Fußball
DFB-Team: "Wusiala" noch nicht in WM-Form, Baumann mit starker Antwort auf Neuer-Theater - Erkenntnisse zum Sieg gegen die USA
Veröffentlicht:
von Christoph Gailerran Fußball
DFB-Team - Fans komplett bedient: "Schlimmste, was passieren konnte"
Videoclip • 02:16 Min
Deutschland feiert bei der WM-Generalprobe gegen die USA einen 2:1 (1:1)-Erfolg. ran liefert die Erkenntnisse nach dem Erfolg in Chicago.
Mit einem durchaus verdienten 2:1 (1:1)-Sieg hat Deutschland den abschließenden Test vor der WM 2026 gegen die USA in Chicago bestanden.
Das DFB-Team überzeugte dabei zwar über weite Strecken, dennoch gibt es für Bundestrainer Julian Nagelsmann schon noch Optimierungspotenzial, bevor es am 14. Juni in der Vorrunde mit dem Spiel gegen Curacao (ab 19:00 Uhr im Joyn-Livestream) ins WM-Turnier geht.
Allerdings kristallisiert sich nun gut eine Woche vor dem ersten Auftritt der DFB-Elf bei der WM immer mehr die voraussichtliche Startelf Nagelsmanns heraus.
ran zeigt die Erkenntnisse zum DFB-Team nach dem Sieg über die USA.
"Wusiala" noch nicht in WM-Form
So viel Freude machten Jamal Musiala und Florian Wirtz dem deutschen Nationalmannschafts-Publikum in den zurückliegenden Jahren. Liebevoll "Wusiala" getauft, drückte das kreative Duo dem Offensivspiel der Nagelsmann-Elf seinen Stempel auf.
Doch gerade jetzt, unmittelbar vor ihrer WM-Premiere, laufen die beiden noch nicht in Hochform auf. Gegen die USA war vor allem Musiala (ran-Note 5) enttäuschend, konnte kaum Akzente setzen als Zehner.
Wirtz war zwar etwas besser, aber auch der Liverpool-Star konnte im WM-Härtetest gegen Gastgeber USA nur selten seine Genialität aufblitzen lassen.
Nagelsmann hat seine WM-Defensive gefunden
Während Musiala und Wirtz durch ihre noch nicht gefundene WM-Form bei Nagelsmann möglicherweise für leichte Nervosität sorgen, scheint das Thema Defensive für den Bundestrainer geklärt zu sein.
Frankfurts Nathaniel Brown bekam in Chicago erneut den Vorzug vor Leipzig-Kapitän David Raum als Linksverteidiger und hat durchaus überzeugt. Damit dürfte der angeblich vom FC Bayern umworbene Brown sehr wahrscheinlich auch im ersten Vorrundenspiel gegen Curacao in der Startelf stehen.
Rechts in der Viererkette ist DFB-Kapitän Joshua Kimmich ohnehin gesetzt und in der Innenverteidigung setzte Nagelsmann gegen die Vereinigten Staaten erneut auf das aus der WM-Qualifikation eingespielte Duo Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck.
Die beiden waren neben Baumann die einzigen Akteure, die in Chicago über die volle Distanz auf dem Feld standen. Damit dürfte auch klar sein: Für Real-Star Antonio Rüdiger ist zunächst kein Platz in Nagelsmanns Startformation.
Unbeeindruckt vom Neuer-Theater: Auf Baumann ist Verlass
"Riesiges Kompliment an Oli", strich Nagelsmann die Leistung von Keeper Oliver Baumann bei "RTL" nach dem Sieg gegen die USA noch mal explizit heraus - zu Recht.
Der 36-Jährige präsentierte sich in den Spielen gegen Finnland und vor allem die USA stark und zeigt sich sportlich unbeeindruckt von dem ganzen Theater rund um die Rückkehr von Manuel Neuer ins DFB-Team. Mit mehreren Paraden rettete der Hoffenheimer den Sieg bei der WM-Generalprobe und zeigte danach auch noch verbal Größe.
"Anfangs war es hart", sagte Baumann über die Degradierung zur Nummer 2, obwohl er alle WM-Qualifikationsspiele bestritten hat. "Es war nicht ganz cool, aber mir war sofort klar, dass ich für das Team da sein werde und mitgehe. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, nicht mitzukommen. Es ist für mich ja auch eine WM und ich möchte dabei sein, der Mannschaft helfen", ergänzte der Routinier. Dass auf ihn unabhängig von der Personalie Neuer Verlass ist, untermauerte er davor eindrucksvoll über 90 Minuten auf dem Rasen.
Havertz nach Gala gegen die USA wohl definitiv gesetzt
Erst das Blitztor, später die präzise Vorlage für den Treffer von Leroy Sane: Arsenal-Star Kai Havertz hat mit seinem Auftritt gegen die USA noch einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum Nagelsmann in ihm sehr wahrscheinlich auch für den WM-Auftakt den idealen Mittelstürmer sieht.
Der frühere Leverkusener überzeugte nämlich nicht nur durch die beiden direkten Torbeteiligungen, sondern auch als erster Anläufer im Gegenpressing sowie durch geschicktes Ausweichen auf die Flügel, wenn es die Spielsituation erforderte.
Besonders beeindruckend ist zudem die mentale Stärke des 26-Jährigen, der immerhin erst vor wenigen Tagen sehr unglücklich mit Arsenal das Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain im Elfmeterschießen verloren hat, sich nun aber offensichtlich schon wieder voll auf die große WM-Aufgabe einlassen kann.
Nach Karl-Ausfall: Von Sane muss mehr kommen
Während sich viele Puzzleteile für die Startformation gegen Curacao durch die Erkenntnisse aus dem USA-Spiel immer deutlicher herausstellen, bleibt der Rechtsaußen in der offensiven Dreier-Reihe optimierungsbedürftig.
Nach dem Ausfall von Jungstar Lennart Karl vertraute Nagelsmann gegen die USA auf Routinier Sane. Der Profi von Galatasaray erzielte zwar das spielentscheidende 2:1, seine Gesamtleistung hinterlässt aber doch Fragezeichen. Denn abseits seines Treffers gelang dem 30-Jährigen nur sehr wenig - zu wenig mit Blick auf die kommenden Aufgaben des DFB-Teams in Übersee.
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