WM-Playoffs
WM-Qualifikation: Türkei muss jetzt liefern, ein Scheitern wäre eine Katastrophe - Kommentar
Aktualisiert:
von Chris Lugertran Fußball
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Videoclip • 02:04 Min
Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Türkei hat alle Zutaten, um erstmals seit der WM 2002 wieder an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Ausreden gibt es keine mehr. Ein Kommentar.
Arda Güler brachte es mit tiefem Selbstbewusstsein auf den Punkt: "Solange wir als Team zusammenspielen, können wir jede Mannschaft schlagen."
Die Türkei ist wieder wer im internationalen Fußball und traut sich auch, genau das zu formulieren. Die Mannschaft, die Nationaltrainer Vincenzo Montella für die anstehenden WM-Playoffs beisammen hat, weist eine eindrucksvolle Mischung aus internationalen Topstars und Leistungsträgern der heimischen Süper Lig auf.
Vor allem zwei Namen stehen dabei sinnbildlich für die neue Qualität im türkischen Team. Auf der einen Seite Güler, der sich bei Real Madrid eine feste Rolle erspielt hat. Und auf der anderen Seite Kenan Yildiz, der bei Juventus Turin sogar unumstrittener Stammspieler ist.
Die beiden Youngster sind nicht nur ein Versprechen für eine großartige Zukunft der türkischen Nationalmannschaft, sondern wecken auch in der Gegenwart große Hoffnungen. Die Mannen vom Bosporus streben die erste WM-Teilnahme ihres Landes seit 2002 an.
Damals marschierte die Türkei sensationell bis ins Halbfinale und wurde am Ende Dritter hinter Weltmeister Brasilien und Finalist Deutschland. Güler und Yildiz waren damals noch gar nicht geboren.
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Türkei hat keine Ausreden mehr
Doch angesichts der Kaderqualität und der machbaren Gegner in den Playoffs gibt es auch gar keine Ausreden, ein Scheitern wäre ein Desaster. Heute Abend (18:00 Uhr im Liveticker) treffen die Türken zunächst zu Hause auf Rumänien, bei einem Sieg ginge es am Dienstag (20:45 Uhr) auswärts gegen die Slowakei oder den Kosovo.
Nur zwei Siege bringen die Türkei zur WM, alles andere wäre aber auch eine herbe Enttäuschung. In der Weltrangliste stehen die Türken weit vor ihrem kommenden bzw. ihren möglichen Gegnern, der Marktwert der Mannschaft ist höher als der der anderen drei Nationen zusammen.
In der Vergangenheit scheiterte die Türkei oftmals an dem von außen auferlegten Druck oder hatte, wie in den Playoffs zur WM 2022, knallharte Gegner. Jetzt aber ist alles angerichtet, um die ewig lange Durststrecke zu beenden.
Damit seine Spieler mental zur Stelle sind und eben nicht durch die enorme Erwartungshaltung gelähmt werden, greift Montella tief in die psychologische Trickkiste. Der viel zitierte Druck soll unbedingt aus den Köpfen verbannt werden.
"Es gibt keinen Grund, unsere Spieler während der Vorbereitung unter Druck zu setzen. Wir versuchen, sie bestmöglich vorzubereiten", sagte er und unterstrich nochmals: "Und es besteht kein Grund, sie zu sehr unter Druck zu setzen."
Türkisches Team auch gesellschaftlicher Hoffnungsträger
Dabei dürfte auch der Coach selbst wissen, dass dieses Unterfangen in einem so emotionalen Land wie der Türkei nahezu unmöglich ist. Allein die Vorstellung der neuen Trikots wurde zu einem medialen Großereignis aufgebauscht. Offizieller Slogan: "Warnung: Es beinhaltet einen großen Siegeswillen."
In der Heimat rechnet jeder fest mit einer WM-Teilnahme. In politisch schwierigen Zeiten ist die Nationalmannschaft auch ein Symbol für Zusammenhalt und Einheit der gespaltenen Gesellschaft. Als ob das Sportliche allein nicht Ballast genug wäre.
Doch damit müssen Güler, Yildiz und Co. umgehen können. Die Chance auf eine WM-Teilnahme war lange nicht mehr so groß und so realistisch. Diese Gelegenheit müssen die Türken jetzt beim Schopfe packen. Allein schon deshalb, um den selbstbewussten Aussagen auch Taten folgen zu lassen.



