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Los Angeles Rams wieder All-in: Myles Garrett als letztes Puzzlestück - Kommentar
Aktualisiert:
von Mike StiefelhagenNFL
NFL-Star Cam Skattebo flext mit 50k-Grillz
Videoclip • 01:00 Min
Die Los Angeles Rams holen mit Myles Garrett den besten Verteidiger der NFL und geben dafür Jared Verse plus drei Draft-Picks ab. Sie gehen All-in, um den Super Bowl im eigenen Stadion zu gewinnen. Nachvollziehbar, wenn auch teuer. Ein Kommentar.
Myles Garrett ist ein Ram.
Man muss diesen Satz einen Moment wirken lassen. Ein amtierender Defensive Player of the Year, der gerade den Sack-Rekord der Liga gebrochen hat, wechselt das Team.
Für die Rams ist dieser Trade ein Volltreffer. Einen solchen Trade, einen Generationsspieler in seiner Blütezeit zu verpflichten, weist sogar Madden zurück. Aber Los Angeles hat zugegriffen, Warum zögern bei einer solchen Möglichkeit?
Der Deal noch einmal kurz im Detail: die Cleveland Browns schicken Garrett nach Kalifornien, im Gegenzug erhalten sie Edge Rusher Jared Verse, einen Erstrundenpick 2027, einen Zweitrundenpick 2028 und einen Drittrundenpick 2029.
Ein Preis, den wohl 30 andere General Manager in der Liga sofort mitgegangen wären für einen Ausnahmespieler wie Myles Garrett. Der Mann, der auf seiner Position in einer eigenen Liga spielt.
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Myles Garrett ist ein Ausnahmespieler
Wie oft war einer der besten Verteidiger der NFL-Geschichte überhaupt verfügbar? Aaron Donald - seines Zeichens der Tom Brady einer Defense - wechselte nie das Team. Auch Legende und Pionier Lawrence Taylor wechselte nie das Team.
Garrett ist 30 Jahre alt. Nicht mehr der Jüngste, ja. Aber er kommt aus einer Saison, in der er mit 23 Sacks einen neuen NFL-Rekord aufgestellt und seine zweite Auszeichnung zum Defensive Player of the Year erhalten hat.
Bemerkenswert ist nicht nur die Spitze, sondern die Konstanz. In den vergangenen fünf Saisons verpasste Garrett nur zwei Spiele, bringt es auf 83 Sacks in 83 Spielen. Sein schlechtestes Abschneiden in der DPOY-Wertung der vergangenen vier Jahre war ein fünfter Platz. Laut "PFF" ist er wiederholt der beste Edge Rusher der NFL.
Anzeichen für einen Leistungsabfall? Fehlanzeige.
Myles Garrett vollendet das taktische Puzzle
Für die Rams soll Garrett das Puzzleteil sein, dass ihnen im letzten Jahr zum Einzug im Super Bowl fehlte. In den letzten beiden Duellen mit Champion Seattle ließen die Rams 6,6 und 6,1 Yards pro Spielzug zu.
Eines der Spiele kostete den ersten Playoff-Platz der NFC, das andere die Saison. Einmal versagte die Laufverteidigung, einmal wurde die Passverteidigung zerlegt. Beides adressiert Garrett unmittelbar: 2025 hatte er die beste Pressure-Rate und den drittbesten Wert gegen das Laufspiel der Liga.
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Warum der Preis vertretbar – und sogar clever – ist
Natürlich schmerzt der Abgang von Jared Verse. Der 25-Jährige war 2024 Defensive Rookie of the Year, ein unermüdlicher, kraftvoller Spieler mit klarem Aufwärtstrend. Seine bislang „nur" zwölf Sacks täuschen über seine tatsächliche Wirkung hinweg. Dass die Rams ihn bis zuletzt aus dem Deal heraushalten wollten, zeigt, wie hoch sie ihn schätzen. Aber wenn man dafür Myles Garrett bekommt ...?
Die drei Draftpicks dürfte General Manager Les Snead gut verkraften können - auch weil er über Jahre exzellent gedraftet hat. Sein offensiv belächeltes Motto „F*** Them Picks" funktioniert, weil er im Draft aus den späten Runden Stammspieler zieht: Puka Nacua, Kyren Williams in den fünften Runden, Kobie Turner und Byron Young in den dritten Runden als Beispiele. Quentin Lake und Kam Curl sicherte sich der GM in der sechsten bzw. siebten Runde.
Und ein scheinbar widersprüchlicher Schachzug ergibt plötzlich Sinn: Im April wählten die Rams mit dem 13. Pick Quarterback Ty Simpson. Ein Spieler, der hinter dem amtierenden MVP Matthew Stafford vorerst nicht spielen wird. Genau das verschaffte die Freiheit, in den kommenden Jahren keinen Erstrundenpick für Staffords Nachfolge reservieren zu müssen.
Snead scheint das All-in lange vorbereitet zu haben.
All in für den Super Bowl im eigenen Haus
Dahinter steht ein klares Ziel: Super Bowl LXI steigt im SoFi Stadium – der Heimspielstätte der Rams. Schon einmal, beim Titel zur Saison 2021, verwandelte Los Angeles das Endspiel im eigenen Stadion in ein Heimspiel, damals nach einem Mega-Trade für Stafford.
Eine Blaupause: dieselbe Entschlossenheit, dasselbe Stadion.
Nur diesmal mit Myles Garrett.
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Rams: Lieber riskieren als direkt verlieren
Das ist das Wesen eines All-in: Es kennt nur Triumph oder Reue. Lieber setze ich alles auf Mission Titel, als jahrelang in der Bedeutungslosigkeit Talente zu verschwenden und historisch vergessen zu werden. Denn wer nicht riskiert, verliert in der NFL bereits bevor es losgeht.
Genau dafür gibt es Fenster, die sich nur kurz öffnen. Die Rams haben den amtierenden MVP, eine fertige Mannschaft und ein Endspiel im eigenen Haus vor Augen. In dieser Lage auf einen Generationsspieler zu verzichten, wäre die eigentliche Fahrlässigkeit gewesen.
Snead und Trainer Sean McVay haben nicht gezockt. Sie haben die Logik ihres eigenen Titelfensters zu Ende gedacht.
Deshalb ist der Garrett-Trade nicht nur mutig. Er ist richtig.
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