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Bundesliga

Trotz Double-Sieg: Diese Fragen sind beim FC Bayern noch offen

Veröffentlicht:

von Carolin Blüchel

ran Fußball

FC Bayern - Vincent Kompany in Feierlaune: "Heute richtig Party"

Videoclip • 01:54 Min


Das Double ist perfekt, doch Zeit zum Feiern bleibt kaum. Zu viele offene Fragen beschäftigen den FC Bayern. Denn plötzlich ist nicht nur die Zukunft von Sportvorstand Max Eberl offen. Trotz Sparkurs soll punktuell investiert werden. Stars pokern um hohe Verträge. Und teure Ladenhüter müssten endlich verkauft werden.

Ausgerechnet Ehrenpräsident Uli Hoeneß spuckte seinem FC Bayern kurz vor dem Ende einer erfolgreichen Saison in die Suppe. Noch ehe der frisch gebackene Deutsche Meister im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart auch das Double perfekt machte, setzte der Bayern-Patron öffentlich ein dickes Fragezeichen hinter seinen eigens installierten Sportvorstand.

Ob man den Vertrag mit Max Eberl über 2027 hinaus verlängern solle, da habe er noch Zweifel, so Hoeneß im Interview mit dem "Spiegel". Die Chancen stünden 60:40 – für Eberl. Ein klares Bekenntnis klingt anders.

Vermutlich – das sollte man Hoeneß zugutehalten – hatte er nicht damit gerechnet, dass das Gespräch noch vor dem Pokalfinale in Berlin veröffentlicht würde. Trotzdem lag über den Feierlichkeiten nach dem sportlichen Triumph plötzlich ein kleiner Schatten.

Eberls Zukunft ist damit eine der wichtigsten Fragen, die die Bayern in diesem Sommer beantworten müssen. Es ist beileibe nicht die einzige. ran blickt auf die lange To-do-Liste des Rekordmeisters.

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Aufsichtsrat fällt das Eberl-Urteil

Eberl selbst reagierte auf das öffentliche Anzählen zwar souverän, die Überraschung war ihm trotzdem anzumerken. "Ich weiß auch nicht, ob er es so gemeint hat. Er hat es gesagt, die Zahlen stehen jetzt da. (…) Wir reden eigentlich dauernd, wir haben gestern gesprochen, wir haben heute gesprochen. Deswegen: Die 60/40 waren für mich überraschend."

Zweifel seien natürlich legitim, räumte der 52-Jährige ein. Am Ende wolle er ohnehin mit seiner Arbeit überzeugen. Sportlich spricht aktuell einiges für ihn.

Mit Luis Diaz und Michael Olise landete Eberl zwei echte Transfercoups. Auch die Verpflichtung von Trainer Vincent Kompany geht – nach ein paar Fehlversuchen – letztlich auf sein Konto. Jonathan Tah und Tom Bischof kamen ablösefrei, mit Jonas Urbig fanden die Bayern für vergleichsweise günstige sieben Millionen Euro den designierten Neuer-Nachfolger.

Dazu verlängerte Eberl die Verträge mit Jamal Musiala, Alphonso Davies und Dayot Upamecano – allerdings zu Summen, die bei dem ein oder anderen intern durchaus kritisch gesehen werden.

Genau dort dürfte einer der Knackpunkte liegen. Vor allem die teuren Vertragsverlängerungen sollen Hoeneß missfallen haben. Bei Upamecano wirkten die Bayern tatsächlich über Monate nicht wie der große, souveräne Verhandlungspartner. Am Ende bekam der Franzose doch weitgehend, was er wollte.

Und natürlich schauen auch andere Spieler sehr genau hin, welche Summen plötzlich möglich sind. Die hohen Gehalts-Forderungen von Konrad Laimer dürften nicht zuletzt damit zusammenhängen. Im August wird der Aufsichtsrat tagen, dann soll über Eberls Zukunft entschieden werden.

Konrad Laimer ist kein Maradona – aber wertvoll

Medienberichten zufolge soll der Österreicher, der einst als Ergänzungsspieler kam und längst zu einem der wichtigsten Leistungsträger geworden ist, 15 Millionen Euro Jahresgehalt für eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus fordern.

Bislang kassiert der 28-Jährige zehn Millionen. Eine Summe, die laut Hoeneß "nur sehr wenige Vereine in Europa überhaupt anbieten".

"Konny ist ein Spieler, den ich sehr schätze. Er ist für die Mannschaft extrem wichtig, genauso für die Außendarstellung des Vereins. Er arbeitet unheimlich viel für das Team. Aber er ist eben nicht Maradona", sagte Hoeneß in seiner ureigenen Art bei "DAZN".

Laimer selbst dementierte zuletzt die kolportierten Zahlen – und bleibt entspannt. "Schauen wir mal, wo die Reise hingeht", kommentierte er am Rande des Pokalfinals.

