Champions League
Champions League: Zu viele kleine Details: Warum der FC Bayern gegen PSG ausgeschieden ist
Veröffentlicht:
von Justin Kraftran Fußball
"Größter Skandal der Geschichte" - FCB-Fans schieben Schiri-Frust
Videoclip • 02:58 Min
Der FC Bayern München scheidet gegen Paris Saint-Germain aus der Champions League aus. ran analysiert die Gründe für das bittere Ende einer starken Königsklassen-Saison.
Einen kleinen Eindruck bekam man wenige Minuten vor dem Abpfiff dann doch noch davon, wie sich die Stimmung in der Allianz Arena anfühlt, wenn der FC Bayern gegen Paris Saint-Germain den 1:1-Ausgleich erzielt.
Harry Kane hatte den Ball endlich im Tor von PSG untergebracht. Das große Problem allerdings: Viel Zeit war auf der Uhr nicht mehr übrig. Im Gegenteil: Eine echte Chance zum Führungstreffer und zum Ticket in die Verlängerung hatten die Münchner nicht mehr.
Dieser späte Ausgleich hat das Ausscheiden noch etwas bitterer gemacht für den FCB. Er zeigte, was möglich gewesen wäre, wenn das Team von Vincent Kompany in entscheidenden Details etwas präziser, etwas konsequenter agiert hätte.
Details, in denen Paris in zwei Spielen das leicht bessere Team und damit auch der verdiente Sieger des Duells war. ran analysiert die Gründe für die Niederlage in zwei Spielen.
Das Quäntchen Glück: Paris Saint-Germain profitiert von Schiedsrichterentscheidungen
Allen voran muss dabei festgestellt werden, dass Paris in den entscheidenden Situationen etwas mehr Glück hatte. Sei es bei versprungenen Bällen oder eben bei Entscheidungen der Schiedsrichter. Beim Handelfmeter in der vergangenen Woche hätte es auch gute Argumente gegeben, Alphonso Davies nicht zu bestrafen.
Der Ball flog von seinem Oberschenkel an den Arm. Eine Situation, die von einigen Schiedsrichterexperten als vertretbar eingeordnet wurde, mit der sich aber vor allem ehemalige und aktuelle Profis sehr schwergetan haben. In jedem Fall eine Szene, für die es nicht immer Elfmeter gibt.
Im Rückspiel erwischte Schiedsrichter Joao Pinheiro dann einen ziemlich schlechten Tag – mit relativ einseitiger Verteilung der streitbaren Entscheidungen. Einen guten Angriff pfiff er zu voreilig ab, weil er Harry Kane im Abseits sah. Nuno Mendes hätte wegen eines Handspiels die gelb-rote Karte sehen müssen, aber stattdessen wurde Konrad Laimer eines angedichtet, das nicht da war.
Bei einer potenziellen Handelfmeterszene entschied das Gespann derweil richtig, weil ein Befreiungsschlag vorlag und Joao Neves, der klar mit der Hand am Ball war, von einem Mitspieler angeschossen wurde. Trotzdem bleibt für die Münchner ein mindestens kleines Geschmäckle. Es sind Situationen, die das Duell mitentschieden haben und die sich auch in der sportlichen Analyse nicht gänzlich ausklammern lassen.
Weitere Fußball-Videos
Das My reifer: PSG agiert abgezockter als der FC Bayern
Allerdings tun die Bayern gut daran, mit etwas Abstand nicht alles auf diese Faktoren zu fokussieren. Denn sportlich waren sie auf die 180 Minuten gesehen ein bisschen weniger abgeklärt als die Franzosen. "Wir waren offensiv nicht so die Killer", analysierte Manuel Neuer am "DAZN"-Mikrofon nüchtern.
Damit traf er den berühmten Nagel auf den Kopf. PSG machte laut "Fotmob" aus nicht mal drei Expected Goals (xG) in zwei Partien sechs Tore. Die Münchner trafen bei etwa 4,5 xG "nur" fünfmal. Die meisten Angriffe der Pariser waren zielstrebiger, wuchtiger und letztlich auch konsequenter. PSG nutze jede sich bietende Gelegenheit, um Abschlüsse zu suchen.
Die Münchner hingegen waren zu inkonsequent, zu verspielt. Noch ein Haken, noch ein Querpass, noch eine Verzögerung – und dann wurden die Schüsse entweder geblockt oder Paris kam zu Ballgewinnen. Aber auch defensiv gab es klare Unterschiede.
