Champions League
Bayern München vs. Paris St. Germain: Eine Nacht für die Geschichtsbücher - das geschah vor und hinter den Kulissen
Veröffentlicht:
von Martin Volkmar:newstime
Was nach Abpfiff in der Bayern-Kabine passierte
Videoclip • 01:07 Min • Ab 12
Der FC Bayern und PSG zeigen im Halbfinale der Champions League eines der besten Spiele der Fußball-Historie. Ein Erlebnisbericht des ran-Reporters aus Paris.
Aus Paris berichtet Martin Volkmar
Als Vincent Kompany um 19.20 Uhr in den Katakomben des Prinzenparks aus dem kurz zuvor mit einem gellenden Pfeifkonzert und Pyro-Nebel empfangenen Mannschaftsbus steigt, ahnt er noch nicht, was auf ihn zukommen wird.
Der Trainer des FC Bayern darf seine Mannschaft im Halbfinal-Hinspiel bei PSG wegen einer Gelbsperre nicht von der Bank aus coachen und muss sich daher unmittelbar nach der Ankunft von ihr trennen.
Doch zu dem Zeitpunkt ist der Belgier noch zuversichtlich, dass er den Abend gut überstehen wird. "Alles ist geklärt. Es geht jetzt über die Mannschaft", sagt er bei "Prime Video": "Die müssen das selber schaffen, sie müssen selber die Probleme auf dem Platz lösen."
Die Stimmung rund um die Arena nahe des Bois de Bologne ist elektrisierend, je näher der Anpfiff rückt. Im mit 48.583 Zuschauern voll besetzten Stadion steigt die Anspannung von Minute zu Minute, angepeitscht vom lautstarken Sprecher, der immer wieder den Schlachtruf "Ici, c’est Paris!" ins Mikrofon schreit.
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Atemberaubende Stimmung im Stadion in Paris
Zehn Minuten vor Beginn spielt eine Musikband das StarWars-Thema, während auf drei Seiten riesige Plakate über die ganze Tribüne ausgerollt werden. "Auf zur Eroberung Europas" steht darauf. Wenig später intoniert die Kapelle die französische Nationalhymne und das ganze Stadion singt mit.
Den Anpfiff erlebt Kompany im zentralen Oberrang neben den TV-Kommentatorenplätzen an der Seite seiner Spielanalysten und mit einem Knopf im Ohr, anscheinend gibt es doch nicht das vermeldete strenge Kontaktverbot der UEFA. Währenddessen treibt sein Assistent und Vertreter Aaron Danks die Bayern fast durchgehend vom Spielfeldrand aus an.
Trotz der fantastischen Stimmung und der anfangs Ohren betäubenden Unterstützung für PSG kommen die Münchner gut ins Spiel und gehen nach 17 Minuten durch Harry Kanes sicher verwandelten Elfmeter nach vorherigem Foul an Luis Diaz in Führung.
Kurz darauf verpasst Michael Olise aber das 0:2 und dann schlagen die Gastgeber mit ihrer herausragenden Offensive zurück: Erst tanzt Khvicha Kvaratskhelia Josip Stanisic aus (24.), dann entwischt Joao Neves Jamal Musiala nach einer Ecke und köpft ein (33).
Offener Schlagabtausch sorgt für ungläubiges Kopfschütteln
Spätestens jetzt ist es ein packendes Duell mit offenem Visier, bei dem den Zuschauern permanent der Atem stockt und selbst die erfahrensten Journalisten auf der Pressetribüne nur noch mit dem Kopf schütteln über das so selten bis nie erlebte auf dem Rasen.
"Es war zu erwarten, dass es ein Schlagabtausch wird - so offen war aber nicht zu erwarten", staunt Joshua Kimmich hinterher, der sein Team weiter antreibt.
