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FC Bayern: Bundesliga wehrt sich gegen Hoeneß und Co. – das kann nur der Anfang sein - ein Kommentar
Veröffentlicht:
von Andreas Reinersran Fußball Bundesliga
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Videoclip • 01:41 Min
Uli Hoeneß hat die Schiedsrichter harsch kritisiert. Das ist nicht zielführend. Deshalb ist es gut, dass die Liga sich wehrt. Das kann aber nicht alles sein. Ein Kommentar.
Von Andreas Reiners
Es gab mal Zeiten, da wurden die Probleme vorwiegend unter Männern geklärt.
Dann stapfte Uli Hoeneß in die Schiedsrichter-Kabine und kritisierte. Oder polterte. Wütete. Mit hochrotem Kopf natürlich. Der wichtige Punkt dabei: Was in dem Raum gesagt wurde, blieb auch dort. Es mögen hochemotionale Gespräche gewesen sein, doch sie fanden unter vier Augen statt. Trotz aller Wut stilvoll, wenn man so will.
Heute wird sehr viel in der Öffentlichkeit, über die Medien ausgetragen. Deutlich zu viel.
Die Zeiten, in denen Hoeneß mit einem Satz ("Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe") mal eben die Schiedsrichter-Zunft in Schutt und Asche legen kann, müssen vorbei sein.
FC Bayern: Hoeneß-Kritik ist polemisch
Denn das ist nicht konstruktiv, sondern polemisch.
Natürlich ist das Politik. Das gehört zum Milliarden-Geschäft Fußball dazu. Die wenig subtile Einflussnahme, die Suche nach den eigenen Vorteilen. Der sinnlose Einspruch gegen eine Tatsachenentscheidung, um ein Zeichen zu setzen. Oder das Gepoltere der weiteren Bayern-Granden, um dem Hoeneß-Statement noch mehr Ausdruck zu verleihen.
Dass sich der FC Bayern wie Real Madrid aufführt und sich für den Klub hält, um den sich alles drehen muss, ist aber nicht zielführend. Vor allem ist das für einen Verein wie den FC Bayern unwürdig.
Weil die Verantwortlichen nur zu gut wissen, welche Vorbildfunktion sie haben. Wer die Schiedsrichter auf diese Art und Weise runtermacht, muss sich hinten raus nicht wundern, wenn es in den unteren Ligen nicht besser wird mit Wut und Gewalt gegen die Referees.
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VAR und Co.: Kritik schießt oft am Ziel vorbei
Nicht falsch verstehen: Schiedsrichter machen Fehler, für die man sie kritisieren darf. Muss. Der VAR nervt, er kann Verbesserungen vertragen, möglicherweise auch Feinjustierungen, die einen Schritt zurückgehen.
Doch oft schießt die Kritik neben der Polemik und der Treffsicherheit unter der Gürtellinie auch am Ziel vorbei. Dreht über Wochen Dauerschleifen, die niemanden weiterbringen.
Ein Beispiel: Wer Schiedsrichter für die Umsetzung einer sinnlosen Regel angeht, sollte sich die Regelhüter vornehmen, nicht den Unparteiischen.
Wer den VAR verflucht und sich die gute, alte Zeit zurückwünscht, sollte mal beobachten, wie laut in den ersten beiden DFB-Pokal-Runden nach dem VAR gerufen wird.
FC Bayern: Konkurrenten wehren sich
Und sowieso einsehen, dass sich das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen lässt. Der VAR wird nicht mehr abgeschafft.
Deshalb ist es gut, dass sich die Liga gegen das Getöse der Bayern wehrt. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese Kritik möglicherweise etwas mit den Schiedsrichtern macht, wenn das Gesagte das Unverständnis, die Wut oder Ablehnung nur weiter anheizt.
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Das Aufbegehren kann aber nur ein erster Schritt sein. Nicht selten ist es sogar scheinheilig, mit dem Finger auf die Bayern zu zeigen. Denn oft genug sind andere Klubs ähnlich polemisch wie der Rekordmeister, nur eben mit etwas weniger Wucht. Was es aber nicht besser macht. Unter dem Strich sieht jeder nur seinen eigenen Vorteil und weniger das große Ganze.
Deshalb sollte die Diskussionskultur dringend entschärft werden. Weniger Polemik, weniger Politik, mehr Konstruktivität. Dafür mehr Respekt. Stil.
Und zur Not wieder mehr Kabinen-Gespräche.
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