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Bundesliga

Werder Bremen gegen Hamburger SV: Wie Thioune Polzin den Weg zum Bundesliga-Trainer ebnete

Veröffentlicht:

von Oliver Jensen

ran Fußball Bundesliga

Bundesliga: So sieht neue Meisterschale aus

Videoclip • 01:02 Min


HSV-Trainer Merlin Polzin trifft am Samstag mit Bremen-Coach Daniel Thioune auf einen langjährigen Freund und Förderer. Polzin wäre vermutlich gar kein Profitrainer, hätte ihm Thioune diesen Karriereweg nicht ermöglicht.

Früher waren sie Kollegen, Samstag sind sie Gegner.

HSV-Trainer Merlin Polzin und Werder-Coach Daniel Thioune - die am Samstag (15:30 Uhr, im Liveticker auf ran) im Nordderby aufeinandertreffen - haben eine besondere Verbindung.

Gemeinsam trainierten sie die U17, U19 und später die Profis des VfL Osnabrück. Im Sommer 2020 wechselten sie zusammen zum Hamburger SV. Thioune war auf all diesen Stationen Cheftrainer, Polzin sein Assistent.

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Vermutlich wäre Polzin nie als Trainer im Profifußball angekommen, hätte Thioune ihm dies nicht ermöglicht. Zwar trainierte Polzin von 2011 bis 2012 in den unteren Jahrgängen des Hamburger SV. Doch mit Profifußball hatte das wenig zu tun.

Sein Berufsziel lag eher darin, an einer Schule zu unterrichten. Zum Wintersemester 2012/13 begann er an der Universität Osnabrück ein Lehramtsstudium mit den Schwerpunkten Deutsch und Sport. Dabei lernte er Thioune kennen, der damals die U17 des VfL Osnabrück trainierte.

Polzin assistierte und scoutete für Thioune

"Er hat in Osnabrück studiert, war fußballaffin, hat manchmal im Leistungszentrum zugeschaut. Dadurch kamen wir ins Gespräch", erinnert sich Thioune an die ersten Begegnungen. Der ehemalige Zweitliga-Profi war so begeistert von dessen Spielbeobachtungen, dass er ihn im Sommer 2014 offiziell in sein Trainerteam bei der U19 integrierte.

"Er hat die Trainingseinheiten von mir begleitet, hat am Wochenende sogar für mich gescoutet. Das ist nun schon 13 Jahre her. Wir hatten eine gemeinsame wunderbare Zeit." Polzin blieb an der Seite von Thioune, als dieser zum Profitrainer des VfL Osnabrück befördert wurde, mit diesen 2019 in die 2. Bundesliga aufstieg und ein Jahr später zum HSV wechselte.

Für den langjährigen HSV-Fan Polzin, der früher im Fanblock stand und sogar an Auswärtsfahrten teilnahm, schloss sich somit ein Kreis. Nach nicht einmal einem Jahr wurde Thioune beim HSV entlassen. Polzin blieb.

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Erst war er Assistenztrainer von Horst Hrubesch, Tim Walter und Steffen Baumgart. Seit November 2024 steht Polzin als Cheftrainer in der Verantwortung und führte seinen Herzensverein zum Aufstieg in die Bundesliga.

Polzin ist dankbar, dass Thioune ihm diesen Weg geebnet hat. "Ich habe Daniel kennengelernt, als ich Anfang 20 war – ich war noch ein ganz junger Trainer, aber vor allem auch ein junger Mensch. Er hat mir mit seiner Lebenserfahrung und auch mit den Dingen, die er als Profi und Trainer gelernt hat, ungemein geholfen", sagt der 35-Jährige.

"Daniel war für mich ein ganz, ganz wichtiger Mensch und Trainerkollege, der dafür gesorgt hat, dass ich heute hier sitzen darf. Und es gibt nicht viele Dinge, die cooler sind, als bei einem Bundesligaspiel gegeneinander antreten zu dürfen."

Das letzte Aufeinandertreffen gewann Polzin

Es ist nicht das erste Mal, dass Polzin und Thioune mit ihren Teams aufeinandertreffen. Das Duell Lehrer gegen Schüler ereignete sich bereits vergangene Saison in der 2. Bundesliga, als der HSV im heimischen Volksparkstadion mit 4:1 gegen Fortuna Düsseldorf gewann.

Beim Aufeinandertreffen am Samstag wird die gemeinsame Vergangenheit allerdings keine Rolle spielen. "Das ist ein Fußballspiel, wir spielen beide um den Klassenerhalt. Wir sind vielleicht als Freunde vereint, aber in den Farben getrennt – und das soll auch so bleiben", stellt der 51-jährige Thioune klar.

Danach allerdings dürfte wieder alles beim Alten sein. "Es muss schon eine Menge passieren, dass unser freundschaftliches Verhältnis unter irgendetwas leidet", sagt Thioune. "Aber am Wochenende sind wir keine Freunde."

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