Handball
Handballer mit EM-Hype Richtung Heim-WM - Gislason-Frage offen
Veröffentlicht:
von SIDran Handball
Handball-Highlights: Traum-Kempa! DHB-Team zaubert gegen Ägypten
Videoclip • 03:57 Min
Die DHB-Auswahl schwelgt in EM-Erinnerungen und richtet den Blick auf die Heim-WM. Offen bleibt, wann die Zukunft von Bundestrainer Gislason geklärt wird.
Alfred Gislason schwelgte nur zu gern in den EM-Erinnerungen. Eine "super Sache" sei die nachgeholte Ehrung für die Silbermedaille bei der Europameisterschaft gewesen, sagte der Handball-Bundestrainer, der nach dem furiosen 79-Tore-Spektakel im WM-Härtetest gegen Afrikameister Ägypten den unzähligen Autogrammwünschen kaum gerecht werden konnte. "Das hatten die Spieler auch verdient. Ich glaube, sie waren extrem glücklich darüber."
In der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle feierten die 10.732 Fans die DHB-Auswahl noch einmal für die magischen Wochen von Dänemark - und gaben einen Vorgeschmack auf das, was in 300 Tagen bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land warten dürfte.
"Man konnte sehen, dass die letzte EM wieder ihre Früchte trägt - die Halle war wieder voll, die Resonanz ist super und es waren auch viele glückliche Kinder da", sagte Rückraumspieler Miro Schluroff, ehe er sich nach dem furiosen 41:38 (21:18) wieder den mit Stiften bewaffneten Nachwuchshandballern zuwandte.
Schon am Sonntag (15.30 Uhr/ProSieben und Dyn) will Gislasons Mannschaft im zweiten Duell mit Ägypten in Bremen die Euphorie befeuern und weiteres Selbstvertrauen tanken. "Mit Ägypten haben wir eine sehr gute Mannschaft - und dann wartet Dänemark. Das ist natürlich gut für uns", sagte Spielmacher Juri Knorr mit Blick auf die kommenden Aufgaben gegen hochkarätige Gegner. Gegen die Dänen, den Olympiasieger, Welt- und Europameister, geht es im nächsten Länderspielfenster am 17. Mai in Köln.
Gislason-Zukunft soll vor WM geklärt werden
Das Team investiert alles dafür, um im kommenden Winter, dann 20 Jahre nach dem bislang letzten WM-Titel, neue Sternstunden folgen zu lassen. "Wir haben 2024 erlebt, wie wir mit einer unerfahrenen Mannschaft von unseren Fans getragen wurden", sagte Kapitän Johannes Golla mit Blick auf den vierten Platz bei der Heim-EM vor zwei Jahren: "Jetzt sind wir schon einen Schritt weiter - und deswegen ist die Hoffnung groß, dass wir gemeinsam mit dem Land und vollen Hallen hinter uns auch ein gutes Turnier spielen können."
Bis dahin, so viel ist seit Donnerstag klar, wird die Zukunft von Bundestrainer Gislason geklärt sein. DHB-Sportvorstand Ingo Meckes will die Frage im Verband definitiv vor der Heim-WM (13. bis 31. Januar 2027) beantworten, sich dabei aber nicht unter Druck setzen lassen. "Es wäre schlimm, wenn wir einen Monat oder zwei Monate, bevor die WM startet, keine Klarheit hätten", sagte er am Rande der Ägypten-Partie. Einen "unmittelbaren Druck" sehe man nicht.
Defensive konnte noch nicht überzeugen
Heißt übersetzt: Die Argumente liegen längst auf dem Tisch. Die Partien gegen die Ägypter spielen kaum eine Rolle - wenn doch, dürfte Gislason nach Teil eins besonders auf die Offensive, weniger die Defensive verweisen. "41 Tore sind sehr gut, 38 zu kassieren, viel zu viel." Allein 20 Gegentore waren es in der zweiten Hälfte, als die Ägypter kurz vor Schluss noch einmal bis auf einen Treffer herankamen.
Nicht zuletzt dem zeitweise wie entfesselt spielenden Mittelmann Knorr (9 Tore) war es zu verdanken, dass das Torfeuerwerk nicht doch noch nach hinten losging. "Ich mag diesen Spielstil. Ich gewinne lieber so als 21:20", sagte Knorr grinsend. Golla forderte, "zwei, drei Dinge" anzupassen und die "richtigen Lehren" zu ziehen. Bevor auch er die nächsten Autogrammwünsche erfüllte, sagte er jedoch: "Wir müssen uns für einen Länderspielsieg nicht entschuldigen."





