Bundesliga
Bundesliga vor Schiedsrichter-Krise? Wer Aytekin, Ittrich und Co. ersetzt
Veröffentlicht:
von Franziska Wendlerran Fußball Bundesliga
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Die Bundesliga verliert in der kommenden Saison gleich vier Schiedsrichter-Routiniers. Wer kommt stattdessen nach?
Der eine kommt, der andere geht. Ein Prinzip, welches im Sport seit jeher gilt. Im deutschen Schiedsrichterwesen sind zum Abschluss der vergangenen Saison gleich vier Top-Referees ausgeschieden.
Deniz Aytekin, Tobias Welz, Frank Willenborg und Patrick Ittrich werden künftig keine Bundesligaspiele mehr leiten. Ein Quartett voller Erfahrung, welches dem deutschen Oberhaus verloren geht.
618 Spiele leiteten die vier in Summe in der Bundesliga, die 255 Einsätze des überaus anerkannten Aytekin ragen dabei heraus – und reißen eine große Lücke.
"Natürlich ist das ein Verlust", gab Schiedsrichter-Boss Knut Kircher im Gespräch mit dem "kicker" zu, schließlich hören "vier gestandene, erfahrene und beliebte Schiedsrichter" auf.
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Vier Routiniers hören auf
Einfach weg soll das Quartett dabei aber nicht sein. So berichtete Kircher bereits von "guten Gesprächen, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gewinnbringend für die Zukunft einzubauen".
Das Problem: In der höchsten deutschen Spielklasse entsteht kurzfristig eine große qualitative Lücke, die es zu füllen gilt. Eine Tatsache, der Kircher optimistisch begegnet.
"Angesichts der vielen Talente in der 2. Bundesliga und der 3. Liga muss uns um die Zukunft nicht bange sein. Wir sind für die kommende Saison bestens gerüstet", so der Referee-Chef.
Eine Aussage, deren Wahrheitsgehalt sich erst noch beweisen muss, zumal die Bundesliga-Aufsteiger aus der jüngeren Vergangenheit noch Zeit brauchen, um konstant zu performen.
Schiedsrichter-Kader wird kleiner
2023 kam Timo Gerach in die Liga, 2024 war es Florian Exner, in der vergangenen Saison schließlich Robin Braun. Bei ihren insgesamt 31 Einsätzen zeigten alle drei in der abgelaufenen Spielzeit aber noch Luft nach oben.
In der kommenden Spielzeit werden mit Max Burda und Richard Hempel gleich zwei Zweitliga-Referees in das Erstliga-Aufgebot der DFB Schiri GmbH vorrücken, dies wurde bereits offiziell verkündet. Nach dem Abgang der vier Routiniers schrumpft damit der Kader von 24 auf 22 Unparteiische.
"Davon erhoffen wir uns in erster Linie mehr Einsätze und somit mehr Spielpraxis für die einzelnen Schiedsrichter", sagte Kircher bei der offiziellen Verkündung der Personalien.
Wer aber sind die beiden neuen Referees?
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Burda wurde Bundesliga-Aufstieg 2025 verwehrt
Max Burda leitete in der zurückliegenden Spielzeit 14 Partien in der zweiten Liga. In der Saison zuvor absolvierte er zudem bereits zwei Testeinsätze in der Bundesliga. In den Spielen VfL Bochum gegen VfL Wolfsburg und SC Freiburg gegen Werder Bremen waren dabei keine größeren Probleme erkennbar.
Doch trotz seiner Testeinsätze im Oberhaus wurde er 2025 nicht befördert, seinerzeit schaffte nur Robin Braun den Sprung in die Bundesliga.
"Wir standen vor der Frage: Lassen wir gar keinen aufsteigen, einen oder zwei? Mit 23 statt 24 Schiedsrichtern wären wir vielleicht ein bisschen unflexibler gewesen, wenn es wieder so viele Verletzte gäbe wie teilweise in der abgelaufenen Saison, wobei wir da am Anfang auch mit 21 Schiris gezeigt haben, dass wir es stemmen können", hatte Kircher dazu vor einem Jahr im "kicker"-Interview geschildert.
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Lob von Pierluigi Collina
Weiter führte er aus: "Am Ende waren wir von Robin Braun sehr überzeugt und von Max Burda nicht ganz so überzeugt, um eine Aufstockung des Kaders auf 25 zu rechtfertigen, was für alle weniger Einsätze bedeutet hätte. Wir sind uns aber sicher, dass uns Max Burda mit seinen Qualitäten als Typ und Schiedsrichter zu einem anderen Zeitpunkt guttun könnte."
Dieser Zeitpunkt, der 2025 noch nicht da war, ist nun 2026 gekommen. Der promovierte Strafverteidiger, der zum Berliner Fußball-Verband gehört, ist bereits seit 2016 als DFB-Referee aktiv.
Eines der wohl nennenswertesten Spiele des 37-Jährigen war übrigens das Pokalspiel zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem FC Schalke 04 im August 2025, bei dem es zu rassistischen Zwischenrufen kam.
Burda konnte dabei mit seiner Vorgehensweise, er unterbrach unter anderem die Partie, überzeugen. Lob gab es seinerzeit sogar vom Boss der FIFA-Schiedsrichterkommission, Pierluigi Collina.
Hempel auf "extremen Druck" vorbereitet
Neben Burda darf in der kommenden Saison auch Richard Hempel sein Können unter Beweis stellen. Nach jahrzehntelanger Abstinenz stellt Sachsens Fußballverband damit wieder einmal einen Bundesliga-Referee.
Der Unparteiische aus der 900-Seelen-Gemeinde Großnaundorf, der Soziale Arbeit studiert und zudem eine Ausbildung zum Deeskalationstrainer absolviert hat, ist bereits seit 2014 DFB-Schiedsrichter und sieht in seiner Berufung eine große Ehre.
"Es ist der Wahnsinn, ins Oberhaus aufzusteigen", strahlte er jüngst in einem "MDR"-Interview: "Zur Schiedsrichterei kam ich durch meinen Vater. Da war ich acht. Der hat mich mit an die Seitenlinie genommen. Da durfte ich erste Entscheidungen treffen."
Dass seine Entscheidungen in der Bundesliga gänzlich anderer Natur sind, ist dem 28-Jährigen dabei völlig klar. So laste künftig auf ihm "eine wahnsinnige mediale Aufmerksamkeit, auch ein extremer Druck."
Und weiter: "Man versucht, das natürlich gerade in den Spielen auszublenden, weil wir wissen, dass wir einen Job zu tun haben. Damit muss man sich arrangieren, damit muss man klarkommen. Das gehört zum Fußballbusiness dazu."
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