In der zweiten Halbzeit verteidigten die Franzosen deutlich tiefer und kompakter, aber taktisch diszipliniert und clever. Bayern hatte eine Art Scheinkontrolle, wusste damit aber meist nicht viel anzufangen. PSG hingegen kontrollierte die Partie auch ohne Ball. Sie spielten etwas reifer und taktisch variabler. Damit zogen sie den Münchnern letztlich den Zahn.
Bezeichnend ist auch, wie Luis Enrique Fabian Ruiz eingesetzt hat, um Michael Olise besser zu verteidigen. Der Mittelfeldspieler half Mendes enorm und verhinderte damit auch weitere strittige Zweikämpfe, in denen der Linksverteidiger hätte des Feldes verwiesen werden können. Man merkte der Mannschaft von PSG an, dass sie die positiven Erfahrungen der letzten Saison haben und wissen, wie man ins Finale kommt.
Die nächsten Livestreams bei Joyn
Bald verfügbarHeute, 20:00 Uhr • Darts
Darts: Premier League im Livestream
240 Min
Bald verfügbarHeute, 20:00 Uhr • Darts
Darts: Premier League im Livestream
240 Min
Den Tick zu unsicher: FC Bayern ließ Überzeugung vermissen
Die Offensivwucht der PSG-Angreifer und die zumindest im Rückspiel stabile Defensive schienen Bayern auch zu verunsichern. Es ist nicht so, dass die Gäste gar keine Fehler gemacht haben, aber bei den Münchnern waren auffällig viele kleine Unsauberkeiten im Spiel – sei es bei Pässen, Ballannahmen oder Abschlüssen. Das brach immer wieder den eigenen Rhythmus.
Gerade im zweiten Durchgang entfachten die Bayern zudem kaum noch Druck. Es schien fast so, als wären sie unsicher, als würde der letzte Prozentpunkt an Überzeugung fehlen. Luis Diaz und Olise kamen immer wieder in gefährliche Räume, aber von dort gelang ihnen nicht allzu viel.
In dieser Saison wurden sie schon oft mit "Robbery" verglichen. Von den absoluten Scorerpunkten her überflügeln sie alles, was Arjen Robben und Franck Ribery als Duo gezeigt haben. Der Hauptgrund dafür ist aber, dass sie fast nie verletzt sind. Waren sie fit, waren "Robbery" häufig in solchen Spielen die Unterschiedspieler. Weil sie bedingungslos und ohne Zögern die Entscheidungen in ihren Aktionen gesucht haben.
Zwar waren Olise und Diaz gut im Spiel. Immer wieder konnten sie in den Strafraum dribbeln. Aber ihre Aktionen waren nicht konsequent und zielstrebig genug. Auch hier fehlten also kleine Details, die zeigen, dass der Vergleich mit der legendärsten Flügelzange der Klubgeschichte etwas voreilig ist.
Und so addieren sich in verschiedenen Bereichen zu viele Kleinigkeiten, in denen Paris eben leicht die Nase vorn hatte. Deshalb kann man das Ausscheiden auch als verdient betrachten, wenngleich die Bayern auf eine herausragende Champions-League-Saison und einen großen Kampf mit PSG zurückblicken können.
Unter dem Strich werden die positiven Erkenntnisse überwiegen. In diesem Duell aber zog man knapp den Kürzeren. Gerade für Kompany eine Motivation, es in seinem dann dritten Jahr nochmal besser zu machen.
Auch interessant: Champions-League - Halbfinal-Rückspiel gegen PSG: FC Bayerns Triple-Traum geplatzt
Mehr Fußball-News

Franz-Beckenbauer-Supercup 2026
Auf wen trifft der FC Bayern im Franz-Beckenbauer-Supercup 2026?

DFB-Pokal
Finale des DFB-Pokal: FC Bayern vs. VfB Stuttgart im Joyn-Livestream, Free-TV und im Ticker

Champions League
Champions-League-Finale 2026: Datum, Spielort, live Übertragungen im Free-TV, Joyn-Stream und Ticker

Bundesliga
BVB-Hammer: Niklas Süle beendet seine Karriere

Champions League
Kanes Last-Minute-Tor lässt Bundesliga auf 5. CL-Platz hoffen

Champions League
PSG-Stimmen nach München-Coup: "So gewinnt man Titel"




