- Anzeige -

Bundesliga

BVB als Sinnbild: Transfer-Spektakel der Bundesligisten bleibt bislang aus - was sind die Gründe?

Veröffentlicht:

von Chris Lugert

ran Fußball

Fußball - Infantino erklärt Investoren-Deal der FIFA: "Einmalige Gelegenheit"

Videoclip • 02:34 Min


Während der Transfermarkt anderswo förmlich explodiert, halten sich die Bundesligisten mit großen Einkäufen auffällig zurück., halten sich die Bundesligisten mit großen Einkäufen auffällig zurück. Sinnbildlich steht Borussia Dortmund für die bisherige Bescheidenheit, aber auch der FC Bayern schmeißt nicht mit Geld um sich. Welche Gründe stecken dahinter?

Jetzt gibt es ihn also offenbar doch noch, den einen großen Statement-Transfer von Borussia Dortmund. Zumindest, was den Preis angeht. Immerhin 30 Millionen Euro legt der BVB für den 18 Jahre alten Griechen Konstantinos Karetsas auf den Tisch.

Der Youngster sorgte beim KRC Genk bereits für Furore und reiht sich ein in die neue Transferphilosophie des Klubs unter Sportdirektor Ole Book. Junge, der breiten Masse eher unbekannte Spieler mit hohem Potenzial sollen den künftigen Kurs bestimmen. Es ist eine Rückbesinnung auf die erfolgreichen Zeiten unter Jürgen Klopp.

Zuvor war Innenverteidiger Joane Gadou (19) von RB Salzburg mit knapp 20 Millionen Euro der Königstransfer des bisherigen Sommers, außerdem kamen Linksverteidiger Kaua Prates (18) von Cruzeiro aus Brasilien und Offensivtalent Justin Lerma (18) von Independiente aus Ecuador für einstellige Millionenbeträge.

Rechnet man die Karetsas-Millionen dazu, stünde der BVB im laufenden Transfersommer bei rund 60 Millionen Euro an Transferausgaben. Nun hat der Transfermarkt noch einen Monat geöffnet, es kann sich also noch einiges tun. Said El Mala wird beispielsweise immer wieder genannt. Die Zurückhaltung gegenüber dem Vorjahr, als gleich vier Neuzugänge jenseits der 20 Millionen Euro verpflichtet wurden, scheint aber klar sichtbar.

Mehr Fußball-Videos


- Anzeige -
- Anzeige -

Auch die Bayern agieren zurückhaltend

Doch der BVB ist bei weitem nicht der einzige Bundesligist, der im bisherigen Sommer vermeintlich eher defensiv agiert. Selbst der FC Bayern vollzieht kein Transferspektakel. Zwar kosteten Ismael Saibari und Nathaniel Brown jeweils 50 Millionen Euro, doch handelt es sich bei beiden um Spieler für die Breite. Die Stammelf der Vorsaison jedoch könnte problemlos auch weiterhin so auflaufen.

Allerdings ist die Lage bei den Bayern auch eine andere. Zum einen war eben jene Stammelf mit das Beste, was Fußball-Europa zu bieten hatte. Namhafte Abgänge blieben aus, weshalb der Bedarf für einen großen Transfer schlicht nicht da ist. Punktuelle Verstärkungen auf den Positionen 12 bis 15 spielen in der aktuellen Transferphase die wichtigere Rolle.

Zum anderen müssen die Bayern um Sportvorstand Max Eberl erst einmal bedeutende Transfereinnahmen generieren, ehe weitere Neuzugänge überhaupt infrage kommen. Zwar verkündete Vorstandschef Jan-Christian Dreesen jüngst, dass auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Gewinn erwirtschaftet wurde. Doch die hohen Kosten belasten auch den Rekordmeister.

Zumal die Bundesliga traditionell eine Liga ist, in der Transfererlöse gerade für Klubs aus der zweiten oder dritten Reihe ein elementarer Bestandteil der Finanz- und Wirtschaftsplanung sind. Bei RB Leipzig etwa knackten die beiden Neuzugänge Maxime Esteve und Rocco Reitz jeweils die Marke von 20 Millionen Euro Ablöse, wurden aber durch den Verkauf von Lois Openda quasi refinanziert.

