Basketball-EM
Dennis Schröder über Rassismus: "Bekomme nicht die gleiche Liebe" wie Dirk Nowitzki
Aktualisiert:
von Thomas GallusGER, Türkish Airline Supercup, Basketball, Deutschland-Serbien 16.08.2025, SAP Garden, München, GER, Türkish Airline Supercup, Basketball, Deutschland-Serbien Dennis Schröder (Deutschland, No 17) Â Foto Alexander Trienitz München SAP Garden Beyern Deutschland *** GER, Turkish Airline Supercup, Basketball, Germany Serbia 16 08 2025, SAP Garden, Munich, GER, Turkish Airline Supercup, Basketball, Germany Serbia Dennis Schröder Germany, No 17 Â Photo Alexander Trienitz Munich SAP Garden Beyern Germany
Bild: Alexander Trienitz
Dennis Schröder fühlt sich in Deutschland nicht so wertgeschätzt wie Dirk Nowitzki. Das habe nicht nur mit seiner Hautfarbe zu tun.
Nach Dirk Nowitzki durfte im vergangenen Sommer auch Dennis Schröder als erst zweiter Basketballer überhaupt die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele tragen.
Im Interview mit dem "Stern" blickt der deutsche NBA-Star darauf zurück. "Das ist das Beste, was mir bisher in meinem Leben als Sportler passiert ist", erzählt Schröder: "Und das in Zeiten, wo der Rassismus zunimmt."
Als Jugendlicher habe er Nowitzki als Fahnenträger bei den Olympischen Spielen in Peking bewundert: "Damals dachte ich: Wie cool, eine größere Wertschätzung kann es nicht geben."
Der 31-Jährige sieht sich selbst mittlerweile jedoch anders wahrgenommen: "Es ist eine große Ehre, aber es wird bei mir niemals so sein wie bei Dirk. Ich werde in diesem Land nicht die gleiche Liebe bekommen, weil ich dunkelhäutig bin. "
Das Wichtigste in Kürze
Das liege allerdings nicht nur an seiner Hautfarbe. In Deutschland habe man "bestimmte Vorstellungen, wie sich ein Star zu verhalten hat".
Schröder gibt zu, er habe auch Fehler gemacht: "Ich bin nicht perfekt." Aber: "Trotzdem ist es falsch, über jemanden zu urteilen, den man nicht näher kennt. Diese Leute haben nie mit mir gesprochen, sie sehen nur meine Uhren und meine Autos, und dann stempeln sie mich ab."
Schröder: Fahnenträger als Anerkennung für WM-Titel
Die Tatsache, dass er in Paris als Fahnenträger geehrt wurde, mache "diese Geschichte nicht besser", sei für ihn dennoch ein "Geschenk".
Auch in Anerkennung für den Erfolg des DBB-Teams, das sich 2023, angeführt von Schröder, zum Weltmeister krönte: "Deutschland hat uns Respekt dafür gezollt mit der Fahne", empfindet der 31-Jährige.
Mit Blick auf die anstehende Basketball-EM zeigt sich der Kapitän selbstbewusst: "Wir werden den Titel gewinnen. Wäre ich davon nicht überzeugt, würde ich das Turnier nicht spielen."
Basketball-EM vor dem Start
Das Turnier findet vom 27. August bis zum 14. September in Lettland, Finnland, Zypern und Polen statt.
Deutschland trifft zunächst in Gruppe B auf Montenegro, Schweden, Litauen, Großbritannien und Finnland.
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