Immerhin: Die Bayern sollen die zuletzt stockenden Verhandlungen laut "Bild" wieder aufgenommen haben. Für eine Verlängerung spricht auch, dass die Münchner dem Bericht zufolge ihr Interesse am 19-jährigen Givairo Read von Feyenoord Rotterdam zurückgezogen haben sollen.

Alphonso Davies nicht mehr unumstritten

Im Februar 2025 verlängerte Eberl mit Davies bis 2030. Gut ein Jahr später gilt der Kanadier intern bereits als potenzieller Verkaufskandidat. Hintergrund soll vor allem die Verletzungsanfälligkeit des Linksverteidigers sein.

Mit einem Kreuzbandriss war Davies nahezu die komplette Hinrunde ausgefallen. Seitdem plagen ihn immer wieder muskuläre Probleme. An seine frühere Topform konnte er bislang nicht mehr anknüpfen.

Als mögliche Alternativen gelten Eintracht Frankfurts Nathaniel Brown oder Josko Gvardiol von Manchester City, wobei sich Letzterer im Abwehrzentrum wohler fühlt. Beide wären mit 90 beziehungsweise 60 Millionen Euro allerdings deutlich teurer, als die Bayern für diese Position eigentlich ausgeben wollen.

Und noch ein Problem kommt hinzu: Die Zahl der Vereine, die nicht nur eine hohe Ablöse, sondern auch Davies‘ enormes Gehalt stemmen könnten, ist überschaubar. Vielleicht auch deshalb sieht Hoeneß manche Entscheidungen Eberls kritisch.

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Harry Kane – der beste Transfer der Bayern-Geschichte

Hattrick im Pokalfinale. Insgesamt 61 Tore in 51 Pflichtspielen. Für den Engländer war es die erfolgreichste Saison seiner Karriere. Selbst Hoeneß schwärmte: "Das war der beste Transfer, den wir je gemacht haben."

Kane kam im Sommer 2023 für knapp 100 Millionen Euro von Tottenham Hotspur und ist damit bis heute Bayerns Königstransfer. Sein Vertrag läuft allerdings 2027 aus. Zwar sind beide Seiten an einer Verlängerung interessiert, ein Selbstläufer wird das trotzdem nicht.

Denn Kane ließ bereits durchblicken, was er sich vorstellt. "An diesem Punkt in meiner Karriere will ich das meiste aus einem Vertrag herausholen. Das wird einer der letzten Verträge sein, die ich als Spieler unterschreibe."

Schon jetzt verdient der 32-Jährige rund 25 Millionen Euro pro Jahr. Zuletzt sollen die Gespräche laut Eberl wieder intensiviert worden sein. Ein Knackpunkt sei vor allem die Vertragslaufzeit, berichtet der "Kicker". Während Kane gerne drei weitere Jahre unterschreiben würde, bieten die Bayern aus Altersgründen bislang "nur" zwei. Eine Entscheidung dürfte wohl erst nach der Weltmeisterschaft fallen.

Alexander Nübel muss sich Verein suchen

Fest steht dagegen offenbar, dass Alexander Nübel trotz Vertrags beim FC Bayern keine Zukunft mehr hat. Während der 29-Jährige die vergangenen drei Jahre auf Leihbasis beim VfB Stuttgart spielte, entschieden sich die Münchner intern längst für Jonas Urbig als Neuer-Nachfolger ab Sommer 2027.

Doch wohin mit Nübel, der einst selbst als möglicher Neuer-Erbe galt? Die Leihe in Stuttgart endet, eine feste Verpflichtung können sich die Schwaben auch wegen des enormen Gehalts von elf Millionen Euro pro Jahr wohl kaum leisten. Auch wenn VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth die wirtschaftlichen Möglichkeiten noch einmal prüfen will.

Nübel dürfte sich deshalb eher einen neuen Verein suchen müssen. Dass sich die Bayern auf eine weitere Leihe einlassen, gilt als unwahrscheinlich. Aufgrund Nübels Qualität dürften sich besonders international genügend Optionen auftun.

Transferflop Joao Palhinha vor Heimat-Rückkehr

Joao Palhinha könnte für die Bayern endgültig zum Millionenverlust werden. Für 51 Millionen Euro kam der Portugiese einst vom FC Fulham, übrigens vor Eberls Amtszeit. Wirklich angekommen ist er in München allerdings nie. Zuletzt spielte Palhinha auf Leihbasis bei Tottenham Hotspur.

Zwar besitzen die Londoner eine Kaufoption über 30 Millionen, diese gezogen haben sie bislang aber nicht. Die Tendenz scheint eher gegen einen festen Transfer zu gehen. Dabei kam der defensive Mittelfeldspieler in der vergangenen Saison immerhin auf 44 Einsätze. Den Sprung in Portugals WM-Kader schaffte er trotzdem nicht.

Laut "Sky" denkt Palhinhas Jugendverein Sporting Lissabon über eine Rückholaktion nach.