Der bevorstehende Abgang von Yan Diomande zu Real Madrid, der Leipzig wohl mehr als 100 Millionen Euro in die Kasse spülen wird, verschafft den Sachsen auf dem Transfermarkt noch einmal neuen Handlungsspielraum. Ob und wie stark dieser genutzt wird, bleibt aber abzuwarten.

Nathaniel Brown trainiert bereits im Bayern-Trikot

Bild: Kirchner-Media


Bundesliga sparsam? Der Schein trügt

Allerdings müssen bei der vermeintlichen Zurückhaltung der Bundesligisten auch noch einige Umstände berücksichtigt werden. Mit bislang (Stand: 30. Juli) etwas mehr als 450 Millionen Euro an Ausgaben im aktuellen Transferfenster liegt die deutsche Topliga weltweit trotzdem auf Platz drei, nur die Klubs der Premier League und der Serie A gaben mehr Geld aus.

In Anbetracht der Dimensionen der englischen Liga, in der jegliche finanzielle Maßstäbe längst verschoben wurden, wirken andere Transfers automatisch kleiner. Die Premier League hat Beträge jenseits der 80 oder gar 100 Millionen Euro beinahe bereits zum Standard gemacht.

Rund 1,8 Milliarden Euro gaben die 20 Vereine bislang auf dem Transfermarkt aus - so viel wie die 76 Klubs der übrigen Top-5-Ligen zusammen. So mag die Bundesliga in diesem Vergleich zwar beschaulich wirken, doch verzerrt die Premier League schlicht den Wettbewerb.

Rechnet man die Premier-League-Vereine heraus, liegen die Bayern in diesem Sommer mit rund 103 Millionen Euro Transferausgaben auf Platz zwei hinter der AC Mailand. Fun Fact: Sogar der FC Arsenal liegt hinter den Münchnern und gab bisher erst 80 Millionen Euro aus.

Kommende Sport-Livestreams auf Joyn

  • Bald verfügbar

    Heute, 22:00 Uhr • WWE

    WWE NXT im Stream

    Verfügbar auf Joyn

    100 Min

    Bald verfügbar

    Heute, 22:00 Uhr • WWE

    WWE NXT im Stream

    Verfügbar auf Joyn

    100 Min

  • Bald verfügbar

    Samstag, 01.08. 14:00 • Fussball

    Testspiel live: Dynamo Dresden – 1. FC Union Berlin

    Verfügbar auf Joyn

    120 Min

    Bald verfügbar

    Samstag, 01.08. 14:00 • Fussball

    Testspiel live: Dynamo Dresden – 1. FC Union Berlin

    Verfügbar auf Joyn

    120 Min


- Anzeige -
- Anzeige -

WM bringt Transfermarkt spät in Fahrt

Dass die "Gunners" es dabei belassen werden, erscheint aber unwahrscheinlich. Was direkt zu einem wichtigen weiteren Punkt in der Betrachtung führt. Denn in WM-Jahren nimmt der Transfermarkt traditionell später als üblich Fahrt auf.

Spieler nutzen die Bühne des Turniers, um auf sich aufmerksam zu machen, und werden damit erst verzögert zu potenziellen Transferzielen. Andere Akteure, die bereits vor dem Turnier heiß gehandelt wurden, blocken etwaige Gespräche möglicherweise ab und warten bis zum Ende der WM.

Insofern kann die aktuelle Phase durchaus als Ruhe vor dem Sturm oder als Anlauf zur zweiten Welle betrachtet werden. Zahlreiche große Deals wurden bereits abgeschlossen, doch andere Transfers stehen noch vor der Tür. Wodurch der ganze Markt noch einmal in Wallung geraten dürfte.

Die Bayern haben ihre Aktivitäten weitestgehend abgeschlossen, gerade beim BVB könnte sich aber noch einiges tun - auf beiden Seiten der Medaille, sowohl bei Zu- als auch bei Abgängen. Und auch die übrigen Bundesligisten sollten ihren eigenen Transfermarkt noch nicht zu früh schließen.

Mehr Fußball-News