Fußball
PSG vs. FC Bayern – Julian Draxler exklusiv: "Bayerns Verteidigung lässt viel Raum für die PSG-Offensive"
Aktualisiert:
von Philipp Kesslerran Fußball
FC Bayern: Kein Mourinho-Trick! Darum hat Kompany so viel "Tribünen-Erfahrung"
Videoclip • 01:06 Min
Im Interview mit ran spricht Ex-Nationalspieler Julian Draxler über das Duell seines ehemaligen Klubs PSG gegen Bayern München und die Zukunft seines früheren Kollegen Manuel Neuer.
Von Philipp Kessler
Dieses Duell ist Königsklasse.
Am Dienstag (ab 21 Uhr im ran-Liveticker) empfängt Titelverteidiger Paris Saint-Germain im Halbfinal-Hinspiel der Champions League den FC Bayern.
Für Experten und Fans treffen die aktuell besten Teams Europas aufeinander.
Auch Julian Draxler blickt bei ran gespannt auf das Duell zwischen seinem Ex-Club, für den er zwischen 2017 und 2023 auf Titeljagd ging, und dem deutschen Rekordmeister – gegen den er im Champions-League-Finale 2020 mit den Franzosen den Kürzeren zog (0:1).
Julian Draxler: Kane ist "die wohl beste Neun der Welt"
ran: Herr Draxler, wie soll Paris Bayern stoppen?
Julian Draxler: Man könnte auch sagen: Wie soll Bayern Paris stoppen? Ich denke, die beiden besten Mannschaften in diesem Jahr treffen aufeinander. Kleinigkeiten und Tagesform werden die Spiele mit Sicherheit entscheiden. Ich sehe eher zwei enge Spiele bei dem beide auf Topniveau sein müssen.
ran: Was kann PSG aus den Auftritten des FC Bayern gegen Real Madrid lernen?
Draxler: Natürlich, dass mit Bayern in diesem Jahr zu rechnen ist. Dass sie unglaubliche offensive Power haben. Ich schätze PSG noch stärker ein als Real Madrid im Moment. Bayern verteidigt sehr mutig und hoch, das gefällt mir sehr, lässt natürlich aber auch Raum für Offensivkünstler, wie PSG sie hat. Vor allem deren Schnelligkeit mit Läufen in die Tiefe ist gefährlich. Ich bin gespannt. Real konnte hier und da schon sehr gefährlich Angriffe starten und dazu ist Paris auch mehr als fähig.
ran: Ist Paris individuell besser besetzt als der FC Bayern?
Draxler: Das ist schwierig zu sagen. Ich glaube, es stehen einige der besten Spieler der Welt in diesem Spiel auf dem Platz. Auf beiden Seiten. Natürlich Dembele, der amtierende Weltfußballer, auf der anderen Seite Kane, die wohl beste Neun der Welt und mein Lieblingsspieler der Bundesliga: Michael Olise. Man könnte noch viele mehr aufzählen, aber das Niveau auf beiden Seiten ist unglaublich hoch.
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PSG vs. FCB: Kompany Ausfall sei nicht zu schlimm
ran: In der Ligaphase hat PSG gegen den FC Bayern verloren. Inzwischen läuft es wieder richtig rund. Warum kommt die Mannschaft immer zur Crunch Time in Topform?
Draxler: Wir hatten damals mit PSG oft das Problem, dass wir zur Crunch Time mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatten. Die Spieler, die dann einspringen mussten, hatten oft durch die Saison nicht genug Spielpraxis und waren nicht in Topform. Das macht PSG unter Luis Enrique sehr, sehr gut. Alle Spieler sind gefühlt auf 100 Prozent und auch wenn mal jemand ausfällt oder einen schlechteren Tag hat, kommt jemand von der Bank, der das Spiel komplett verändern kann. Ich glaube, sie dosieren die Spielzeiten die Saison über besser als früher.
ran: Ist es ein Vorteil für PSG, dass FCB-Coach Vincent Kompany nicht auf der Trainerbank sitzen darf?
