rekordmeister nicht denkbar. Als Präsident, Aufsichtsratsvorsitzender, Interimstrainer und Sponsor prägte der Ex-Profi die SVE über Jahrzehnte – und weist dabei erstaunliche Parallelen zu Uli Hoeneß auf.

Die SV Elversberg schreibt weiter an ihrem Fußballmärchen. Gerade einmal 13.000 Menschen leben in der Gemeinde Spiesen-Elversberg, es ist der kleinste Standort in der Geschichte der Bundesliga.

Doch "die ELV" hat bereits an den ersten beiden Spieltagen mit spektakulären Siegen gegen Bayer Leverkusen (3:2) und Borussia Mönchengladbach (4:3) bewiesen, dass sie nicht unterschätzt werden darf.

Der sensationelle Aufstieg der Saarländer aus dem Amateurfußball in die höchste Spielklasse ist eng mit dem Namen Frank Holzer verknüpft. Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende und langjährige Präsident hat den Erfolg der SVE in einem Ausmaß geprägt, wie es ansonsten im deutschen Fußball wohl nur bei Uli Hoeneß und dem FC Bayern München oder Dietmar Hopp und der TSG Hoffenheim der Fall ist.

Während Hopp und vor allem Hoeneß in der Öffentlichkeit sehr präsent sind, arbeitet Holzer aber im Hintergrund – Interviews und öffentliche Auftritte sind selten. Einige erstaunliche Parallelen zum Ehrenpräsidenten des FC Bayern, der am Sonntag zum Auswärtsspiel nach Elversberg (17:30 Uhr im ran-Liveticker) reist, gibt es trotzdem.

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Frank Holzer musste seine Profikarriere früh beenden

In der U19-Nationalmannschaft liefen Holzer und Hoeneß sogar gemeinsam für Deutschland auf. Während Hoeneß mit dem FC Bayern in den 1970er-Jahren große Erfolge feierte und 1974 Weltmeister wurde, spielte der heute 73-jährige Holzer zunächst für den Elversberger Lokalrivalen 1. FC Saarbrücken und ab 1976 für Eintracht Braunschweig in der Bundesliga - in 39 Spielen erzielte der Stürmer drei Tore.

Wie der Münchner Weltmeister wurde auch Holzer früh Sportinvalide. Während Hoeneß im Anschluss mit 27 Jahren den Job als jüngster Manager der Bundesliga antrat und den FC Bayern zu einem florierenden Wirtschaftsunternehmen formte, konzentrierte sich Holzer zunächst auf die Karriere abseits des Sports und studierte Pharmazie.

Die Wahl des Studienfaches war naheliegend, denn Holzers Vater war Mitgründer des Pharmaunternehmens Ursapharm, bei dem der heutige Aufsichtsratsvorsitzende der SVE einstieg und schließlich Geschäftsführer wurde. Während Hoeneß neben dem Fußball eine Würstchenfabrik betrieb, formte Holzer Ursapharm zu einem internationalen Unternehmen, das mittlerweile einen Umsatz im dreistelligen Millionenbereich verzeichnet.

Frank Holzer übernahm 1989 und sanierte die SVE

Da der Fußball Holzers Leidenschaft war, zog es ihn zurück in den Sport. Beim DJK Elversberg hatte der in Neunkirchen geborene Saarländer einst in der Jugend gespielt, 1989 übernahm er das Präsidentenamt beim Ortsrivalen SV Elversberg.

Die SVE spielte damals in der Landesliga und hatte Schulden. Holzer sanierte den Klub, leitete den Aufschwung ein und machte die SV Elversberg zu seinem Lebenswerk. Dabei sprang er mehrfach als Interimstrainer ein und war mit seinem familiengeführten Unternehmen auch von Anfang an als Sponsor aktiv.

Heute trägt das Stadion in Elversberg den Namen URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde, auf den Trikots wirbt der Verein für Augentropfen der Marke Hylo, die ebenfalls von Holzers Unternehmen produziert werden.

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Ruhe und Kontinuität statt finanzieller Brechstange

Hier zeigen sich die Parallelen zu Hopp, der in der Jugend für Hoffenheim spielte und den Dorfverein als Mäzen mit enormen Investitionen in die Bundesliga hievte. Während Hopp aber mutmaßlich bis zu 350 Millionen Euro in die TSG investiert haben soll, sind Holzers Zuwendungen moderater.

Das zeigt sich auch am Kaderwert: Mit nicht einmal 60 Millionen Euro liegt die SV Elversberg laut "transfermarkt.de" auf Platz 17 in der Bundesliga – der kommende Gegner FC Bayern bringt es auf 1,04 Milliarden Euro.

Statt auf die finanzielle Brechstange wird in Elversberg auf Ruhe und personelle Kontinuität gesetzt. Im Präsidentenamt folgte Holzers Sohn Dominik auf den Vater, Trainer Horst Steffen und Sportdirektor Nils-Ole Book prägten ab 2018 eine Ära, in der der Verein von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga aufstieg.

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Das erste Pflichtspiel gegen den FC Bayern steht an

Vor allem mit cleveren Transfers und Leihgeschäften machten die Verantwortlichen um den in der Fußballszene bestens vernetzten Holzer auf sich aufmerksam. Spieler wie Nick Woltemade, Younes Ebnoutalib oder Fisnik Asllani kamen in die saarländische Provinz, trugen ihren Teil zum Erfolg bei und brachten ihre Karrieren in Schwung.

Selbst als Erfolgstrainer Steffen nach dem knapp verpassten Aufstieg in der Relegation 2025 zu Werder Bremen abwanderte und "die ELV" als Abstiegskandidat gehandelt wurde, behielten die Holzers die Ruhe und trafen die nächsten klugen Personalentscheidungen. Der Verein stellte sich mit Trainer Vincent Wagner neu auf und stieg sensationell in die Bundesliga auf.

Nun steht mit dem ersten Pflichtspiel gegen den FC Bayern das nächste Kapitel im Elversberger Fußballmärchen an. Es ist ein Märchen, das ohne Frank Holzer nicht möglich gewesen wäre.

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