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Jürgen Klopp sucht DFB-Torwart: Vierter Keeper im vierten Spiel unter dem neuen Bundestrainer?
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von ran.deran Fußball
DFB-Team: Urbig bekam Nachrichten von Neuer und Ulreich
Videoclip • 02:42 Min
Bundestrainer Jürgen Klopp hat Marc-Andre ter Stegen zur Nummer eins erklärt. Doch nach dessen durchwachsenem Auftritt gegen die Niederlande bekommen in der Nations-League nun drei weitere Keeper ihre Chance. Ob sie mit Top-Leistungen vielleicht doch an ter Stegens Stuhl sägen? ran stellt die möglichen Erben vor.
Insgesamt 44 Spieler hat Jürgen Klopp für seine ersten vier Länderspiele berufen. Darunter sind fünf Torhüter. Nach dem erneuten Rücktritt von Manuel Neuer und der Nichtberücksichtigung von Oliver Baumann muss sich eine neue Hierarchie zwischen den Pfosten herauskristallisieren.
Dabei setzt der neue Bundestrainer zunächst auf Routinier Marc-Andre ter Stegen als Nummer eins. Der Keeper von Ajax Amsterdam bekam dann auch das Gastspiel in den Niederlanden, wobei der 34-Jährige bei seinem DFB-Comeback nicht vollends zu überzeugen wusste (ran-Note: 3). Allerdings bewahrte der Ex-Gladbacher das deutsche Team bei dem 1:1 auch mit mehreren Paraden vor einer Niederlage.
Das gelang Alexander Nübel nicht, der beim 0:1 gegen Griechenland randurfte. Beim Gegentor war der Schlussmann von Besiktas Istanbul dabei schuldlos, weil Joshua Kimmich den Schuss von Dimitrios Kourbelis noch entscheidend abfälschte.
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Urbig bleibt bei DFB-Debüt ohne Gegentor
Nachdem die beiden Routiniers abgereist waren, kam Jonas Urbig beim 2:0 über Serbien zu seinem Debüt. Die 1B des FC Bayern München bescherte dem DFB-Team damit erst das zweite Zu-Null-Spiel im elften Auftritt des Jahres. Der 23-Jährige verlebte allerdings auch einen weitgehend ruhigen Abend.
Urbig konstatierte im Anschluss, es sei "ein gelungener Abend" gewesen. Er gehe "zufrieden mit der Null nach Hause".
Jürgen Klopps voraussichtliche Aufstellung in Griechenland - Nächster Debütant und neue Flügelzange?
Bayern-Legende Sepp Maier bremste jedoch bereits vor dem Auftritt in München den Hype um den jungen Schlussmann aus. Das sei ihm "zu viel", sagte der 82-Jährige in der "Abendzeitung": "Nicht, weil ich den Jungen nicht gut finde - im Gegenteil. Er hat riesiges Talent. Aber mir geht das alles viel zu schnell." Seine Bitte: "Lasst ihn doch erst einmal beim FC Bayern die Nummer eins werden."
Dahmen darf sich wohl in Griechenland beweisen
Im vierten Länderspiel muss sich Urbig sehr wahrscheinlich wieder mit der Bankrolle begnügen. Denn viel deutet darauf hin, dass Finn Dahmen in Griechenland (So., ab 20:45 Uhr im Liveticker) zu seinem Länderspiel-Debüt kommen wird. Der Keeper vom FC Augsburg gehörte als einziger der fünf nominierten Torhüter beiden Klopp-Kadern an.
Der "kicker" berichtete in der Personalie über ein klares Indiz. Denn Dahmen trainierte beim Abschlusstraining abseits seiner beiden Torwartkollegen Urbig und Noah Atubolu. Schon vor den anderen Partien war dies bei dem jeweils von Klopp ausgewählten Schlussmann der Fall gewesen.
Damit würden in vier Nations-League-Spielen vier verschiedene Torhüter zum Einsatz kommen. ran gibt einen Überblick über die Herausforderer von ter Stegen.
