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Jamal Musialas Comeback: Kompanys Drohung gibt dem FC Bayern München Hoffnung

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

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Videoclip • 04:52 Min


Jamal Musiala leitet für den FC Bayern die Wende gegen Real Madrid ein – und sorgt damit für einen Hoffnungsschimmer.

In der 61. Minute hatten sowohl die Trainer des FC Bayern München als auch jene von Real Madrid jeweils eine Idee, um dem Spiel eine neue Wendung zu verleihen. Und beide Seiten sollten mit ihren Entscheidungen tatsächlich das Spiel massiv beeinflussen.

Madrid brachte Eduardo Camavinga, der kurz darauf die Rote Karte sehen sollte. Auf Seiten der Gastgeber kam Jamal Musiala. Der 23-Jährige stellte mit seinem 50. Champions-League-Einsatz nicht nur einen Rekord auf, er veränderte auch die Spieldynamik deutlich.

Bereits in seiner ersten Aktion war das zu erkennen. Zunächst presste Musiala aggressiv durch und erzwang damit einen hohen, unkontrollierten Ball nach außen. Dann war er im Zentrum sofort anspielbar, als die Münchner den Ball eroberten.

Mit einem Kontakt drehte er schnell auf, mit dem zweiten reagierte er blitzschnell und schickte Luis Diaz perfekt in die Tiefe. Der Kolumbianer hätte nur direkt abschließen müssen, um gute Karten auf den Ausgleich zum 3:3 zu haben. Doch er vertändelte die Kugel.

Es wäre ein Traumeinstand von Musiala gewesen, der zuletzt etwas in die Kritik geraten war. Seine lange Verletzungspause zog sich und zog sich und zog sich noch etwas weiter. Seine bisherigen Auftritte waren meist nicht überzeugend, seine Form wurde gerade mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Sommer mit Skepsis beäugt.

Nach einem weiteren Rückschlag und dem verpassten Lehrgang des DFB-Teams wurde es nochmal unruhiger. Doch die Geduld, die Vincent Kompany mit Musiala und der Spieler mit sich selbst aufbringen, scheint sich langsam bezahlt zu machen.

Jamal Musiala bringt den FC Bayern auf Halbfinalkurs

Schon gegen den FC St. Pauli war der Offensivspieler eine tragende Säule. Er traf schon nach neun Minuten zum 1:0 und bereitete einen weiteren Treffer vor. 84 Minuten, die die Hoffnung schürten, dass Musiala bald wieder der Alte sein könnte.

Und tatsächlich legte er nun gegen Real Madrid auf der größten aller Bühnen nach. Musiala ersetzte den in diesem Spiel eher unglücklich agierenden Serge Gnabry. Während Gnabry einige Bälle leichtfertig verlor, glänzte sein Ersatz mit großer Sicherheit. Musiala verlor kaum einen Ball, bewegte sich klug und beschleunigte das Spiel als Anspielstation in engen Räumen.

In der 89. Minute entschuldigte sich Diaz schließlich bei ihm dafür, dass er ihm zuvor einen potenziellen Assist genommen hatte. Musiala legte blind per Fußsohle auf seinen Teamkollegen ab und der versenkte den Ball aus der Distanz.

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"Der kommt": Zwei Worte wie eine Drohung

Als Vincent Kompany von "DAZN" auf die Leistung Musialas angesprochen wurde, sagte er nur nickend: "Der kommt." Zwei Worte, die wie eine Drohung klingen. "Es ist nur die Sache, wie viel Belastung wir ihm in einer Woche geben." Im Training aber habe er bei ihm ein Lachen beobachtet, das ein klares Indiz für den Fortschritt wäre.

Musiala hat das Spiel gegen Madrid verändert. Er hat in das teils zu harmlose und statische Spiel Dynamik bringen können. Bisher verlief die Saison so gut, dass man fast davon sprechen könnte, dass der Nationalspieler kaum vermisst wurde.

Doch gerade das Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid hat gezeigt, wo Musiala nochmal einen klaren Unterschied zu Serge Gnabry und allen anderen Offensivspielern liefern kann. Denn er ist in nahezu jeder Situation eine Option.

Musiala bewegt sich intelligent und traut sich in Räume, in die sich sonst kaum jemand wagt. Weil er weiß, dass er den Ball auch dort behaupten kann. Damit öffnet er Lücken für Mitspieler oder für sich selbst. Damit erhöht er die Pressingresistenz seines Teams.

Musiala verbindet Defensive und Offensive beim FC Bayern

Oft genug wurde Musiala in der Vergangenheit auf seine Qualitäten im Dribbling, im Abschluss oder in der Vorbereitung reduziert. Es mag sein, dass er dort die Highlights liefert. Aber die Art und Weise, wie er ein Spiel an sich reißen und kontrollieren kann, ist die eigentliche Magie, die er in Topform auf den Platz bringt.

Musiala verbindet Defensive und Offensive. Er kann ein Spiel lesen und in einem Bruchteil einer Sekunde verändern. Vor allem aber gibt er einer Mannschaft Stabilität und Sicherheit. Genau das hat er gegen Real Madrid wieder getan. Nicht mit den ganz großen Highlights, die im Gedächtnis bleiben.

Sondern mit vielen kleinen Aktionen, die dazu geführt haben, dass Bayern den Gegner ab seiner Einwechslung deutlich besser im Griff hatte als davor. Das Spektakel liefern im Moment noch andere. So weit ist Musiala noch nicht. Aber zumindest war er im Rückspiel gegen Real Madrid jetzt mal wieder einer derjenigen, die das Spektakel überhaupt erst ermöglicht haben.

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Musiala ist auf dem richtigen Weg

Es ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein Schritt, der Kompany freuen dürfte und einer, den auch Julian Nagelsmann mit großem Interesser verfolgen wird. Am 28. April steht bereits das Hinspiel im Champions-League-Halbfinale in Paris an.

Dann könnte sich ein kleiner Kreis in Musialas noch junger Karriere schließen. PSG war der Gegner, mit dem die Reise dieser Saison auf vielen Ebenen begann. Bei der Klub-WM kassierte der FC Bayern eine Niederlage, die im Schatten der schweren Verletzung des Angreifers stand.

Immer wieder hatten Max Eberl und einige Spieler in dieser Saison betont, dass die Klub-WM großen Einfluss darauf hatte, wie das Team zusammengewachsen ist. Zumindest für Musiala zerbrach damals einiges. Der Weg zurück war unfassbar weit für ihn. Während seine Mannschaft von Erfolgserlebnis zu Erfolgserlebnis marschierte, war er mit einem Kampf beschäftigt, bei dem er oft auf sich allein gestellt war.

Seine ersten Auftritte wirkten, als hätte er den spielerischen Kontakt zum Team etwas verloren. Doch das war gegen Madrid vollkommen anders. Er lieferte einen Hoffnungsschimmer. Und könnte seine ganz persönliche Geschichte nun in der entscheidenden Saisonphase abrunden.

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