NFL Free Agency 2025
NFL Free Agency: Verträge werden umstrukturiert - Funktion, Methoden und Auswirkungen auf Cap Space
Aktualisiert:
von Jan HorstkötterNEW ORLEANS, LOUISIANA - FEBRUARY 03: NFL Commissioner Roger Goodell looks on during a press conference ahead of the Super Bowl LIX at Caesars Superdome on February 03, 2025 in New Orleans, Louisiana. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
Bild: Getty Images
In der NFL ist es keine Seltenheit, dass Verträge von Spielern umstrukturiert werden. ran erklärt euch, wie das vonstattengeht und was das für die Spieler und den Cap Space bedeutet.
Von Jan Horstkötter
Es ist schon wieder passiert!
Eine NFL Franchise hat die Verträge von Spielern umstrukturiert. In einem der jüngsten konkreten Fälle waren es die Kansas City Chiefs, die die Verträge von Patrick Mahomes und Chris Jones verändert haben.
Dadurch hat die Franchise fast 50 Millionen US-Dollar an Cap Space für die Saison 2025 eingespart. Aber wie funktioniert das Ganze konkret? Wie ist der Cap Space davon betroffen? Und was bedeutet das für die Spieler?
Für die NFL-Profis ist eine Umstrukturierung, anders als man es auf den ersten Blick vermuten würde, eine gute Sache! Denn sie sehen Bares – und zwar sofort und garantiert!
In der NFL dürfen nur Verträge von Spielern umstrukturiert werden, die noch länger als ein Vertragsjahr gültig sind.
Das Wichtigste in Kürze
Bei dieser Umstrukturierung wird ein Teil des Grundgehalts sofort als Signing Bonus an den Spieler ausgezahlt. Er bekommt also garantiertes Geld in dem Moment, in dem er den veränderten Vertrag unterschreibt.
Dieser Signing Bonus wird dann in gleichen Anteilen auf die verbliebenen Vertragsjahre gegen den Cap Space gerechnet. Ein Vertrag kann dabei nur einmal pro Saison umstrukturiert werden.
Ziel ist es also, die hohe Summe des Grundgehalts, die ein Spieler in einer Saison kassiert, zu reduzieren, um so den Cap Space für das aktuelle Jahr zu senken – aber dafür für alle kommenden Jahre zu erhöhen.
Cap Hit verteilt sich auch mehrere Jahre
Ein konkretes Beispiel:
Ein Spieler unterschreibt einen Fünfjahresvertrag. 20 Millionen US-Dollar davon erhält der Spieler als Signing Bonus. Dieser zählt nun in jedem der fünf Jahre mit 4 Millionen US-Dollar gegen den Salary Cap des Teams.
Im zweiten Jahr, in dem der Spieler 9,5 Millionen US-Dollar an Grundgehalt beziehen würde, wird der Vertrag umstrukturiert. Das Team verwandelt 8 Millionen US-Dollar des Grundgehalts in einen Signing Bonus, den der Spieler sofort und garantiert kassiert.
Diese 8 Millionen werden auf den Gehaltsspielraum der verbliebenen vier Vertragsjahre zu gleichen Anteilen angerechnet – also 2 Millionen pro Saison. Das Team generiert in der aktuellen Saison also 6 Millionen Euro an Cap Space (8 Millionen minus einen der vier Anteile von je 2 Millionen). In den kommenden drei Jahren steigt die Belastung für diesen Spieler dann allerdings jeweils von 4 auf 6 Millionen US-Dollar.
Ein Cap Hit, der sich auch nicht mehr verringern lässt, da das Geld an den Spieler bereits ausgezahlt wurde und auf dem die Franchise somit verpflichtend festsitzt.
Full Restructure oder Part Restructure?
Quasi ein Laubbläser-Effekt. Ein aktuelles Problem wird mit viel Lärm und Aufwand an eine andere Stelle verlagert – in diesem Fall in die Zukunft.
Die Franchises haben dabei aber nur einen gewissen Spielraum. Man spricht von einem "Full Restructure", wenn sie diesen zu Gänze ausnutzen.
Konkret bedeutet das: Nicht das gesamte Grundgehalt kann in einen Signing Bonus umgewandelt werden. Vom Grundgehalt wird nämlich immer noch das Minimal-Gehalt abgezogen, das ein Spieler erhält. Und das ist davon abhängig, seit wie vielen Jahren dieser bereits in der NFL aktiv ist.
Für Rookies beträgt das Minimal-Gehalt in der kommenden Saison 2025 laut Collective Bargain Agreement (CBA) zwischen der Spielergewerkschaft NFLPA und der Liga 840.000 US-Dollar. Für Spieler, die bereits sieben Jahre oder länger in der Liga aktiv sind, liegt die Summe bei 1,255 Millionen US-Dollar.
Dieses Minimal-Gehalt wird dann vom Grundgehalt abgezogen. Die verbliebene Summe ist das Maximum, was in einem Vertrag zu einem Signing Bonus umstrukturiert werden kann – ein "Full Restructure".
Es können aber auch nur Teile des Grundgehalts minus des Minimal-Gehalts in einen Signing Bonus umstrukturiert werden, um in Zukunft den Salary Cap nicht zu sehr zu belasten, quasi nur ein "Part Restructure".
Void Years geben noch mehr Spielraum
Wer nun allerdings meinet, ein "Full Restructure" wäre das Maximum, was ein Team aus einem Vertrag herausholen kann, der irrt! Denn in der NFL ist die Steigerung von "Full" nun mal "Max". Mit einem "Max Restructure" geht sogar noch ein bisschen mehr.
Dabei werden einem Vertrag weitere "Void Years" hinzugefügt. Quasi ungültige oder nichtige Jahre, in denen ein Spieler nicht mehr unter Vertrag steht, die aber dennoch gegen den Cap gerechnet werden.
Die Maximaldauer, auf die ein Vertrag durch "Void Years" verlängert werden kann, beträgt fünf Jahre. Steht ein Spieler also noch vier Jahre unter Vertrag, kann höchstens ein "Void Year" ergänzt werden.
Auf dieser Basis strukturieren die Teams aktuell einige Verträge von Spielern um, die noch eine Weile an die Franchise gebunden sind. Um so in der anstehenden Saison 2025 gehaltlich flexibler zu sein – auch wenn sie dafür in den kommenden Jahren eine Cap-Space-Belastung hinnehmen müssen.
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