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FC Bayern: Darum ist Paris St. Germain gefährlicher als Real Madrid - Analyse vor dem Halbfinale der Champions League
Aktualisiert:
von Justin Kraftran Fußball Bundesliga
FC Bayern - Fans euphorisch: "Baut Kompany eine Statue"
Videoclip • 02:00 Min
Der FC Bayern München spielt eine sehr gute Saison. Doch gegen Paris Saint-Germain braucht der Rekordmeister eine Leistungssteigerung, um sich auch in der Champions League krönen zu können.
Real Madrid war über Jahre hinweg der Endgegner. Für den FC Bayern München, aber auch für viele andere Klubs in der Champions League. Die Königlichen haben sich mit vielen Titelgewinnen den Ruf zurückerobert, das Maß aller Dinge zu sein.
Schaut man sich aber die vergangenen beiden Jahre an, dann ist Madrid längst nicht mehr der Endgegner der Königsklasse. Und das hat der FC Bayern zuletzt im Viertelfinale auch aufgezeigt.
FC Bayern - Monstermentalität gegen PSG: das wird fast schon zur Tradition - ein Kommentar
Champions League: Die Aufstellung des FC Bayern heute gegen Paris Saint-Germain
Defensiv sind die Spanier anfällig, offensiv zu abhängig von individuellen Geistesblitzen und auch sonst funktionieren sie als Mannschaft nicht so gut wie die Teams, die nun im Halbfinale stehen.
Real, so würde die Formulierung vermutlich am ehesten der Realität entsprechen, ist im aktuellen Zustand der Königsklassen-Endgegner der Vergangenheit. Nun aber trifft der FC Bayern im Halbfinale auf den Endgegner der Gegenwart: Paris St. Germain.
Die Franzosen spielen beeindruckenden, abgezockten Fußball und bringen Qualitäten mit, die zu den Schwächen der Münchner passen.
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Paris Saint-Germain: Die perfekte Balance im Team?
PSG ist der amtierende Champions-League-Sieger und hat den Wettbewerb in der vergangenen Saison souverän gewonnen. Damals wie auch in der aktuellen Spielzeit starteten die Franzosen durchwachsen, um in der K.o.-Phase dann nahezu einen Durchmarsch hinzulegen.
Zwar musste Paris in die Playoffs, wo es die AS Monaco nur knapp ausschaltete, doch dann setzte sich das Team von Trainer Luis Enrique beeindruckend deutlich gegen den FC Chelsea und gegen den FC Liverpool durch. In vier Partien erzielte PSG dabei zwölf Tore und kassierte nur zwei – beide im Hinspiel gegen Chelsea. Es folgten also drei Partien ohne Gegentreffer.
Paris hat exakt die Balance aus Offensivpower und defensiver Stabilität, die es braucht, um in diesem Wettbewerb erfolgreich zu sein. Etwas, das Real Madrid gegen den FC Bayern nicht hatte. Die Königlichen bekamen den Angriff des FCB nicht wirklich in den Griff und hatten vor allem dann Probleme, wenn sie selbst offensiv werden mussten.
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PSG mit dem aggressivsten Pressing der Champions League
Luis Enrique hat in Paris derweil eine Mannschaft geformt, die nicht nur aus Weltklassespielern besteht, sondern die zusammen als Team großartigen Fußball spielt. Ähnlich wie beim FC Bayern ist es die Verbindung zwischen den Spielern, die mehr herausragt als einzelne Spieler.
Besonders gefährlich für den deutschen Rekordmeister: PSG spielt das aggressivste Pressing im Wettbewerb. Laut der Scoutingplattform "Wyscout" lässt der Titelverteidiger nur etwas weniger als neun Pässe des Gegners in dessen ersten 60 Prozent des Spielfelds zu, ehe eine Defensivaktion erfolgt. Das ist der mit Abstand niedrigste Wert aller verbliebenen Teams in der Champions League.
Der FC Arsenal (10,5) und die Bayern (11,3) folgen. Außerdem haben die Pariser mit 6,3 Defensivaktionen pro Minute gegnerischem Ballbesitz ebenfalls den höchsten Wert in der Champions League inne – die Münchner stehen mit 4,8 eher im Mittelfeld.
Während sich Kylian Mbappe und Vinicius Junior bei Real Madrid regelmäßig ausruhen, wenn der Gegner den Ball hat, arbeiten bei PSG alle mit. Und bei aller Klasse, die die Bayern in Ballbesitz haben: Unter hohem Pressingdruck machten auch sie in dieser Saison schon den einen oder anderen Fehler.
Für die Bayern wird es deshalb entscheidend sein, im Spielaufbau Lösungen zu finden, die über den langen Ball hinausgehen. Schlagen sie die Kugel nur lang nach vorn, wird Paris die Kontrolle übernehmen können. Schafft es das Team von Vincent Kompany aber, die richtige Balance aus langen Bällen und kurzen Kombinationen zu finden, könnte es Räume im Angriffsdrittel geben.
Die richtige Balance aus Risiko und Sicherheit ist also gefragt, um die Franzosen nicht zu sehr mit leichtfertigen Ballverlusten zu füttern.
Pariser Spielstärke gegen bayerische Pressingwucht
Andersherum können natürlich auch die Bayern mit hohem Pressing punkten. Dass Paris hier ebenfalls mal wackelt, zeigte das Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Ligaphase. Bei ihrem 2:1-Sieg war die Kompany-Elf in den ersten 45 Minuten das dominante und bessere Team. Durch den Platzverweis von Luis Diaz wendete sich das Blatt in der zweiten Halbzeit.
PSG ist seitdem aber noch mal präziser in seinem Ballbesitzspiel geworden. Wird Vitinha rechtzeitig fit, haben die Pariser ein sehr ballsicheres und spielstarkes Mittelfeld, das den Bayern das Leben sehr schwer machen kann. Madrid hatte im Viertelfinale oft Probleme damit, Tempo in die eigenen Angriffe zu bekommen. Das ist bei PSG nicht zu erwarten.
Die Mischung aus schnellem Kombinationsspiel und viel Tempo in der Offensive macht die Pariser nochmal gefährlicher als Madrid. Bayern sollte sich hier also nicht so viele Fehler erlauben wie vor allem im Rückspiel gegen Real.
Die Abwehr des FC Bayern ist der Knackpunkt
Beide Teams haben also eine enorme Wucht im Spiel nach vorn, beide verfügen über Tempo, Ballsicherheit und die mannschaftliche Geschlossenheit, die es auf diesem Niveau braucht. Aber während PSG in den vergangenen Partien bewiesen hat, dass es auch defensiv stabil ist, hatten die Bayern dort mehr Probleme.
Im Duell mit dem französischen Branchenprimus wird der deutsche Rekordmeister in Erfahrung bringen können, ob er in der Lage ist, in der Abwehrarbeit nochmal einen Schritt nach vorn zu machen. Es dürfte notwendig sein, um die bisher sehr gute Saison zu einer herausragenden zu machen.
Und um den Spieß einfach umzudrehen: Wenn Madrid der Endgegner der Vergangenheit ist und Paris der der Gegenwart, dann sind die Münchner ja vielleicht jener der Zukunft.
Auch interessant: FC Bayern München ohne Vincent Kompany in Paris - das ist sein Vertreter Aaron Danks
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