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3. Liga

1860 München: Investor Hasan Ismaik schreibt vom Neustart in niedrigeren Liga

Aktualisiert:

von ran.de

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Fußball: "4. Liga wäre das Beste" Netzreaktionen zur Finanzkrise von 1860

Videoclip • 02:31 Min


Bei 1860 München geht es derzeit drunter und drüber. Hasan Ismaik meldet sich mehrmals persönlich zu Wort. Dabei schreibt er ganz offen über einen Neustart in einer niedrigeren Liga.

Mitten in der Unruhe des TSV 1860 München hat sich Investor Hasan Ismaik am späten Mittwochabend via Social Media zu Wort gemeldet.

Der Jordanier, der zuvor mit der überraschenden angeblichen Kündigung zweier Darlehensverträge für Aufregung gesorgt hatte, äußerte sich ausführlich zur Lage des Drittligisten auf "X" und ließ dabei eine erschreckende Botschaft durchblitzen.

Ismaik betonte, den Verein in den vergangenen 15 Jahren mit knapp 80 Millionen Euro unterstützt zu haben. Gleichzeitig räumte er ein, dass die sportlichen und wirtschaftlichen Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Die Verantwortung dafür sieht er jedoch bei allen beteiligten Parteien.

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1860: Ismaik erklärt Kündigung - und zieht "Schritt zurück" in Betracht

Der Grund für die Kündigung der Darlehen: Ismaik erklärte, dass wichtige vertragliche Verpflichtungen seitens des Vereins nicht eingehalten worden seien. Er fordert eine grundlegende Neuaufstellung mit modernen Managementstandards, Finanzkontrollsystemen und mehr Transparenz.

Laut seinem Social-Media-Beitrag hat Ismaik zwei zinslosen Finanzierungsangebote vorgelegt, die den Verbleib in der 3. Liga sichern und eine Insolvenz abwenden sollen. Beide Alternativen sind jedoch an "strikte finanzielle Disziplin" geknüpft und warten noch auf die Zustimmung des Vereins.

Besonders aufhorchen lässt ein Satz in Ismaiks Statement: Der Investor plädiert dafür, das Problem nicht länger von Saison zu Saison durch neue Kredite zu vertagen. Notfalls müsse man einen Schritt zurückgehen, um den Verein solide neu aufzubauen - die aktuelle Ligazugehörigkeit sei dabei "zweitrangig".

"Stabilität ist wichtiger als lose Versprechen, und Nachhaltigkeit ist wichtiger als Übergangslösungen", heißt es weiter in dem Statement.

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1860 München: Präsidium beschwichtigt Situation

Zuvor berichtete die "Bild", dass ein Finanzloch in Höhe von 2,7 Millionen Euro klaffe, das die "Löwen" bis zum 3. Juni stopfen müssen, sonst würde der Traditionsklub offenbar keine Lizenz für die kommende Drittliga-Spielzeit erhalten.

Daraufhin bezog das Präsidium der "Sechziger" in der "AZ" noch am Dienstagabend in einem Statement Stellung: "Die Erbringung eines Liquiditätsnachweises gegenüber dem DFB im Rahmen des Zulassungsverfahrens zur 3. Liga ist für die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA ein regelmäßig wiederkehrender Vorgang zu Beginn einer neuen Spielzeit."

Trotz der angespannten Situation zeigte man sich dabei zuversichtlich: "Wir gehen aktuell davon aus, dass der Liquiditätsnachweis gegenüber dem DFB rechtzeitig erbracht wird. Die entsprechenden Gespräche hierzu dauern an."

Gleichzeitig bat der Klub seine Fans um Geduld: "Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir einzelne Sachverhalte der Berichterstattung zum aktuellen Zeitpunkt nicht öffentlich kommentieren."

Und weiter: "Das Präsidium des TSV München von 1860 e. V. ergreift jedoch alle erforderlichen und angemessenen Maßnahmen, um die Rechtsposition des Muttervereins und seiner Mitglieder zu wahren und den Spielbetrieb der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zu sichern."

Ismaik: 1860-Neustart in niedrigen Ligen "ist keine Schande"

Inhaltlich gibt es zwischen Verein und Investor offenbar große Differenzen. Ismaik fordert laut der "SZ" in seinem Forderungskatalog unter anderem, dass die Löwen auf das Vorkaufsrecht verzichten, das beim Einstieg 2011 im Kooperationsvertrag vereinbart wurde. Würde bedeuten: Für den Fall, dass Ismaik seine 60 Prozent Anteile eines Tages verkauft, hätten die Löwen nicht mehr die Möglichkeit, den Klub zu denselben Konditionen selbst zurückzukaufen.

Gegenüber der "Bild" stellte Ismaik dann allerdings per WhatsApp klar, dass dies nicht der Wahrheit entsprechen würde: "Klarstellen möchten wir lediglich, dass wir entgegen der kursierenden Information von dem e. V. nicht den Verzicht auf Vorerwerbs- und/oder Vorkaufsrechte fordern. Sämtliche Rechte des e. V. sollen insofern erhalten bleiben."

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1860 München: Ismaik legt nach

Am Donnerstagabend legte Ismaik mit einem weiteren Post nach: "Ich habe fünfzehn Jahre in diesem Verein verbracht, im Glauben daran, dass die Löwen nicht nur eine Fußballverein sind, sondern eine Idee, eine Identität und eine gemeinsame Erinnerung, die sich nicht allein in Geld messen lässt."

"Deshalb habe ich den Verein mit nahezu achtzig Millionen Euro unterstützt - nicht, weil irgendein Return of Investition garantiert war, sondern weil der Glaube und die Begeisterung für einer Sache manchmal mehr zählt als monetäre Überlegungen."

Zudem schrieb er: "Die Wahrheit, die wir heute alle akzeptieren müssen, ist, dass der Verein nicht nur an einer finanziellen Krise leidet, sondern an einer Krise der Struktur, der Vision und der Stabilität." Er deutete an, einen Neustart zu favorisieren.

"Und wenn die Löwen von Grund auf neu aufgebaut werden müssen, selbst aus niedrigeren Ligen heraus, dann ist das keine Schande", meinte Ismaik. "Große Vereine werden nicht daran gemessen, wo sie heute stehen, sondern daran, ob sie wieder aufstehen können, wenn sie fallen."

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