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FC Bayern München: Max Eberl hat sich die Verlängerung verdient, muss sich aber weiter strecken - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern: Mit Bier und schneller Brille beim Paulaner-Shooting

Videoclip • 01:57 Min


Max Eberl hat die Kurve noch bekommen und wird vom FC Bayern München belohnt. Auf seiner Verlängerung kann er sich aber nicht ausruhen. Ein Kommentar.

Man muss sich eigentlich nur zwei Auftritte von Uli Hoeneß in Erinnerung rufen, um zu beschreiben, welche Entwicklungskurve Max Eberl beim FC Bayern München genommen hat.

Vor rund einem Jahr nahm der legendäre Bayern-Manager den eigenen Sportvorstand nach allen Regeln der eigenen Kunst verbal auseinander. Der Tenor damals im "Doppelpass": zu weich, zu egoistisch, zu verschwenderisch mit dem heiligen Geld des Rekordmeisters. Hoeneß hat schon oft verbal ausgeteilt, aber dieser Auftritt war einmalig in seiner Deutlichkeit und Schärfe.

Viele rechneten damit, dass Eberl nicht mehr lange in seiner Position verweilen würde. Etwas weniger als ein Jahr später dann das große Aufatmen beim Sportvorstand: Hoeneß sagte in einem Gespräch mit den Medien zu Beginn der Vorbereitung, dass Eberl "zu 100 Prozent" bleiben und verlängern werde.

Das ist mit dem neuen Vertrag bis 2029 nun geschehen und der 52-Jährige hat sich diese Belohnung für eine herausragende Saison des FC Bayern verdient, an der er durchaus beteiligt war. Und dennoch: Für die kommenden Jahre muss das nicht viel bedeuten.

Max Eberl hat dem Druck beim FC Bayern getrotzt

Erstmal ist es bemerkenswert, wie Eberl mit dem Druck beim FC Bayern umgegangen ist. Von den ständigen Gerüchten, er würde keine Zukunft in München haben, ließ er sich nicht beeindrucken. Wer sich fast tagtäglich mit dieser Reichweite äußern muss, greift manchmal vielleicht auch verbal etwas daneben.

Bei Eberl blieben die wirklich zu diskutierenden Aussagen aber im Rahmen. Stattdessen war er die meiste Zeit souverän in der Außendarstellung, ließ möglichem Ärger mit dem Aufsichtsrat und den Medien gar keine Luft zum Atmen. "Dafür wird er ja auch fürstlich bezahlt", mag manch einer raunen. Es gab aber schon so einige beim FC Bayern in der Vergangenheit, die das nicht in dieser Form hinbekommen haben.

Noch viel wichtiger als die reine Außendarstellung ist aber, dass er unter komplizierten Bedingungen einen Kader auf die Beine gestellt hat, der den sportlichen Erfolg zurückgebracht hat. Es lässt sich intensiv darüber diskutieren, dass der ehemalige Gladbach-Manager dabei auch etwas Glück hatte.

Vincent Kompany war als Trainer das wichtigste Puzzlestück, kam aber erst, nachdem gefühlt die halbe Fußballwelt dem FC Bayern abgesagt hatte. Luis Diaz war ein ungemein wichtiger Transfer, wurde aber erst ein Thema, nachdem die Münchner dem Vernehmen nach bei Florian Wirtz abblitzten, einige Alternativen nicht realisierbar waren (Nico Williams) oder vom Aufsichtsrat abgelehnt wurden (Christopher Nkunku, Xavi Simons).

Aber aus der heutigen Perspektive hat es Eberl dennoch geschafft: Dieser Kader ist eine Wucht. Die Einbindung von Talenten funktioniert so gut wie schon lange nicht mehr und Campus-Spieler bringen auch regelmäßig viel Geld ein. Allein in diesem Sommer kamen wieder über 30 Millionen Euro zusammen.

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FC Bayern erfolgreich – und Eberl somit auch

Es spielt erstmal keine große Rolle, an welchen Erfolgen Eberl als Wortführer wirklich beteiligt war: Er ist hauptverantwortlich für den gesamten sportlichen Bereich und es funktioniert. So erfolgreich ist man nicht trotz eines Sportvorstands.

Und dennoch sollte das Lob nicht grenzenlos sein. Dass der Aufsichtsrat offenkundig seine Probleme mit Eberl hatte und hat, kann bald wieder Thema werden. Oft reicht nur eine kleine sportliche Krise. Es ist auffällig, dass Eberl laut verschiedenen Medienberichten Kompetenzen am Campus verlieren soll.

Personell gab es dort eine größere Umstrukturierung. Es mussten einige ihren Hut nehmen, die vom Sportvorstand eingestellt wurden. Auch bei Chefscout Niels Schmadtke gibt es Gerüchte, dass er bald gehen muss.

Darüber hinaus berichtete die "Abendzeitung" von einem neuen Transferkomitee, das häufiger und schneller mit Eberl kommuniziert. Nicht unüblich in der Unternehmenswelt, um Prozesse zu beschleunigen. Gleichwohl könnte es auch in die Richtung gehen, dass eine stärkere Kontrolle von ganz oben erfolgt. Das kommt auf die Umsetzung an.

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Eberls Zukunft beim FC Bayern ist dennoch ungewiss

Bei Eberl gab es in der Bewertung oft zwei Extreme: Entweder wurde er in eine Opferrolle geschoben, weil er unter dem bösen Aufsichtsrat keine Entscheidungen treffen darf und kann. Oder er wurde über Gebühr kritisiert. Irgendwo dazwischen liegt die berühmte Wahrheit.

Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Patzer wie der Transfer von Kingsley Coman und die anschließende Überraschung darüber, keinen Spieler mehr kaufen zu dürfen, dürfen Eberl nicht passieren. Es schien lange so, als hätte er kommunikative Probleme mit dem Aufsichtsrat. Der Vorstand hat die Verantwortung, den Aufsichtsrat von Plänen und Alternativen zu überzeugen und ihn darauf festzunageln. Das gelang ihm nicht immer.

Auch die offenkundige Kritik, dass er Budgets zu sehr ausgereizt habe, ist ein fairer Punkt – wenngleich die vielen Verlängerungen sportlich wichtig waren. Und dennoch: Eberl hat in diesem Sommer abgeliefert.

Der Kader stand so frühzeitig wie schon lange nicht mehr. Lediglich ein paar Verkäufe werden noch erwartet. Das ist exakt die Art und Weise, die sich Hoeneß wünscht und dürfte seine Position nochmal gestärkt haben. Dass es keine echten Alternativen zu Eberl auf dem Markt gab, half sicherlich ebenso.

Für den Sportvorstand ist es bei allen Kontroversen der verdiente Lohn für einen komplizierten Job. Klar ist aber auch, dass die Kontroversen nicht einfach aufhören werden. Dafür sind die Ansprüche von Hoeneß zu groß. Eberl wird weiter auf dem Prüfstand stehen, hat in diesem Jahr aber immense Schritte nach vorn gemacht.

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