Kurz vor der Pause gleicht Olise aus, doch in der fünften Minute Nachspielzeit springt Alphonso Davies die Flanke von Ousmane Dembele an die Hand und nach VAR-Eingriff sowie längeren Diskussionen entscheidet der Schweizer Schiedsrichter Sandro Schärer auf Strafstoß – Manuel Neuer ahnt die Ecke, aber Dembele trifft zum 3:2-Pausenstand.
Durchatmen. Und Staunen auf den Rängen über eine Partie, die in ihrer Klasse und Intensität schon jetzt historisch scheint.
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Neuer kassiert zum ersten Mal seit 16 Jahren fünf Gegentore
Doch die Bayern kommen schlecht aus der Pause. Zweimal in Folge verlieren sie den Ball zu einfach in der Vorwärtsbewegung und der PSG-Zug geht unaufhaltsam ab. Erneut Kvaratskhelia zum 4:2 (56.) und kurz darauf wieder Dembele, der diesmal in den rassigen Duellen mit seinem Jugendfreund Dayot Upamecano die Oberhand behält und Neuer auf dem falschen Fuß erwischt – vom Innenpfosten springt der Ball zum 5:2 über die Linie.
Der Prinzenpark gleicht einem Tollhaus, während der Bayern-Kapitän frustriert auf dem Boden liegt. Es ist ein Abend zum Vergessen für den Routinier, der zum ersten Mal seit 16 Jahren fünf Gegentreffer kassiert und dabei gleichzeitig keinen gefährlichen Ball halten kann.
Trotzdem springt Neuer auf und pusht seine Vorderleute, auch aus Sorge, die Bayern könnten jetzt komplett einbrechen. "Nach diesem fünften Gegentor bin ich zu ein paar Spielern gegangen", erzählt der Keeper später.
Er habe seinen Teamkollegen gesagt, "dass wir unser Spiel spielen, dass wir daran glauben müssen. Es sind zwei, drei Worte und da geht es auch mehr um die Körpersprache und um zu zeigen, dass wir jetzt nicht umfallen oder aufgeben".
Kimmich gelingt beinahe noch der Ausgleich zum 5:5
Nicht nur Neuers Worte rütteln die Mannschaft wach – sondern auch der überbordende Jubel der Pariser. So springt Trainer Luis Enrique von seiner Bank auf und feiert Richtung Tribüne.
"Die haben sich abgeklatscht, als ob sie schon durch sind und nach Budapest fahren", sagt Sportvorstand Max Eberl mit Verweis auf das Champions-League-Finale und nennt die folgende Reaktion ebenso wie FCB-Boss Jan-Christian Dreesen einen „bestandenen Charaktertest".
"In den letzten Jahren wären wir wahrscheinlich weggebrochen", meint auch Kimmich – doch diesmal kommen die Bayern zum Unglauben fast aller Beobachter wieder zurück. Binnen drei Minuten stellen Upamecano (65.) und Diaz (68.) den Spielstand von einem kaum aufzuholenden Rückstand von drei Toren auf nur noch 4:5. Die überragende Quote des Bayern-Angriffs von insgesamt 100 Saisontreffern für Kane, Olise und Diaz ist dabei nur eine Randnotiz.
Alles ist wieder offen, PSG quält sich körperlich schwer angeschlagen durch die Schlussminuten, in denen Kimmich in der Nachspielzeit sogar fast noch das 5:5 gelingt - sein Kopfball wird von Pacho gerade noch von der Torlinie geschlagen.
Eine magische Nacht, die lange in Erinnerung bleiben wird
Dann ist Schluss, beide Teams werden vom eigenen Anhang minutenlang gefeiert. Schon jetzt ist allen klar: Diese magische Nacht wird dauerhaft in Erinnerung bleiben. Auch, weil es das torreichste Halbfinale im Europacup der Landesmeister seit dem 6:3 von Eintracht Frankfurt gegen die Glasgow Rangers vor 66 Jahren ist.
