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Fußball WM 2026: "Angst, sich weh zu tun" - Ex-Nationalspieler erklären Deutschlands Schwäche
Aktualisiert:
von Oliver Jensenran Fußball
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Deutschland hat in der Vorrunde der Weltmeisterschaft 2026 nicht überzeugt. Vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay kritisieren ehemalige Nationalspieler vor allem das Zweikampfverhalten der deutschen Nationalspieler.
Der deutsche Fußball steckt vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay in einem Stimmungstief.
Der Auftaktsieg gegen Curaçao (7:1) hatte aufgrund der mangelnden Qualität des Gegners keine Aussagekraft. In den Spielen gegen die Elfenbeinküste (2:1) und Ecuador (1:2) war bereits festzustellen, dass die deutsche Mannschaft an Grenzen stößt.
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Elfenbeinküste und Ecuador stellten Deutschland mit ihrer physischen Stärke vor Probleme. In beiden Spielen gewann Deutschland weniger Zweikämpfe als der Gegner - gegen die Elfenbeinküste waren es 47 Prozent, gegen Ecuador 49 Prozent.
Spieler sind es nicht gewohnt, angegangen zu werden
Vielfach gelang es der DFB-Elf nicht, ihre fußballerischen Vorzüge einzubringen, weil der Gegner so körperlich spielte. Der frühere deutsche Nationalspieler Thomas Helmer hat einen Erklärungsansatz dafür.
"Die Gründe, warum wir gegen solch unangenehm zu bespielenden Mannschaften Probleme haben, liegen in meinen Augen vor allem darin: In der Bundesliga wird viel schneller gepfiffen, teils schon bei leichten Remplern", schreibt er in seiner "kicker"-Kolumne.
"International, wie jetzt bei der WM, wird dagegen viel mehr durchgewunken. Die Erwartungshaltung, dass man in Bedrängnis den Ball durch einen leichten Faller halten kann, muss aus den Köpfen der Spieler. Sie sind es nicht mehr gewohnt, etwas intensiver angegangen zu werden."
Außerdem würden die Spieler in der Bundesliga nicht jede Woche "mit dieser Form von Wehrhaftigkeit" konfrontiert werden: "Sie bekommen immer die Chance, mit ihrer individuellen Klasse Situationen spielerisch zu lösen. Aber manchmal muss es auch mal ruppig gehen."
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Der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg sieht dies genauso und sagte im "Doppelpass" von "Sport1": "Wir müssen uns steigern. Im Spiel gegen Ecuador haben sie viel, viel vermissen lassen, vor allem diese Zweikampfhärte und -stärke. Die musst du gegen Südamerikaner immer auf den Platz bringen, sonst gehst du als Verlierer vom Platz."
Babbel fordert: "Du brauchst diesen Fight"
Markus Babbel hat sogar "das Gefühle gehabt, wir haben so ein bisschen Angst, uns wehzutun. Diese Angst musst du beiseite legen. Du musst da hingehen. Das ist völlig abhandengekommen", erklärt der Europameister von 1996 in der gleichen Sendung. "Früher war das eine unserer ganz großen Stärken, dass wir eine Angstlosigkeit hatten. Wir sind da reingegangen, wo es wehtat. Jetzt versuchen wir in meinen Augen zu viel, spielerisch zu lösen."
Dies würde allerdings nicht genügen: "Du brauchst auch diesen Fight. Wenn sie das annehmen, haben wir die Ausnahmespieler und auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite. Das kannst du dir dann auch erarbeiten. Aber Stand jetzt ist mir das zu wenig."
Paraguay will kämpfen
Mit Paraguay wartet im Sechzehntelfinale (heute 22:30 Uhr, im Livestream auf Joyn) ein Gegner, der ebenfalls über die Zweikampfstärke kommt. Paraguays Kapitän Gustavo Gómez kündigte an: "In den drei Spielen – unabhängig von den Ergebnissen – haben wir gezeigt, dass wir gut kämpfen können. Das wird morgen nicht anders sein. Das ist unsere Identität."
Die Frage wird sein, wie gut Deutschland damit zurechtkommt.
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