Keine Bayern-Zukunft für Bryan Zaragoza

Der Linksaußen kehrt nach seiner Leihe zur AS Rom zunächst nach München zurück, hat dort trotz Vertrags bis 2029 aber wohl keine Zukunft mehr. Und das, obwohl die Bayern offensiv genau auf seiner Position eigentlich noch einmal nachlegen wollen.

Bei Zaragoza geht es nun vor allem darum, einen Abnehmer zu finden. Die Roma wird die Kaufoption über 13,5 Millionen Euro nicht ziehen. Diese wäre ohnehin nur verpflichtend geworden, hätte der Spanier mindestens die Hälfte der möglichen Spielminuten absolviert. Davon war Zaragoza weit entfernt.

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Galatasaray feilscht um Sacha Boey

Und dann wäre da noch Sacha Boey – bislang vor allem ein ziemlich teures Missverständnis. Im Januar 2024 verpflichteten die Bayern den Franzosen für 30 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul. Wirklich funktioniert hat dieses Kapitel allerdings nie.

Zuletzt war der Außenverteidiger an seinen Ex-Klub verliehen. Galatasaray kann sich einen festen Transfer durchaus vorstellen, will die vertraglich vereinbarte Kaufoption von 15 Millionen Euro der "Bild" zufolge aber nachverhandeln. Der FC Bayern soll bereits abgelehnt haben.

Die Frage bleibt trotzdem: Wohin mit Boey? Oder bekommt er an der Säbener Straße wider Erwarten doch noch eine neue Chance?

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Keine Verwendung für Daniel Peretz

Die acht Millionen Euro Ablöse für den Torhüter hatten die Bayern eigentlich bereits fest eingeplant. Die Kaufoption wäre verpflichtend geworden, wäre der FC Southampton in die Premier League aufgestiegen.

Doch wegen eines Spionageskandals wurden die Südengländer aus den Playoffs ausgeschlossen – und bleiben zweitklassig. Damit verfällt auch Peretz‘ Vertragsklausel.

Da der Marktwert des Keepers aktuell nur bei rund zwei Millionen Euro liegt, gilt es als unwahrscheinlich, dass Southampton die Option trotzdem zieht.

Ausnahme vom Sparkurs für Anthony Gordon?

Um sich punktuell zu verstärken, wollen die Bayern eigentlich keine Unsummen ausgeben. Der Aufsichtsrat sehe keine Notwendigkeit für exorbitante Investitionen, berichtet die "tz". Für Anthony Gordon von Newcastle United könnten die Münchner allerdings eine Ausnahme machen.

Der "Sportbild" zufolge genießt die Verpflichtung des 25-jährigen Offensivspielers zumindest bei Ehrenpräsident und Aufsichtsratsmitglied Hoeneß höchste Priorität. Eberl soll sich mit dem Spieler bereits einig sein. Problematisch bleibt allerdings die Ablöse.

Newcastle fordert demnach mindestens 87 Millionen Euro, während die Bayern laut "Daily Mail" maximal 69 Millionen zahlen wollen.

Eberl gab sich zuletzt trotzdem optimistisch. "Wir sind uns einig, dass wir einen Offensivspieler machen, wenn er zu finanzieren ist. Wir haben ein sehr gutes Gespräch geführt und hoffen, dass wir weiterkommen", so der Sportvorstand.

Gordon gilt als mögliche Alternative zu Luis Diaz auf der linken Außenbahn.

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Bayern beobachtet Nationalspieler

Auch defensiv könnte sich noch etwas tun, vor allem auf der Rechtsverteidiger-Position. John Stones von Manchester City wäre ablösefrei zu haben. Der Engländer spielte jahrelang an der Seite von Bayern-Trainer Vincent Kompany. Eberl dementierte zuletzt allerdings jedes vermeintliche Interesse am 31-Jährigen.

Heißer scheint die Spur zu Yann Aurel Bisseck zu sein. Der Innenverteidiger von Inter Mailand werde schon länger von den Bayern beobachtet, berichtete Transferexperte Fabrizio Romano.

Der 25-Jährige steht zwar nicht im WM-Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann, gilt wegen seiner Flexibilität aber als interessant. Bisseck könnte auch auf der rechten Abwehrseite spielen.

Laut "Gazzetta dello Sport" verpasste Inter ihm zuletzt ein Preisschild von 40 Millionen Euro. Für die Bayern wäre ein Transfer wohl nur realistisch, wenn gleichzeitig Hiroki Ito und Großverdiener Minjae Kim verkauft würden.

Vor allem Kim belastet die Gehaltsstruktur. Der Südkoreaner kam einst für 50 Millionen Euro Ablöse und verdient kolportierte 17 Millionen Euro pro Jahr. Für rund 25 Millionen Euro würden die Bayern ihn offenbar ziehen lassen. Angeblich soll Fenerbahce Istanbul Interesse haben.

Trotz auferlegtem Sparkurs - das bayerische Personalkarussell dreht sich rasant. Sollte Eberl auf all die offenen Fragen einen Antwort finden, dürfte er vermutlich auch die Hoeneß’sche Gunst endgültig wiedergewinnen.

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