Bereits kurz nach dem Abpfiff überschlägt sich die internationale Presse förmlich vor Begeisterung. "Ein Spiel des Jahrhunderts", titelt die "Sun". "El Mundo Deportivo" bejubelt ein "Fußball-Meisterwerk" und die "As" schreibt begeistert: "Ein Wahnsinn für die Geschichtsbücher, eine Ode an den Fußball."
Auch Luis Enrique, der mit dem FC Barcelona und PSG die Champions League und zahlreiche weitere Titel gewonnen hat, ist noch Minuten danach fassungslos. "Das war das beste Spiel, in dem ich als Trainer dabei war, ohne Zweifel", sagt er: "Ich habe noch nie eine solche Intensität, ein solches Tempo und ein solches physisches Niveau gesehen. Wir müssen allen gratulieren."
Derweil schwankt die Stimmung bei den Bayern zwischen Stolz auf das Gezeigte sowie Zufriedenheit über die Aufholjagd und Frust über die Niederlage und die vielen Gegentore. "Man sitzt in der Kabine und hat das Gefühl: Da ist noch was möglich", erklärt Kimmich mit Blick aufs Rückspiel am kommenden Mittwoch: "Wir müssen in Anführungszeichen nur gewinnen."
PSG-Trainer Luis Enrique rechnet mit turbulentem Rückspiel
Kompany ist froh, dass seine Qualen auf der Tribüne nach dem Schlusspfiff endlich ein Ende haben. "Es war eine Katastrophe. Diese Erfahrung habe ich nicht genossen", sagt er.
Als erstes eilt er in die Kabine und gratuliert seinen Spielern für die Leistung. "Er hat gesagt, dass er stolz auf uns ist, dass wir zurückgekommen sind. Und dass wir stolz auf die Mentalität sein können", erzählt Aleksandar Pavlovic.
Danach trifft Kompany in den Katakomben auf Luis Enrique, beide beglückwünschen sich herzlich zur Leistung des Gegners. "Das Rückspiel wird genauso laufen wie das Hinspiel", kündigt der Spanier an: "Ich habe meine Mitarbeiter vor fünf Minuten gefragt, wie viele Tore wir zum Sieg brauchen: Mindestens drei!"
Sein Gegenüber geht ebenfalls davon aus, dass es auch in der Allianz Arena ein Topspiel auf Weltklasse-Niveau geben wird. „PSG wird nicht akzeptieren, es anders zu machen, und wir auch nicht", sagt Kompany auf der Pressekonferenz:
"Der Glaube ist 100 Prozent da, aber wir brauchen unsere Fans. Es war so ein Feuer gegen Madrid. Wir brauchen nicht weniger, wir brauchen sogar noch mehr. Das ist das einzige, worum ich bitten kann. Ich würde zum Stadion kommen für so ein Spiel, aber nicht um leise zu sein."
Donnernder Applaus beim Bayern-Bankett
Es ist nach Mitternacht, als der Bayern-Bus das Stade de Prince verlässt und nach einer kurzen Fahrt über die Seine vor dem noblen Teamquartier, dem Four Seasons Hotel George V unweit der Champs Elysees, einparkt.
Kurz darauf werden die Spieler von Fans, Familienmitgliedern und Sponsoren mit donnerndem Applaus auf dem Bankett im Kellersaal empfangen, ehe CEO Dreesen zu seiner kurzen Rede ansetzt.
"Das war ein außerordentlicher Tag, ein historischer Tag!", sagt er mit einem Lächeln: "Ich bin optimistisch, dass wir zu Hause mit unseren Fans im Rücken womöglich Großes erreichen können."
Die Stimmung in der kurzen Nacht von Paris bei allen Beteiligten ist gut, aber nicht euphorisch. Alle wissen: Das Erlebte war einzigartig – trotzdem ist eine Wiederholung beim Aufeinandertreffen der beiden offensivstärksten Mannschaften der Welt im Rückspiel ist alles andere als ausgeschlossen. Ausgang völlig offen.
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