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Formel 1

Formel 1: Was läuft schief bei Audi?

Veröffentlicht:

von Anne Malin

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Videoclip • 01:25 Min


Sechs Ausfälle, Nicht-Teilnahmen oder Disqualifikationen in sechs Rennen sind wohl kaum die Bilanz, die sich Audi vor Beginn der Saison vorgestellt hat.

"Das war ein charakterbildendes Wochenende", sagte Nico Hülkenberg nach dem Großen Preis von Miami.

Eine schöne Umschreibung für das Wochenende in Miami. Bereits beim Sprint konnte Hülkenberg aufgrund von Motorproblemen gar nicht an den Start. Teamkollege Gabriel Bortoleto wurde dann im Nachgang wegen zu hohem Luftdruck disqualifiziert. Beim Qualifying fing sein Auto dann auch noch Feuer.

Am Sonntag wurde es nur minimal besser. Hülkenberg konnte immerhin neun Runden im Audi R26 bestreiten, bevor sein Getriebe im ersten Gang steckenblieb. Bortoleto konnte das Rennen zwar beenden, doch verpasste die Punkte auf Rang zwölf knapp.

Audi: Technische Probleme und Personalbeben

Im Vergleich zum direkten Konkurrenten Williams fällt Audi zurück. Vor der Zwangspause waren die Teams mit jeweils zwei Punkten noch gleichauf, doch Alex Albon und Carlos Sainz konnten nun drei Punkte einfahren. Nur Aston Martin und Cadillac mit jeweils null Punkten sind derzeit (noch) schlechter.

In den vier Rennen der Saison fuhr Hülkenberg zwei Mal auf Rang elf und zwei Mal gar nicht über die Ziellinie. Auch Bortoleto konnte in China gar nicht starten, sonst erreichte er Platz neun, zwölf und dreizehn. Mittlerweile trennen den Rennstall also weniger Punkte von Aston Martin als von Williams.

Dazu verlor das Werksteam über die Zwangspause ihren Teamchef Jonathan Wheatley. Der Brite trat erstaunlich schnell zurück, nachdem die Chef-Position bei Aston Martin frei geworden war.

Dabei erschien es zuvor, als sei Wheatley fest für die neue Audi-Ära eingeplant gewesen. Hülkenberg erklärte zudem, dass er selbst nur durch die Medien vom Rücktritt seines Chefs mitbekommen hätte. Mattia Binotto übernahm daraufhin die Leitung des Teams und Allan McNish wurde zum Rennleiter befördert.

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Formel 1: Audi Probleme bleiben unerklärt

Und die neue Chef-Etage hält sich bedeckt in Bezug auf die offensichtlichsten Technikprobleme des deutschen Rennstalls. "Wir werden die Erkenntnisse aus diesem Wochenende mitnehmen, in der Pause neu ansetzen und in Montreal bereit sein", erklärte McNish nach dem Grand-Prix in Miami, ohne näher darauf einzugehen, welche Erkenntnisse gemeint sind.

Zur genauen Ursache der zahlreichen Ausfälle sagte auch Hülkenberg stetig: "Nein, dazu kann ich nichts weiter sagen. Keine Details, sorry." In Miami war Hülkenbergs Audi im ersten Gang stecken geblieben. So ein Fehler im Getriebe lässt mal wieder auf ein Hydraulikproblem schließen. Bereits seit Anfang der Saison wird spekuliert, dass das Hydrauliksystem das Kernproblem beim R26 sei.

Mit den neuen Regularien ist das gesamte System eindeutig komplizierter geworden. Und im Vergleich zum Vorjahr nutzt der Rennstall diese Saison erstmals ein selbstentwickeltes System. Auch der ehemalige Formel-1-Pilot Timo Glock glaubt, dass es sich um ein strukturelles Problem bei der Hydraulik handelt. "Das ist nichts, was man von heute auf morgen lösen kann", erklärte er bei "Sky".

Audi: Binotto hofft auf Motoren-Ausgleich

Auch dem Motor fehlt anscheinend die Power. Laut "Automotorsport" soll Mattia Binotto bereits in Kontakt mit der FIA sein, um bei dem Motor nachbessern zu dürfen. In der Formel 1 darf ein Team, dessen Motor mehr als zwei Prozent Verbrenner-Leistung im Vergleich zum besten Motor fehlt, noch während der Saison nachrüsten. Das sogenannte ADOU-Verfahren soll sicherstellen, dass die Rennställe die ganze Saison über konkurrenzfähig sind.

Hierfür macht die FIA nach den ersten sechs Rennen der Saison eine Bestandsaufnahme. Ob die Motoren diese Saison planmäßig nach Miami oder erst nach dem tatsächlichen sechsten Rennen untersucht werden, ist allerdings noch unklar.

Unabhängig davon, woran es wirklich liegt, muss Audi das Zuverlässigkeitsproblem unter Kontrolle bekommen. Wenn die Boliden es tatsächlich schaffen, ein Rennen zu beenden, sind die Fahrer in der Regel nicht weit von den Punkten entfernt.

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