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WM 2026: Das ist Deutschlands Auftakt-Gegner Curacao - Urlaubsparadies und niederländische Fußball-Prägung
Veröffentlicht:
von Christoph Gailerran Fußball
WM 2026: Undav mit Knast-Jargon - DFB-Pressesprecherin schmunzelt
Videoclip • 01:05 Min
Die deutsche Nationalmannschaft trifft im ersten Vorrundenspiel der WM 2026 auf den kleinen Karibikstaat Curacao. ran stellt den Endrunden-Neuling näher vor.
Wenn Deutschland am Sonntagabend im ersten Vorrundenspiel der WM auf Curacao trifft (ab 19:00 Uhr im kostenlosen Joyn-Livestream), wird Geschichte geschrieben.
Der Inselstaat aus der Karibik ist mit einer Bevölkerung von nur rund 150.000 Einwohnern das kleinste Land, das sich bislang für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte. Curacao löst damit Island (350.000 Einwohner) als zuvor kleinsten WM-Teilnehmer ab.
Doch über den WM-Neuling Curacao gibt es so viel mehr zu erzählen, als nur die sportlichen bzw. geografischen Fakten. ran stellt den Staat von der Karibik-Insel näher vor.
Sprachliche Vielfalt in der einstigen niederländischen Kolonie
Curacao gehört zusammen mit Aruba und Bonaire zu den sogenannten ABC-Inseln, einem Teil der Kleinen Antillen. Der Name des Landes leitet sich wohl sehr wahrscheinlich aus dem portugiesischen Wort "caracao" ("Herz") ab. Einen Beleg dafür gibt es nicht, aber unterschiedliche Theorien, warum es zu dieser Namensgebung gekommen sein könnte.
Eine Theorie besagt, dass die Namensgebung darauf zurückzuführen ist, dass Curacao früher das Herz des Handels in der Region war. Eine weitere Annahme legt nahe, dass die Insel ein Ort war, an dem früher Seeleute zurückgelassen wurden und diese sich auf wundersame Weise von ihrer Seekrankheit erholten.
Was jedoch sicher ist: Im Jahr 1815 wurde Curacao zu einer niederländischen Kolonie und die Einflüsse der einstigen Kolonialherren sind bis heute deutlich erkennbar. Niederländisch ist immer noch die Amtssprache auf Curacao, aber die meisten Einwohner sprechen zudem auch Englisch, Spanisch und die lokale Kreolsprache Papiamento.
Willemstad als UNESCO Weltkultur-Erbe
Politisch ist Curacao heute längst ein autonomes Land mit eigener Regierung - allerdings immer noch als Teil des Königreichs der Niederlande. Entsprechend ist der niederländische König Willem-Alexander aktuell auch das Staatsoberhaupt der 444 Quadratkilometer großen Karibik-Insel. Die Bevölkerung Curacaos ist multikulturell, laut unterschiedlich lautenden Berichten sollen auf der Insel Menschen aus bis zu 100 verschiedenen Nationen leben. Eine maßgebliche Einnahmequelle auf Curacao ist wenig überraschend der Tourismus.
Zum einen zieht die Hauptstadt Willemstad jährlich tausende Besucher an. Seit 1997 ist Willemstad Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, sie trägt den Spitznamen "Klein Amsterdam". Das liegt an den nicht zu übersehenden niederländischen Einflüssen auf die Architektur der Stadt, die im typischen Giebelstil errichtet wurde.
Aber auch die traumhaften Sandstrände locken Urlauber aus der ganzen Welt auf die Insel, gepaart mit quasi ganzjährig hochsommerlichen Temperaturen. Unglaublich: Die Durchschnittstemperatur auf Curacao beträgt 28 Grad! Zum Vergleich: In Deutschland lag die Durchschnittstemperatur im Jahr 2025 bei gerade einmal 10,1 Grad.
Wandern nur bis zehn Uhr morgens erlaubt - und danach eine Schweineschwanz-Suppe?
Die Gewässer um die Insel sind ein Paradies für Taucher, etwa um Meeresschildkröten in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Fünf von weltweit sieben existierenden Meeresschildkrötenarten leben rund um Curacao.
Alternativ kann man auf Curacao sogar wandern - muss dafür jedoch früh aufstehen. Der höchste Punkt von Curacao ist der Christoffelberg mit 372 Metern. Für den Aufstieg braucht man zwar nur 60 bis 90 Minuten, aber aufgrund der Hitze ist der Beginn der Wanderung nur bis zehn Uhr morgens erlaubt.
Zu einem traumhaften Insel-Urlaub gehört natürlich auch die Kulinarik. Und diese ist auf Curacao zum einen von internationalen Einflüssen aus vor allem Südamerika und Mexiko geprägt, zum anderen aber auch durch lokale Delikatessen. Dazu zählt eine herzhafte Schweineschwanz-Suppe namens Callalou Soup oder Carco, das Fleisch der Trompetenschnecke.
The Blue Wave: Curacaos Nationalteam unter Führung des "kleinen Generals"
Auch für Curacaos Nationalspieler dürfte die Insel hauptsächlich bei der Urlaubsplanung eine wesentliche Rolle spielen, denn beruflich (also sportlich) sind alle Akteure des WM-Kaders ganz klar niederländisch geprägt. Mit dem früheren Bremer Tahith Chong gibt es im WM-Aufgebot überhaupt nur einen Spieler, der auf Curacao geboren wurde. Aber auch er wurde anschließend in den Niederlanden fußballerisch ausgebildet.
Seine 25 Mitspieler im WM-Kader sind hingegen allesamt gebürtige Niederländer. Dazu zählen mit Jürgen Locadia (früher Bochum), Joshua Brenet (früher Hoffenheim) und Riechedly Bazoer (früher Wolfsburg) weitere Ex-Bundesliga-Akteure, die teilweise in den U-Nationalmannschaften noch für das Oranje-Team aktiv waren.
Gecoacht wird Curacao, in der Heimat The Blue Wave ("die blaue Welle") genannt, von Dick Advocaat - auch er ist natürlich ein Niederländer. Der ehemalige Coach von Borussia Mönchengladbach kehrte erst kurz vor dem WM-Start in sein Amt zurück.
Nach der sensationellen WM-Qualifikation trat der 78-Jährige zurück, um sich um seine schwer erkrankte Tochter zu kümmern. Doch da es ihr mittlerweile wieder besser gehen soll, ließ sich "der kleine General" zu einem Comeback überreden. Zuvor sollen die Nationalspieler gegen Advocaats Nachfolger Fred Rutten rebelliert haben, sodass dieser zurücktrat.
Nun ist Advocaat zurück und sitzt gegen Deutschland mit einer positiven Bilanz auf der Bank. Als niederländischer Nationaltrainer hat er 2002 ein Freundschaftsspiel auf Schalke gegen die DFB-Elf mit 3:1 gewonnen und bei der EM 2004 gab es in der Vorrunde ein 1:1.
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