DFB-Geschäftsführer Rettig erklärt Wechsel
DFB wechselt von Adidas zu Nike: Andreas Rettig kritisiert "populistische" Politiker
Aktualisiert:
von Chris Lugert11.01.2024 Frankfurt am Main, DFB-Campus Pressekonferenz zur Vorstellung DFB-Sportdirektorin Nia Künzer Bild zeigt: DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig *** 11 01 2024 Frankfurt am Main, DFB Campus Press conference to introduce DFB Sports Director Nia Künzer Picture shows DFB Managing Director Andreas Rettig
Bild: IMAGO/Hartenfelser
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig erklärt, warum der Wechsel von Adidas zu Nike wirtschaftlich alternativlos war. Deutliche Kritik übt er an der Politik.
Von Chris Lugert
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hat den umstrittenen Ausrüsterwechsel von Adidas zu Nike verteidigt. "Wir sind in einer Situation, in der wir alles auf den Prüfstand stellen, auch eine solche Partnerschaft", sagte Rettig am Rande des EM-Qualifikationsspiels der deutschen U21 in Chemnitz gegen den Kosovo (0:0) gegenüber ran.
Der DFB hatte am Donnerstag bekannt gegeben, nach Ablauf des bestehenden Vertrages mit Adidas Ende 2026 die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen aus Herzogenaurach zu beenden. Ab 2027 werden sämtliche Nationalmannschaften von Nike ausgerüstet.
Die Entscheidung sorgte für viel Kritik, auch die Politik-Prominenz schaltete sich ein. Rettig zeigte Verständnis für die Kritik, aber nur, "wenn man die Zahlen und Rahmenbedingungen nicht kennt". An den Äußerungen der Politiker ließ er kein gutes Haar und fand deutliche Worte.
"Ich habe mich schon gewundert, dass Politiker kenntnisfrei und vor allem ohne Faktenlage sich populistisch so weit aus dem Fenster lehnen. Da muss ich sagen, das ist schon eine neue Qualität und da hätte man das eine oder andere Mal besser geschwiegen", sagte er.
Das Wichtigste in Kürze
Unter anderem hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen die Entscheidung bedauert und sich mehr "Standortpatriotismus" gewünscht. Eine Aussage, mit der Rettig nur wenig anfangen kann.
"Eine solche Aussage zu machen, ohne die Rahmenbedingungen zu kennen, ohne den Prozess zu kennen - das ist schon verwunderlich, als Wirtschaftsminister eine solche Aussage zu machen", sagte er.
Rettig: Nike-Angebot wirtschaftlich alternativlos
Wirtschaftlich, so stellte es Rettig klar, habe es gar keine Alternative zum Angebot von Nike gegeben. "Wenn es vergleichbare Angebote sind, spielt der Standort, spielt die Verbundenheit, die Tradition und der bisherige Weg eine wichtige Rolle. Aber glauben Sie es uns: Die Angebote waren nicht ansatzweise vergleichbar. So viel darf man sagen", sagte Rettig.
Das "Handelsblatt" hatte berichtet, der Nike-Deal umfasse eine jährliche Zahlung von 100 Millionen Euro und damit doppelt so viel, wie Adidas momentan an den DFB überweist.
Zu konkreten Zahlen äußerte sich Rettig nicht, er verwies aber auf "eine Verantwortung für viele Hunderte Mitarbeiter, wir haben eine Verantwortung für die Landesverbände, für die Basis. Daher darf man uns nicht verübeln, dass wir in einer wirtschaftlichen Situation solch eine Entscheidung treffen", so der 60-Jährige.
Rettig weiter: "Wir respektieren die Trauer und die Enttäuschung bei Adidas, aber man muss auch unsere Sichtweise verstehen."
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