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NFL Draft: Diego Pavia wird Arroganz zum Verhängnis - AFC-Team gibt ihm dennoch eine Chance
Aktualisiert:
von Daniel KuglerNFL
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Videoclip • 01:27 Min
Vom Heisman-Trophy-Finalist zum Undrafted Free Agent. Quarterback Diego Pavia fällt ungebremst, dies hat aber auch seine Gründe.
Es war eine der Stories des NFL Draft 2026.
Diego Pavia wartete als einer der drei Heisman-Trophy-Finalisten an allen drei Tagen vergeblich darauf, dass sein Name aufgerufen wird.
Währenddessen gingen die anderen beiden der Top drei direkt vom Board. Quarterback Fernando Mendoza wurde wie erwartet an erster Stelle von den Las Vegas Raiders ausgewählt und Running Back Jeremiyah Love bereits mit dem 3. Pick von den Arizona Cardinals.
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Ein historischer Fall eines Top-Prospects während des Drafts.
Das letzte Mal, dass ein Heisman-Trophy-Finalist ungedraftet blieb, war 2014. Damals erwischte es Quarterback Jordan Lynch, der trotz des dritten Platzes bei der Wahl zum besten College-Spieler des Jahres bereits erfolglos auf einen Anruf wartete.
Bei Pavia sind die Gründe für das mangelnde Interesse der NFL-Teams derweil vielschichtig. Und sollten eigentlich keinen überraschen.
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Diego Pavia: Starke Leistungen und Rekorde am College
Rein sportlich betrachtet sammelte Pavia mit starken Leistungen am College eigentlich reichlich Argumente für einen Sprung in die NFL, auch wenn er mit einer Größe von gerade einmal 1,78 m alles andere als Gardemaß mitbringt.
Der Quarterback legte in je zwei Spielzeiten an der New Mexiko State und zwei für Vanderbilt in insgesamt 53 Spielen 766 Completions bei einer Passquote von 62,2 Prozent 10255 Passing Yards und 88 Touchdowns bei 27 Interceptions auf.
In der vergangenen Saison gehörte Pavia zu den produktivsten und effizientesten Quarterbacks des Landes. Er führte die Vanderbilt Commodores zu einer 10-3-Bilanz und ihrer ersten Saison mit zehn Siegen überhaupt.
Der Playmaker stellte Schulrekorde in den Kategorien Passing Yards (3.539) und Passing Touchdowns (29) in einer Saison auf. Dabei erzielte Pavia im Schnitt 338,5 Yards of Total Offense pro Spiel, was den zweiten Platz in der NCAA-Division FBS bedeutete und ihm den Johnny Unitas Golden Arm 2025 bescherte.
Dennoch gab es im Vorfeld Drafts einige Faktoren abseits des Spielfeldes bzw. folgenschwere Vorfälle, die Pavias Chancen auf einen Pick deutlich herunterschraubten.
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Diego Pavia: Verhalten nach Heisman-Trophy-Vergabe völlig daneben
Nachdem Pavia gegen Mendoza bei der Preisverleihung den kürzen gezogen hatte, konnte er seine Emotionen nicht mehr zurückhalten und griff fatalerweise direkt zu seinem Handy.
Auf Instagram veröffentliche er ein Foto mit der Bildunterschrift "F*** ALL THE VOTERS" und einem Daumen-nach-unten-Emoji.
Auch wenn sich der Quarterback wenig später für die Aktion entschuldigte, krachten seine Aktien daraufhin ordentlich ein. Zudem wurde Pavia beim Feiern in einem New Yorker Club neben einem Schild mit der Aufschrift "F*** Indiana" gefilmt - wo Preisträger Mendoza ans College ging -, auf das er mit ausgestrecktem Mittelfinger zeigte und grinste.
Von einem Top-Prospect erwartet man sich eben deutlich mehr Reife und Souveränität. Gerade auch, weil Pavia eben keine 19 Jahre mehr alt ist, sondern für einen College-Star mit 24 Jahren bereits im deutlich fortgeschrittenen Alter.
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Diego Pavia: Fatale Interviews bei Scouting Combine
Eigentlich sollte man erwarten, dass ein Youngster aus Fehltritten wie diesen lernen würde. An seiner Selbstdarstellung änderte sich dadurch jedoch nichts.
Pavia polarisiert mit seinem Auftreten. In einem Interview mit "CBS" im Rahmen des NFL Scouting Combine im März sagte er: "Viele verwechseln mein Selbstvertrauen mit Arroganz. Aber mein Selbstvertrauen kommt von der Arbeit, die ich investiere."
Und damit nicht genug. "NFL Network"-Insider Tom Pelissero betonte an Tag drei der Draft-Übertragung mit Verweis auf einen Verantwortlichen eines NFL-Teams, dass Pavia in einem Interview sehr große Töne gespuckt haben soll. Demnach hätte er mitgeteilt, nicht als Backup-Quarterback in die Liga kommen zu wollen, sondern vielmehr jemandem seinen Starter-Job streitig machen werde.
Zwischen einem ausgeprägten Selbstbewusstsein und überbordendem Ego ist es häufig nur ein schmaler Grad. Bei einigen interessierten NFL-Franchises dürfte er mit derart vollmundigen Aussagen aber wohl kaum Eigenwerbung betrieben und eher noch die Zweifel an seinem Charakter weiter befeuert haben.
Nach seinem Draft-Debakel ging auf Social Media dann zudem ein Clip aus einem Interview mit Ex-NFL-Coach Jon Gruden aus dessen Segment "QB Class" bei "Barstool Sports" von vor einigen Wochen viral, in dem Pavia erneut eine dicke Lippe riskiert hat.
Auf die Frage, ob er sich für den Sprung in die NFL einen Agenten geholt hätte, tönte der Quarterback, dass er sich selbst vertreten und keine fünf bis zehn Prozent von seinem Geld abdrücken würde. Gruden reagierte ersichtlich überrascht über das ungewohnte Vorgehen für einen College-Spieler.
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Diego Pavia: Quo vadis nach Draft-Debakel?
Nachdem Pavia keiner der insgesamt 257 Picks im Draft wurde, verzichteten die 32 Teams in der Folge auch darauf, ihn als Undrafted Free Agent unter Vertrag zu nehmen.
Ein Team hat dann aber doch zugeschlagen.
Wie "ESPN"-Insider Adam Schefter berichtet, hat der Heisman-Trophy-Zweitplatzierte bei den Baltimore Ravens einen Drei-Jahres-.Vertrag unterschrieben. Wie es heißt, sollte er am Wochenende vorspielen, die Ravens haben aber im Vorfeld schon Nägel mit Knöpfen gemacht.
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Die Franchise hatte nach einem dritten Quarterback im Roster gesucht neben Lamar Jackson und Tyler Huntley. Im Draft wurde keiner der elf Picks für die Position genutzt.
Für Pavia könnte es ein Happy End werden. Nach einem Draft-Wochenende zum Vergessen, sollte der so selbstbewusste Quarterback nun aber hoffentlich schnell auf dem Boden der Tatsachen ankommen.
Die College-Zeiten sind vorbei, für vergangene Lorbeeren kann er sich nichts mehr kaufen. Nun heißt es, sich hinten anstellen und mit Taten statt mit Worten zu überzeugen.
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