- Anzeige -

Bundesliga

Bundesliga: Wie der Hamburger SV sich sofort wieder im Oberhaus etabliert hat

Veröffentlicht:

von Kai Esser

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern: VAR-Ärger gegen Leverkusen - hat der Schiri diesen Elfer übersehen?

Videoclip • 01:24 Min


Der Hamburger SV ist zurück - und wie! Statt im Abstiegskampf jeden Punkt hamstern zu müssen, spielen die Hanseaten als Aufsteiger eine starke Saison. Auch, weil sie kein normaler Neuling sind.

Der Hamburger SV ist seit dieser Spielzeit zurück in der Beletage – und hält sich dort deutlich besser, als viele erwartet hatten.

Unter Trainer Merlin Polzin, der im November 2024 zunächst interimistisch übernommen hatte, schaffte der Traditionsklub den Aufstieg nach sieben Jahren Zweitliga-Exil. In der aktuellen Bundesliga-Saison 2025/26 liegt der HSV auf einem soliden Mittelfeldplatz und steuert Kurs auf den Klassenerhalt.

Und das, nachdem nicht wenige die Norddeutschen vor der Saison zum Abstiegskandidaten Nummer eins auserkoren hatten.

Doch wie hat der HSV das gemacht?

HSV: Merlin Polzin hat sich an die 1. Liga angepasst

Der Schlüssel zum Erfolg: eine bewusste taktische Umstellung. In der 2. Liga setzte Polzin noch auf ein dominantes 4-3-3 mit hohem Ballbesitz. In der Bundesliga wechselte der 34-Jährige auf ein 3-4-2-1-System mit Dreierkette.

Weniger Spektakel, mehr Sicherheit, so die Devise. Und so hat sich der HSV zu einer Mannschaft gemausert, die nicht nur schwer zu überwinden ist, sondern auch schwer zu schlagen.

Die wenigsten Gegentore der unteren Tabellenhälfte? Hamburg (37). Die wenigsten Niederlagen der unteren Tabellenhälfte? Hamburg (zehn). Die meisten Siege? Gut, der FC Augsburg (neun), aber der HSV direkt auf Platz zwei (sieben). Selbst der FC Bayern München tat sich beim 2:2 im Volkspark unheimlich schwer, das Ergebnis war verdient.

Dass Polzin als so junger und unerfahrener Trainer bereits erkannt hat, dass in der 1. Liga ein anderer Fußball gefordert sein würde, ist mehr als bemerkenswert. Ältere Amtskollegen sind bereits gescheitert, weil sie stur an "ihrem" Ansatz festhielten.

Es erinnert ein wenig an Sebastian Hoeneß beim VfB Stuttgart. Mit schnellen Passstafetten wollen die Hamburger schnell ins gefährliche Drittel kommen. "Er macht uns jeden Tag besser", schwärmte Keeper Daniel Heuer Fernandes von seinem Coach.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr Videos

HSV - Vieira, Vuskovic und Co.: Kein normaler Aufsteiger

Allerdings ist auch klar: Der HSV ist kein normaler Aufsteiger. Nicht, dass irgendjemand an der Elbe auf einem Geldkoffer sitzen würde wie in Leipzig oder Hoffenheim, als diese in die Bundesliga aufstiegen.

Aber der Name Hamburger Sportverein klingt anders als vielleicht 1. FC Heidenheim oder SV Darmstadt 98, bei allem Respekt. Der HSV ist ein Weltverein. Und Hamburg ist eine Weltstadt. Und deshalb kamen Spieler wie Fabio Vieira, Luka Vuskovic oder Nicolas Capaldo, die Säulen des Aufschwungs sind.

Freilich, die Chancen, dass gerade Topscorer Vieira (fünf Tore, vier Assists) und Abwehrboss Vuskovic auch in der kommenden Saison noch in der Hansestadt spielen, sind verschwindend gering. Aber eben nicht null, weil der HSV eben kein normaler Aufsteiger ist.

Aber auch dann werden die Rothosen andere Spieler finden, die das Potential haben, diesen Klub auf Strecke wieder zu einem gestandenen Bundesligisten zu machen. Es ist die Perspektive, die solche Spieler an die Elbe lotst.

Der HSV ist zurück. Und diesmal nicht als Abstiegskandidat, sondern als Team, das mit cleverer Anpassung und - man möchte sagen endlich - cleverer Transferpolitik und gutem Scouting punktet. Merlin Polzin und seine Mannschaft haben den ersten Schritt gemacht, wieder ein Bundesliga-Dino zu werden.

Mehr News zur Bundesliga