Bundesliga
Borussia Dortmund: Niko Kovac darf beim BVB nicht zum Bremsklotz werden - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Dominik Hagerran Fußball Bundesliga
BVB: Book sieht großes Potenzial bei Neuzugängen
Videoclip • 02:22 Min
Niko Kovac steht beim BVB vor einer neuen Herausforderung. Der Coach muss das ambitionierte Team nicht nur verwalten, sondern entwickeln. Ein Kommentar.
Niko Kovac hat sich für Borussia Dortmund als Glücksfall entpuppt. Der 54-Jährige übernahm eine gebeutelte Mannschaft, führte diese in Jahr eins von Platz elf noch in die Champions League und holte 2025/26 mit der Vize-Meisterschaft das Maximum heraus.
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Ausschlaggebend für das Resultat waren die typischen Kovac-Tugenden: Disziplin, Arbeit, Leistungsbereitschaft und defensive Stabilität. Was dabei herauskam, war meistens nicht schön, oft aber erfolgreich.
Kovac war die richtige Lösung zum richtigen Zeitpunkt. Hurra-Fußball war mit dem fußballerisch limitierten Personal der letzten beiden Saisons überhaupt nicht möglich.
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Borussia Dortmund: Kovac muss das Potenzial entfalten
Nun steht Kovac vor einer konträren Herausforderung. Es war nicht überraschend, dass er ein Team stabilisieren und Ergebnisse liefern kann. Doch kann er den Borussen auch eine Spielidentität verleihen und ein junges Team mit vielen begnadeten Fußballern voll zur Entfaltung bringen?
Genau das ist der Auftrag, den der BVB nach der Verpflichtung von Giannis Konstantelias, Konstantinos Karetsas und Co. an Kovac hat.
"Wir haben Frische, Jugendlichkeit, Hunger, Offensivkraft und Kreativität dazugewinnen können", verdeutlichte Ole Book im Rahmen des Franz Beckenbauer Supercups gegen den FC Bayern (1:2) bei ran. Der Sportdirektor und der gesamte Klub wollen genau das jetzt auch auf dem Platz sehen.
Attribute, die man mit Kovac normalerweise nicht in Verbindung bringt. Doch der neue BVB strahlt genau das aus. Endlich steht wieder ein Kader zur Verfügung, der fußballerische Klasse, Talent und Entwicklungspotenzial besitzt. Ein Team, das für Aufbruchsstimmung und Euphorie steht.
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Kovac muss aufpassen, dass er genau an diesem Punkt nicht vom Glücksfall zum Bremsklotz mutiert. Es ist seine Pflicht, zu zeigen, dass er sich als Coach weiterentwickelt hat.
"Man kann nicht versuchen, 200 km/h auf der Autobahn zu fahren, wenn sie nur 100 schaffen", gab er zu seiner Zeit als Bayern-Coach zu verstehen, ehe Hansi Flick aus dem Team 300 km/h herausholte.
Jetzt muss Kovac wieder ein Auto steuern, das nicht nur 100 km/h im Tank hat, sondern mit dem richtigen Feintuning locker doppelt so schnell fahren kann.
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BVB: Kovac geht den neuen Weg mit
Was den BVB optimistisch stimmen kann: Kovac hat in der letzten Rückrunde bewiesen, dass er junge Spieler wie Luca Reggiani oder den zwischendurch strauchelnden Jobe Bellingham fördert und den neuen Kurs der Verantwortlichen mitträgt.
Beim Supercup gegen die Bayern setzte er auf ein Team, das im Schnitt 24,6 Jahre alt war. Mit Joane Gadou, Samuele Inacio und Konstantinos Karetsas standen drei U-20-Spieler in der Startelf. Rückschläge müssen folgerichtig erlaubt, gleichzeitig aber auch eine Entwicklung zu sehen sein.
Beim BVB zeigen alle Zeiger auf Zukunft und Perspektive. Ole Book wurde eingestellt, um den langfristigen Erfolg zu generieren, und Lars Ricken verkörpert als ehemaliger Leiter der Nachwuchsabteilung ohnehin den Jugendstil von Borussia Dortmund.
Nur Kovac passt in dieses Bild auf den ersten Blick nicht, könnte aber von seinem engen und freundschaftlichen Draht zu Ricken profitieren.
Dennoch muss er auch selbst seine Komfortzone verlassen, alte Muster aufbrechen und das Team fußballerisch dahin entwickeln, dass es eines Tages wieder zur Bedrohung für den FC Bayern wird.
Wer in einem perspektivisch aufgestellten Verein arbeitet, muss auch selbst perspektivisch denken. Sollte sich zeigen, dass Kovac genau das nicht kann, wäre eine Verlängerung fatal. Kein Trainer ist es wert, die komplette Ausrichtung erneut auf den Kopf zu stellen.
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