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Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt): Mit Elfmeterrekord zum DFB-Team
Atubolu hatte kurz vor der Kadernominierung ein weiteres sportliches Argument geliefert. Beim 3:1 von Eintracht Frankfurt beim 1. FSV Mainz 05 parierte er seinen sechsten Bundesliga-Elfmeter in Folge.
Damit baute der 24-Jährige seinen eigenen Ligarekord aus. Nach dem Wechsel vom Sport-Club Freiburg nach Frankfurt steht er regelmäßig zwischen den Pfosten.
Atubolu verbindet Bundesliga-Praxis mit Entwicklungspotenzial. Seine Elfmeterstärke ist dabei ein zusätzliches Argument. Auch deshalb gehört er zum Klopp-Kader. Bei seiner ersten Nominierung für das A-Team bleibt ihm aber allem Anschein nur zweimal die Bankrolle.
Erstmals im Kreis der A-Nationalmannschaft: Noah Atubolu wurde von Jürgen Klopp direkt berufen
Bild: Eibner
Jonas Urbig (FC Bayern München): Kompany sieht ihn als deutsche Nummer eins
Urbig war bei der Weltmeisterschaft als Trainingstorhüter dabei und kannte das Umfeld der Nationalmannschaft daher bereits vor seiner Anreise für die Spiele gegen Serbien und in Griechenland.
Beim FC Bayern München steht weiterhin Manuel Neuer vor dem 23-Jährigen. Vor der Länderspielpause durfte Urbig allerdings beim Bundesliga-Auswärtsspiel in Elversberg (2:1) beginnen. Auch beim 4:1 im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück war er gefragt. Die Einladung und der behutsame Aufbau hinter einem erfahrenen Stammtorhüter passen gut zusammen.
Urbig wird nach Ansicht seines Vereinstrainers Vincent Kompany in absehbarer Zukunft Stammtorhüter der deutschen Nationalmannschaft werden. "Wenn einer glaubt, dass er nicht irgendwann die Nummer eins wird, der macht einen großen Fehler. Der Junge wird irgendwann die Nummer eins sein, aber das wird Jürgen Klopp entscheiden, ob das in einem oder fünf Jahren ist", sagte der Trainer des FC Bayern nach der Nominierung der beiden DFB-Kader durch den neuen Bundestrainer.
Es spiele keine Rolle, dass Urbig derzeit im Verein nur die Nummer zwei sei, erläuterte Kompany. "Man muss auch bei der Nationalmannschaft für die Zukunft planen", sagte er. Die Berufung des 23-Jährigen nannte er daher "eine vernünftige, stabile Entscheidung. Ich würde es genauso machen. Man muss als Land sein eigenes Talent auch ein bisschen schützen und weiterentwickeln."
Mit Urbigs DFB-Debüt in der Allianz Arena dürfte auch Kompany einverstanden sein. Der junge Keeper hat eine Duftmarke hinterlassen und wird wohl auch künftig zu den Auserwählten von Klopp zählen.
Beim Debüt in Aktion: Jonas Urbig durfte beim 2:0 über Serbien erstmals für Deutschland spielen
Bild: Eibner
Finn Dahmen (FC Augsburg): In Griechenland vor seinem DFB-Debüt
Dahmen setzte zuletzt seinen starken Saisonstart fort. Nach dem 3:0 gegen Schalke 04 und dem 4:1 bei Eintracht Frankfurt kassierte er beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen zwar zwei Gegentore, war dabei allerdings machtlos. Ähnlich sah es beim 2:3 nach 2:0-Führung bei Werder Bremen aus - die Niederlage war ein erster Stimmungsdämpfer für den FC Augsburg.
Mit seinen Leistungen hat sich Dahmen in den DFB-Kader gespielt. Im Gegensatz zu den übrigen nominierten Torhütern steht er sogar über die kompletten zwei Wochen im Aufgebot. Nach drei weiteren Partien auf der DFB-Bank - insgesamt sind es damit bereits elf - winkt ihm nun in Griechenland das Debüt für die A-Nationalmannschaft.
