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Formel 1

Formel 1: Mercedes darf Motoren dank Regel-Schlupfloch weiter verbessern

Veröffentlicht:

von Anne Malin

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Formel 1 - Fans spotten über Monaco: "Asphalt hält nicht mal bis zur Zielflagge"

Videoclip • 02:06 Min


Seit Monaco ist es offiziell: Mercedes darf seinen Motor weiterentwickeln, aber Red Bull nicht. Eine Lücke im neuen Regelwerk ermöglicht es dem schnellsten Auto, noch schneller zu werden.

Nach dem Saisonanfang würde vermutlich niemand auf die Idee kommen, dass Mercedes es nötig hätte, am Auto noch einmal nachzubessern.

Doch durch ein Ausgleichssystem darf der deutsch-englische Rennstall ein Upgrade für seine Motoren entwickeln. Ferrari, Audi und Honda dürfen sogar zweimal nachbessern.

Grund dafür ist das "Additional Development and Upgrade Opportunities"-Programm, kurz ADUO.

Das Ziel des Ausgleichssystems ist es, dass kein einzelner Motorenhersteller eine ganze Saison lang die Vormachtstellung hat. Ferrari-Pilot Lewis Hamilton

Doch warum profitiert davon jetzt ausgerechnet Mercedes?

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Formel 1: Motoren-Ausgleich für Chancengleichheit

Um für mehr Chancengleichheit über die Länge einer gesamten Saison zu sorgen, bewertet die FIA in festgelegten Zeiträumen die Leistungsfähigkeit aller Motoren. Dabei werden verschiedene Parameter wie Drehmoment an der Antriebswelle, Motordrehzahl, MGU-K-Leistung sowie deren Einfluss auf die Rundenzeit berücksichtigt.

Liegt ein Motor mindestens zwei Prozentpunkte auf der FIA-eigenen Bewertungsskala zurück, bekommt der zugehörige Hersteller zusätzliche finanzielle und technische Freiheiten zugesprochen.

Bei einem Rückstand von zwei bis vier Prozentpunkten dürfen Hersteller bis zu zweieinhalb Millionen Euro extra investieren. Bis zu sechs Prozent Rückstand steigt diese Summe auf vier Millionen und bei acht Prozent auf rund fünfeinhalb Millionen.

Technische Updates dürfen dann ab dem nächsten Grand Prix vorgenommen werden.

Die Auswertung ist zwar noch nicht offiziell, Ferrari-Pilot Lewis Hamilton plauderte die Ergebnisse gegenüber "Sky" aber bereits aus: "Ich glaube, die Nachricht kam entweder gestern oder heute heraus, dass Red Bull den stärksten Motor hat, Mercedes auf Platz zwei liegt und wir dahinter zurückliegen."

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Formel 1: Mercedes-Team mit Motoren-Vorteil trotz starker Leistung

Auf den ersten Blick ist es also verwunderlich, dass nun die Mercedes-Motoren, die auch in den McLarens und im Alpine verbaut sind, von diesem Ausgleich profitieren werden. Eine kleine Lücke im Regelwerk macht es aber möglich.

ADUO erfasst bei den Messungen ausschließlich die Internal Combustion Engine (ICE), also den Verbrennungsmotor, und nicht die Hybridkomponente. Da aber die Rennwagen diese Saison annähernd im 50/50-Verhältnis vom elektronischen Motor und Verbrennungsmotor betrieben werden, zeigt die ICE-Bewertung ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Realität auf der Rennstrecke.

Nur basierend auf den V6-Verbrennungsmotoren stellt tatsächlich Red Bull den Richtwert und Mercedes fällt über zwei Prozentpunkte zurück. Neben der fehlenden Berücksichtigung der Elektrokomponente führen auch Unterschiede bei der Aerodynamik, Energierückgewinnung und Gewichtsverteilung zu der Differenz zwischen ICE-Skala und Konstrukteurswertung.

Formel 1: Unglück im Glück für Red Bull

Eigentlich ist es sehenswert, dass Red Bull, die dieses Jahr zum ersten Mal mit den selbst entwickelten Ford-Motoren antreten, aus dem Stegreif den besten Verbrennungsmotor entwickeln konnten. Ärgern wird man sich in Milton Keynes trotzdem, denn diese Untersuchung zeigen damit auch auf, dass bei Red Bull scheinbar woanders große Defizite herrschen.

Wann die Auswirkungen der ADUO tatsächlich sichtbar sein werden, ist schwer abzuschätzen. Hamilton sagte über die Motoren-Upgrades bei Ferrari: "Das ist ein Projekt von etwa acht bis zehn Monaten, also nichts, was wir einfach nächste Woche umsetzen können."

Ob andere Hersteller, wie Honda oder Audi, schneller sein werden, bleibt abzuwarten. Um wie viel Prozent die jeweiligen Motoren zurückliegen, ist eben noch nicht offiziell. Die FIA hat bisher nur die Teams selbst informiert und die Wertung noch nicht veröffentlicht.

Freuen wird sich vermutlich McLaren. Der amtierende Weltmeister kämpft seit Saisonstart mit schlechter Performance und Unzuverlässigkeitsproblemen. Und auch Audi und Aston Martin können nun hoffen. Der größte Gewinner dieser Auswertung ist aber zweifelsohne Mercedes. Kimi Antonelli fährt bereits im gegenwärtigen Auto dem restlichen Fahrerfeld davon und Ferrari scheint weit von der Konkurrenzfähigkeit entfernt.

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