TV-Experten zerreißen DFB
WM 2026: So deutlich werden die Experten nach WM-Aus der DFB-Elf - "Jeder hat seinen Teil zu diesem Desaster beigetragen"
Aktualisiert:
von ran.deran Fußball
WM-Aus nach Elfmeter-Drama: DFB-Team blamiert sich gegen Paraguay
Videoclip • 03:21 Min
Das deutsche WM-Aus gegen Paraguay kam für die meisten Menschen unerwartet. Auch für die Experten aus der TV- und Medienlandschaft. Von ihnen gab es einiges an Kritik am DFB, seinen Spielern und Funktionären.
Das deutsche Ausscheiden bei der WM 2026 ist genau so überraschend wie bitter. Gegen Paraguay verlor man im Elfmeterschießen, nachdem es in 120 Minuten nur für ein 1:1 reichte.
Viele Experten wie Jürgen Klopp oder Mats Hummels hielten ihre Kritik nach dem Debakel nicht zurück. Das sind die Experten-Stimmen zusammengefasst.
Mats Hummels (Magenta)
"Auf der Seite der Verantwortlichen schreit es schon nach Konsequenzen. Wir hatten jetzt die Heim-EM, die Nations League daheim und das Turnier hier mit dem großen Teilnehmerfeld. Die Heim-EM wird mir sportlich immer noch zu gut geredet. Die beiden anderen Turniere waren jeweils enttäuschend, von daher muss das ein Thema sein. Sowohl vom Bundestrainer selbst, als auch vom Verband. Dafür ist Fußball zu sehr Leistungssport."
"Auf der Spielerseite kann ich mir vorstellen, dass einige von sich aus zurücktreten werden. Ich glaube aber auch, dass es Entscheidungen gegen Spieler geben muss, die jetzt vielleicht erst Anfang 30 sind, aber schon über fünf bis sechs Turniere ihre Chance für Deutschland hatten, es nicht geschafft haben, eine gute Leistung zu bringen. Das ist für mich kein Zufall, dass seit der EM 2016 kein starkes Turnier mehr dabei war."
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"Da reden wir als Deutschland von einem Jahrzehnt. Das fängt in erster Linie mit den Spielern an, denn wir hatten verschiedene Trainer dazwischen. Da erwarte ich von einigen, dass sie selber sagen: 'Ich mache nicht mehr weiter.' Aber ich erwarte auch, dass der aktuelle oder der neue Bundestrainer ein paar harte Entscheidungen treffen muss."
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Lothar Matthäus (Sky)
"Ich glaube, dass es nach dieser Weltmeisterschaft mit einem neuen Trainer weitergehen muss. Das war einfach zu viel. Es gibt wahrscheinlich einiges aufzuarbeiten, auf dem Platz, außerhalb des Platzes. Ein Spiel kann immer passieren. Aber wir haben ja schon gegen Ecuador Katastrophe gespielt"
"Wenn man das Gesamte sieht: Ich bin nicht traurig. Ich bin überrascht, dass man gegen eine so schwache Mannschaft ausscheiden kann. Aber ich bin nicht traurig aufgrund der gezeigten Leistung."
Per Mertesacker (ZDF)
"Wir sind im Graubereich angekommen. Warum werden die jetzt angehimmelt? Die haben Millionen Follower. Die haben schon in jungen Jahren viele finanzielle Mittel. Es ist alles anders. Es sind auf deutscher Ebene nicht mehr die Erfolge. Es sind jetzt andere Dinge, da sind sie die großen Vorbilder. Ich würde mir wünschen, dass es in eine andere Richtung geht."
"Vor zwei Jahren wurde geflachst, wir müssen nur zwei Jahre warten, bis wir Weltmeister werden. Die Aussage können wir total vergessen. Wir müssen uns einiges wieder hart erarbeiten."
"Für die, die es noch nicht kapiert haben: Wir haben gegen die schwächste Mannschaft aus der Vorrunde gespielt und haben es nicht geschafft, mehr als zwei Chancen in 120 Minuten zu bekommen. Die große Fußballnation Deutschland muss sich umschauen. Es werden sich viele Menschen hinterfragen müssen, ob das der Anspruch des deutschen Fußballs ist."
Jürgen Klinsmann (ESPN)
"Die Art und Weise, wie wir heute Abend ausgeschieden sind, ist verheerend, ist eine Blamage, ist etwas, womit niemand, wirklich niemand gerechnet hat. Alles, von oben bis unten, muss hinterfragt und diskutiert werden. Natürlich wird es Konsequenzen geben, was auch immer diese Konsequenzen sein mögen."
"Die Verantwortung liegt bei allen – vom Trainerstab über den Verband bis hin zu jedem einzelnen Spieler, der in diesen 26-Mann-Kader berufen wurde. Jeder hat seinen Teil zu diesem Desaster beigetragen."