Draxler: Ich glaube, am meisten wird es Kompany selbst ärgern, dass er bei dem Spiel nicht auf der Bank sitzt. Er wird sicherlich Wege finden, auf das Spielgeschehen Einfluss zu nehmen. Die Bayern haben so eine hohe Qualität, da weiß jeder, was er zu tun hat, auch wenn der Trainer nicht von der Seitenlinie reinruft. Er wird sie top einstellen und dann auf der Tribüne mehr leiden als die Spieler auf dem Feld, denke ich.
ran: Was kann Kompany von einem etablierten Trainer wie Luis Enrique lernen?
Draxler: Ich glaube, von Luis Enrique kann jeder Trainer etwas lernen. Wie er PSG entwickelt hat, ist schon bemerkenswert. Kompany ist aber auch schon so lange als Spieler und Trainer auf Top-Niveau unterwegs, dass er sicher seine eigenen Ideen hat und seinen eigenen Weg geht. Seine Person wirkt auf mich sehr ausgeglichen und angenehm. Mit dem richtigen Gespür für sein Team und auch für die Medien.
Manuel Neuer "ist für mich der beste Keeper aller Zeiten"
ran: Sie kennen Manuel Neuer schon lange aus gemeinsamen Zeiten bei Schalke 04. Wie schätzen Sie seine Leistungen mit 40 Jahren ein? Hat er eine weitere Topsaison in den Knochen?
Draxler: Manu ist für mich der beste Keeper aller Zeiten. Ich würde mich freuen, wenn er noch weitermacht. Wir sollten uns erfreuen, solange er auf dem Platz ist. Jünger wird er leider nicht, aber wenn man ihn im Hinspiel gegen Real Madrid gesehen hat, ist er immer noch absolute Weltklasse. Am Ende wird er das selbst entscheiden, aber ich glaube, er wird noch mindestens ein Jahr dranhängen.
ran: Woran macht man als Spitzensportler fest, ob der Zeitpunkt für ein Karriereende gekommen ist?
Draxler: Ich bin noch nicht an dem Punkt, meine Karriere zu beenden, aber ich glaube, man merkt es generell am Körper. Wenn man nicht mehr so hinterherkommt, wie man gerne würde und so eine lange erfolgreiche Karriere hinter sich hat, dann ist es, glaube ich, ein guter Zeitpunkt zu sagen: Das wars. Andererseits hängt es natürlich auch an der inneren Motivation, trotz Erfolgen und höherem Alter immer noch zum Training zu gehen und jeden Tag Spaß zu haben. Wenn das nicht mehr gegeben ist, sollte man einen Schlussstrich ziehen.
Julian Draxler über sein Unternehmen und Leben in Katar
ran: Sie sind auch als Investor und Unternehmer aktiv. Ihre Haarpflegeprodukte "Haarwald" sieht man aktuell häufig in den Medien. Wie sind Sie auf die Produktidee gekommen?
Draxler: Die Idee für "Haarwald" ist auf dem Platz entstanden. Ich war immer wieder unzufrieden mit meinen Haaren. Als Fußballer ist man ja doch ein bisschen eitel. Mein Freund und Friseur Musti hat dann immer aus Spaß gesagt: "Wie siehst du denn aus? Hast du kein vernünftiges Wachs? Bei dir halten die Haare überhaupt nicht und du siehst auf jedem Foto scheiße aus." Dann ging es einfach los, wir haben über die Jahre seit 2021 viel entwickelt und verbessert. Ich muss auch sagen, dass vor allem ich als Profifußballer schon ein wenig belächelt wurde: "Der Fußballer mit dem Haargel, na klar." Aber es ist eben auch ein richtiger Business Case. Wir haben es geschafft, in alle großen Drogeriemärkte in ganz Deutschland zu kommen – da bin ich wirklich stolz drauf!“
ran: Sie spielen inzwischen in Katar und abseits des europäischen Fußballs. Fehlt Ihnen der Zirkus und das Scheinwerferlicht, das Sie noch in Paris neben Superstars wie Lionel Messi, Neymar oder Kylian Mbappé hatten?
Draxler: Den großen Zirkus vermisse ich nicht. Ganz im Gegenteil: Was die Aufmerksamkeit betrifft, lebe ich hier in Katar ein Leben, was ich zuletzt mit 17 hatte. Man erkennt mich nicht, und wenn doch, sind die Menschen sehr zurückhaltend. Hier bist du nicht "der Fußballer", sondern nur ein normaler Typ aus Deutschland.
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