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WM 2026: Thomas Tuchels England-Plan scheitert krachend! Ein Kommentar
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von Kai Esserran Fußball
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Bei den Testspielen gegen Uruguay und Japan griff Thomas Tuchel zu unkonventionellen Mitteln bei der Kadernominierung. Dabei steht sich der Coach der "Three Lions" selbst im Weg - nicht zum ersten Mal. Ein Kommentar.
Man kann eigentlich alle zwei Jahre die Uhr danach stellen.
Sobald ein großes Turnier ansteht, wird die englische Nationalmannschaft - mal mehr, mal weniger berechtigt - in den engen Favoritenkreis hochstilisiert.
Mit Mastermind Thomas Tuchel als Nachfolger des glücklosen Gareth Southgate hofften alle Engländer auf den großen Wurf und den ersten großen Titel seit 60 Jahren. Doch bei den jüngsten Testspielen trickste sich Tuchel selbst aus. Sein Experiment scheiterte krachend.
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Tuchel setzt auf Kader mit 35 Spielern
Zu den beiden Länderspielen gegen Uruguay und Japan lud der ehemalige Trainer des FC Bayern und Borussia Dortmund 35 Spieler ein.
Klar, der erste Gedanke ist mehr als verständlich: Der 52-Jährige will jeden Spieler nochmal genau unter die Lupe nehmen, bevor im Mai die Kader stehen müssen.
Aber wie soll ein Trainer 35 Spieler in einem Lehrgang bewerten? Auch, wenn er einige nach dem Spiel wieder Heim schickte. Welche Trainingsformen, die irgendeinen Aufschluss geben könnten, funktionieren mit 35 Leuten? Wie sollen sich bei fast drei dutzend junger Männer keine Grüppchen bilden?
Und vor allem: Wie soll sich irgendeine Form von Eingespieltheit etablieren? Es gibt schon Gründe, wieso jeder andere Nationalcoach keine 30 Spieler mitnimmt. Es wirkt, als würde sich der Taktik-Experte selbst ausdribbeln. Etwas, das ihm bei jeder seiner vorigen Stationen ultimativ zum Verhängnis wurde.
Gegen Uruguay und Japan gelang den "Three Lions" in mehr als 180 Minuten nur ein einziger Treffer. Und der fiel nach einem abgefälschten Standard. In beiden Spielen gegen gute, aber nicht überragende Gegner waren die Briten aus dem Spiel heraus überwiegend mittellos.
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Englands Erfolg ist abhängig von Harry Kane
Immerhin eine Erkenntnis hat Tuchel: Sein Team ist abhängig von Harry Kane. Der Angreifer des FC Bayern München fehlte in beiden Partien merklich.
"Warum sollte Argentinien nicht auf Lionel Messi setzen oder Portugal nicht auf Cristiano Ronaldo? Das ist völlig normal", reagierte er fast schon patzig nach einer Frage zum Rekordtorschützen der Nation nach dem Japan-Spiel.
Logisch, es gibt kein Team der Welt, das ohne seinen wichtigsten Spieler auf einmal auf magische Art und Weise besser wird. Aber einen Plan B sollte es schon geben.
Und den scheint Tuchel, rund zwei Monate vor dem Turnier, noch nicht zu haben. Die vielen Köche, die er zu seinem Abendessen eingeladen hat, haben den Brei offenbar verdorben.
WM 2026: Englands Euphorie ist dahin
Fast noch schlimmer als die spielerischen Defizite in der Offensive ist der Umstand, dass die sonst so hoffnungsfrohen und optimistischen Fans und Journalisten in der Heimat jede Euphorie verloren haben.
Vor allem nachdem die Engländer in einer - man mag es "machbaren Gruppe" nennen - mit acht Siegen und 22:0 Toren durchmarschiert sind. Freilich sind weder Andorra noch Lettland Gradmesser, der guten Laune tat das jedoch wenig Abbruch.
"Dieses Ergebnis lässt Fragen, ob dieses Team bereit für Nordamerika ist, offen", titelte "The Telegraph" über das Spiel gegen Japan.
Fragen, die Thomas Tuchel bei den beiden Generalproben im Juni gegen Neuseeland und Costa Rica beantworten muss.
Andernfalls verkommt die beliebte Phrase "It's coming home" (wieder) zu einem Meme. Und das einzige, was Heim kommt, sind die Engländer ohne Pokal. Immerhin: Zeit bis zum Turnier ist noch.
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