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Bundesliga

HSV: Welche Folgen hat der Tod von Kühne? Das Ende vom Volksparkstadion droht

Veröffentlicht:

von Oliver Jensen

17:30 SAT.1 Hamburg und Schleswig-Holstein

Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne ist tot

Videoclip • 01:26 Min • Ab 12


Der Tod von Klaus-Michael Kühne könnte auch Folgen für den HSV haben, weil der Logistik-Milliardär viel Geld in den Verein investiert hatte. ran beantwortet die wichtigsten Fragen.

Der HSV trauert um Klaus-Michael Kühne. Der Logistik-Unternehmer starb am Sonntag, den 23. August, im Alter von 89 Jahren.

Kühne hatte als Fan viel Geld in den Verein investiert und ist Anteilseigner. Auch wenn der menschliche Verlust im Vordergrund steht, stellen sich Fragen nach den Folgen für den HSV.

ran klärt die wichtigsten Themen.

Wie viele Anteile besaß Kühne am HSV?

Streng genommen besaß der Privatmensch Klaus-Michael Kühne keine Anteile an der HSV Fußball AG & Co. Die Anteile wurden stattdessen über sein Unternehmen, die Kühne Holding AG, abgewickelt.

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Hat Kühne den HSV darüber hinaus finanziell unterstützt?

Ja, Kühne erwarb mit seinem Unternehmen auch die Namensrechte am Volksparkstadion, verzichtete dann aber auf eine Umbenennung. Vier Millionen Euro zahlt Kühne dem HSV dafür pro Jahr.

Laut übereinstimmenden Medienberichten hat Kühne den HSV über Anteilskäufe, Kredite und Namensrechte mit über 140 Millionen Euro unterstützt.

Wie wichtig war Kühne für den Hamburger SV?

Finanziell war Kühne für den HSV speziell vor zehn bis zwölf Jahren extrem wichtig. Der HSV stand damals finanziell mit dem Rücken zur Wand. Anfang 2014 berichtete unter anderem die "Bild", dass der HSV Verbindlichkeiten von 99,58 Millionen Euro hat - also fast 100 Millionen Euro Schulden.

Damals wurde in den Medien und auch in Fußball-Sendungen öffentlich darüber diskutiert, ob der HSV überhaupt weiterhin eine Lizenz für die Bundesliga bekommt.

Heute ist die finanzielle Situation des HSV eine komplett andere. Im Juni 2025 verkündete HSV-Vorstand Eric Huwer: "Der HSV ist schuldenfrei und selbstbestimmt."

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Wie reagiert der HSV auf den Tod von Kühne?

Der Verein würdigte den Verstorbenen mit einer Meldung auf der Vereins-Webseite. "KMK, wie der weltweit agierende Unternehmer von vielen seiner langjährigen Begleiter und Weggefährten genannt wurde, machte nie einen Hehl daraus, dass sein Engagement beim HSV keineswegs profitorientiert sei wie bei vielen seiner unternehmerischen Investitionen", heißt es darin.

Allerdings sind auch kritische Untertöne zu vernehmen. "Er schimpfte nach Niederlagen, drohte mit Liebes- und Geldentzug und ließ manchen Vorstand und sportlich Verantwortlichen lesen und hören, was er von dem eingeschlagenen Weg mit viel zu langer Verweildauer in Liga zwei hielt", so der HSV.

Dennoch wird festgehalten: "Kühne verfolgte auch nach den schmerzlichsten Pleiten jedes nächste HSV-Spiel voller Leidenschaft, mit Daumendrücken und Siegeshoffnung. Außerdem bescherte er dem HSV mit dem Kauf des Stadionnamensrechts einen Imagebooster der besonderen Art."

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Welche Folgen hat der Tod von Kühne für den HSV?

HSV-Boss Huwer wollte dies bei "Sky" zunächst nicht kommentieren: "Die Pietät bedingt es, dass wir an einem Tag wie heute darüber nicht sprechen.“

Kurzfristig dürfte das Versterben von Kühne wenig Auswirkungen auf den HSV haben. Der Vertrag über die Namensrechte läuft zwischen dem HSV und der Kühne Holding unverändert weiter. Selbiges gilt für die Beteiligung der Kühne Holding an der HSV AG.

Was geschieht mit dem Erbe von Kühne und dem HSV?

Die Holding geht in den Besitz der Kühne-Stiftung über. Neben Beteiligungen an der Lufthansa und der Reederei Hapag-Lloyd gehören dazu auch die Anteile am HSV. Im Stiftungsrat sitzt Karl Gernandt, der frühere Aufsichtsratsvorsitzende beim HSV. Eine gewisse Verbindung zum HSV bleibt also bestehen.

So lange niemand die Anteile abkauft, bleibt die Stiftung von Kühne Anteilseigner vom HSV. Allerdings ist es zweifelhaft, ob der HSV noch einmal mit finanziellen Unterstützungen rechnen kann. Laut Satzung fördert Kühnes Stiftung Projekte in Logistik, humanitärer Hilfe, Klima, Medizin und Kultur. Eine Investition in den Profifußball dürfte nicht darunter fallen.

Eine Ausnahme würde vorliegen, hätte Kühne zum Beispiel in seinem Testament verfügt, dass die Namensrechte verlängert werden. Dies ist allerdings nicht bekannt.

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Heißt das Volksparkstadion bald nicht mehr Volksparkstadion?

Der Vertrag über die Namensrechte läuft bis zum Ende der Saison 2027/2028. Danach könnte der Verein die Namensrechte neu vergeben. Früher hieß das Stadion bereits AOL Arena (2001–2007), HSH Nordbank Arena (2007–2010) und Imtech Arena (2010–2015).

Gut möglich, dass der HSV die Namensrechte neu verkaufen wird, um finanziell wettbewerbsfähig zu bleiben. Problem dabei: Es wäre den traditionsbewussten Fans schwer zu vermitteln, würde das Stadion bald nicht mehr Volksparkstadion heißen.

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