Friederike "Fritzy" Kromp (ZDF)
"Dass ein Nick Woltemade, der heute im K.o.-Spiel seinen ersten Einsatz bekommt, einen entscheidenden Elfmeter verschießt, ist für mich auch irgendwo naheliegend. Das ist natürlich ein hochbezahlter, sehr guter Fußballer, der am Fließband Elfmeter schießen kann, aber nicht in so einer Situation."
Und weiter: "Ich finde, man hat ihn gefühlt gekillt und heute brauchst du ihn und dass er dann nicht funktionieren kann, sowas macht mich sprachlos. Sowas ist auch undankbar für den Spieler."
Jürgen Klopp (Magenta)
"Wir hatten Phasen, wo wir es abgerufen haben, die waren nicht lang genug. Wir haben nicht genug kreiert, weil wir ein paar Dinge nicht richtig gemacht haben. Im Moment gab es nur ein Ziel, einen Traum, der ist geplatzt. Es war dramatisch. Es gibt 500.000 Wege, ein Fußballspiel zu gewinnen. Du musst nur einen finden. Jeder im Stadion hat gedacht: Jetzt drehen sie es! Haben wir aber nicht. Wir haben sie vom Haken gelassen."
Didi Hamann (Sky)
"Ich glaube, Herz kommt von Teamspirit, vom Zusammensein, vom Vertrauen, dass deine Teamkollegen da sind, wenn du sie brauchst. Ich habe das Gefühl, unter diesem Trainer war das nie der Fall."
"Sie hatten ein paar Auftritte, die in Ordnung waren, aber im Durchschnitt waren die Auftritte enttäuschend. Es war so bei der EM, es war so bei der Qualifikation und es war so bei der Weltmeisterschaft. Sie reden immer über die Stimmung im Camp – es ist toll, das zu sagen, aber du musst es zeigen!"
"Offensichtlich ist es der Trainer. Es ist der Job eines Trainers, die Jungs zusammenzubekommen. Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut. Er war nicht einmal in Mailand, um Bisseck zu sehen. Einen Spieler, den er mit zur WM hätte nehmen sollen. Er war in zweieinhalb Jahren nie in Brentford, um Schade zu beobachten, einen Spieler, der letzte Saison zehn Tore erzielt hat. In der Bundesliga guckt er vielleicht ein, zwei Spiele im Monat."
Christian Streich (ZDF)
"Elfmeterschießen ist kein Glück, dagegen habe ich mich immer gewehrt. Es geht bis zur letzten Entscheidung. Dass Deutschland Weltmeister wird, war von Anfang an außerhalb der Möglichkeit, weil es nicht in Topverfassung war. Aber wie Deutschland heute gespielt hat – wir hatten so viele Räume und haben sie liegen lassen. Der Trainer muss sich hinterfragen – und die Spieler. Was ich von einigen gesehen habe, war nicht genug. Vom Trainer auch nicht."
Christoph Kramer (ZDF)
"Wenn du als Deutschland so gegen eine Mannschaft wie Paraguay spielst, darfst du dich nicht darüber beschweren, dass dir in der Verlängerung ein reguläres Tor aberkannt wird. Das geht nicht. Wenn du im Sechzehntelfinale gegen Paraguay rausfliegst, müssen sich alle hinterfragen. Es ist logisch, dass jetzt etwas passieren wird."
Stefan Effenberg (t-online)
"Für die deutsche Nationalmannschaft ist das, was am Montag im Sechzehntelfinale der WM passiert ist, eine Vollkatastrophe.. Das ist eine ganz, ganz bittere Niederlage. Nicht nur für Bundestrainer Julian Nagelsmann und seine Spieler, sondern für das ganze Land."
"Die Qualität, die uns aktuell zur Verfügung steht, ist nicht Weltklasse – nein. Für einen deutschen Erfolg muss seit längerer Zeit schon alles zusammenkommen – weil wir eben nicht diese individuellen Unterschiedsspieler haben, die für Frankreich, Argentinien, Spanien, England immer die Entscheidung herbeiführen können. Bei uns müssen dagegen alle einen Supertag erwischen, in der Mannschaft muss es laufen, es muss vielleicht auch noch ein wenig Glück hinzukommen – und der Gegner dazu einen schlechten Tag erwischen. Und das sind zu viele Faktoren."
"Nagelsmann und der DFB sind nun in der Pflicht, zu liefern. Sie müssen zeigen: Wir haben verstanden, was getan werden muss. Ich erwarte auch eine ausführliche Erklärung, eine detaillierte Analyse dieser WM vom Bundestrainer – nicht erst, wenn es in ein paar Monaten mit den nächsten Länderspielen weitergeht, sondern zeitnah innerhalb der nächsten Wochen."
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