Damit wäre der Deutsch-Engländer auch für den Verband festgespielt, könnte nicht mehr von der FA eingesetzt werden. Allerdings spielte Dahmen ohnehin auch in der Jugend ausschließlich für Deutschland.
Steht vor seinem DFB-Debüt: Finn Dahmen darf nach elf Spielen auf der Bank in Griechenland wohl erstmals ran
Bild: Eibner
Alexander Nübel (Besiktas Istanbul): Ex-Stuttgarter absolvierte viertes Länderspiel
Jahrelang galt Nübel als Neuer-Erbe bei den Bayern. Dazu kam es aber nie. Erst wurde der Keeper so lange per Leihe beim VfB Stuttgart geparkt, bis ihm Urbig in München den Rang abgelaufen hatte. Im Sommer wechselte er zu Besiktas Istanbul.
Es schien fraglich, ob er sich unter einem Bundestrainer Klopp in der türkischen Süper Lig besser ins Schaufenster spielen kann als die Konkurrenten. Doch Nübel sorgte am Bosporus schnell mit Leistung für Schlagzeilen: Der 30-Jährige kassierte in den ersten sechs Pflichtspielen kein einziges Tor und stellte damit eine europäische Bestmarke von Alexander Manninger beim FC Arsenal ein.
Erst im siebten Spiel für Besiktas musste er beim 0:1 gegen Alanyaspor das erste Gegentor hinnehmen. Nach der WM-Nominierung schien eine längere DFB-Durststrecke möglich. Doch bei Klopp erhielt er direkt die Chance, sich zu beweisen.
Die Partie gegen Griechenland war jedoch undankbar. Viele Chancen, um sich auszuzeichnen, bekam Nübel nicht. Beim Tor des Tages konnte er nur hinterherschauen. Nun steht er bei vier Länderspielen. Ob noch viele hinzukommen werden, ist angesichts der Konkurrenz ungewiss.
Einmal auf der Bank, einmal im Einsatz: Alexander Nübel stand bei der DFB-Pleite gegen Griechenland im Tor
Bild: Kirchner-Media
Oliver Baumann (TSG Hoffenheim): Nach WM-Enttäuschung die nächste Absage - weitere Torhüter im Blickfeld
Baumann ist der prominente Verlierer der neuen Torwartordnung. Klopp verzichtet auf den 36-Jährigen von der TSG Hoffenheim.
Dabei hatte Baumann in der WM-Qualifikation noch als Nummer eins gespielt, während ter Stegen verletzt fehlte. Erst vor der Endrunde holte Julian Nagelsmann Neuer zurück. Baumann blieb bei der Weltmeisterschaft die Reservistenrolle. Jetzt ist er erst einmal ganz raus.
Auch andere Torhüter hatten sich Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht oder befanden bzw. befinden sich im Blickfeld. Wie zum Beispiel Loris Karius vom FC Schalke 04 nach zuletzt starken Leistungen. Daneben hatte Diant Ramaj bei seiner erneuten Leihe zum FC Kopenhagen einen starken Start hingelegt. Hält seine aktuelle Form an, könnte er mittelfristig zu einer weiteren Option für das DFB-Tor werden.
Dennis Seimen hat als Leihgabe des VfB Stuttgart an den SC Paderborn eine so starke Zweitliga-Saison hinter sich, dass die Schwaben dem 20-Jährigen nun den Posten als neue Nummer eins zutrauen. Auch in der deutschen U21 durfte Seimen bereits viermal starten. Aktuell fällt der Stuttgarter aber noch mit einer Oberschenkelverletzung aus. Auch er ist ein Kandidat für die mittelfristige Zukunft, ebenso wie Mio Backhaus vom SC Freiburg, der sich mit Seimen zuletzt schon in der U21 ein Duell um den Platz im Tor lieferte.
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